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Kurz & Knapp

Transferposse um Anthony Modeste: 1. FC Köln strebt Lösung bis Ende Januar an

In der Posse um die Verpflichtung von Anthony Modeste will der 1. FC Köln kurzfristig eine Lösung finden und strebt deshalb wieder Gespräche mit dem chinesischen Ex-Verein aus Tianjin an.

Modeste Frust
Foto: Maja Hitij/Bongarts/Getty Images

Zwei Neuzugänge konnte der 1. FC Köln bereits unter Dach und Fach bringen, auf den dritten muss er vermutlich noch einige Zeit warten: Der Wechsel von Anthony Modeste, auf der 70-Jahre-Gala des Vereins Mitte November feierlich verkündet, bleibt weiterhin eine ziemlich unwürdige Hängepartie. Nun nehmen die „Geißböcke“ offenbar einen abermaligen Anlauf, um in Gesprächen mit dem chinesischen Ex-Verein aus Tianjin, der nach der Verhaftung des finanzstarken Clubchefs Shu Yuhui in beträchtlichen Schwierigkeiten steckt, eine Lösung für die Transferposse zu finden. „Wenn es eine realistische Möglichkeit einer außergerichtlichen Einigung gibt, wollen wir sie nutzen“, erklärte FC-Finanzgeschäftsführer Alexander Wehrle im Trainingslager auf Mallorca.

Am 31. Januar schließt das Transferfenster im Winter

„Die neuen Verantwortlichen kennen nicht alle Details aus der Vergangenheit, darüber müssen wir sprechen. Beide Seiten sind der Auffassung, dass es lohnenswert ist, sich miteinander an einen Tisch zu setzen. Wir sind auf einem guten Weg, die Gespräche wieder aufnehmen zu können“, so Wehrle zur veränderten Situation. Man sei mit der Gegenseite über verschiedene Kanäle in Gesprächen und wolle im Dialog möglichst kurzfristig eine Lösung finden. Zur Erinnerung: Am 31. Januar läuft die Registrierungsfrist für neue Spieler ab – danach ist das Transferfenster geschlossen. Erhält Modeste bis dahin keine Spielberechtigung, wird der Franzose vermutlich in dieser Saison nicht mehr für den effzeh auflaufen.

Wir sind auf einem guten Weg, die Gespräche wieder aufnehmen zu können.

Eine Urteilsbegründung der FIFA, die der Klage des 30-jährigen Stürmers zwar teilweise recht gegeben, aber eine Kündigung für nicht rechtens erachtet hatte, sei den Verfahrensbeteiligten allerdings noch nicht zugestellt worden. Erst dann kann entschieden werden, ob eine der beiden Seiten den Internationalen Sportgerichtshof (CAS) anrufen wird, der als nächste Instanz über den Fall befinden dürfte. „Aufgrund der Dringlichkeit gäbe es dann womöglich eine mündliche Verhandlung im März“, skizziert Wehrle den etwaigen zeitlichen Ablauf der Thematik. Ob danach jedoch eine Spielberechtigung für Modeste noch für die laufende Saison möglich ist, gilt als äußerst unsicher. Aus den bei der Bekanntgabe geäußerten Hoffnungen, den Franzosen noch vor der Winterpause einsetzen zu können, wären dann fast neun Monate geworden.

Wehrle: „Wir sind nicht ins Risiko gegangen“

Kritik, die dem effzeh angesichts der sich erst abzeichnenden und dann abspielenden Transferposse ein voreiliges Vorgehen inklusive der Präsentation bei der 70-Jahre-Gala vorwirft, bügelt Wehrle dennoch ab: „Wir haben uns gemeinsam für diesen Weg entschieden. Die Unwägbarkeiten in der Juristerei und Urteilssprechung konnte kein Jurist, kein Spieler, keine Vereinsführung, kein Journalist und kein Fan vorhersehen“, erklärt der FC-Finanzgeschäftsführer. Im Rückblick sei es total einfach zu sagen, warum es dort eine solche Hängepartie gibt – die habe auch der Verein nicht gewollt. „Wir sind auch nicht ins Risiko gegangen, sonst hätten wir Tony schon im August verpflichten können, nachdem er gekündigt hatte. Sondern es gab eine klare schriftliche Bestätigung, nach der wir gegenseitig den Arbeitsvertrag unterschreiben konnten.“

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Mehrere finanzstarke Vereine wie Galatasaray, Schalke und Stuttgart hatten zuvor eine Verpflichtung Modestes ernsthaft erwogen, angesichts der unklaren Vertragssituation des treffsicheren Franzosen allerdings Abstand genommen. Tianjin Quanjian, wie der chinesische Verein damals noch hieß, hatte Interessenten mit einem anwaltlichen Schreiben, das unter anderem horrende Entschädigungszahlungen wegen Anstiftung zum Vertragsbruch ins Spiel brachte, abgeschreckt. Der FC schlug Mitte November nach grünem Licht der Anwälte trotzdem zu – und handelte sich dadurch einigen Ärger ein. „Zu diesem Zeitpunkt waren viele andere europäische Vereine – auch aus der Bundesliga – an Tony interessiert und er hat sich zum Glück für uns entschieden“, so Wehrle. Ob dieses Glück noch in dieser Saison perfekt werden wird, steht allerdings weiterhin in den Sternen.

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