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Kurz & Knapp

„Geld wichtiger als Gesundheit“: Fans des 1. FC Köln machen mobil gegen Geisterspiele

Der 1. FC Köln kehrt am Sonntag mit einem Geisterspiel gegen Mainz 05 in den Spielbetrieb zurück. Einige Fans protestieren mit kreativen Aktionen gegen die Bundesliga-Fortsetzung ohne Anhänger im Stadion.

Plakataktion "Nicht mein FC"

Wer am Samstag mit offenen Augen durch die Stadt gegangen ist, dem wird es sicherlich aufgefallen sein: Einige Fans des 1. FC Köln haben den Re-Start der Bundesliga dazu genutzt, ihren Protest gegen Geisterspiele durch kreative Aktionen in der gesamten Stadt zu artikulieren. Ob am Kölner Dom, dem Müngersdorfer Stadion, in Ehrenfeld oder in der Nähe des Südbahnhofs: Mit verschiedenen Plakataktionen setzten unbekannte Anhänger der „Geißböcke“, die nach effzeh.com-Informationen aus den Reihen der aktiven Fanszene stammen, ein Statement gegen die aus ihrer Sicht verfrühte Rückkehr der höchsten deutschen Spielklasse in den Spielbetrieb.

Auf den Plakaten, die in ihrer Aufmachung an die „Du bist FC!“-Kampagne des Vereins erinnern, steht in Großbuchstaben „Unser Geld ist wichtiger als eure Gesundheit. Bundesliga um jeden Preis“ zu lesen, garniert mit der Unterzeile „Nicht mein FC“. Darüber hinaus wurden noch Verkaufskästen der Kölner Boulevardzeitung „Express“ mit Varianten der dort normalerweise befestigten Werbezettel beklebt. Dort heißt es als gefakte Schlagzeile unter anderem „Fußball lebt durch seine Fans“ oder „Profifußball vom Rest der Gesellschaft abgekoppelt“.

„Stadion statt Sofa“: Couch am Müngersdorfer Stadion abgestellt

Doch nicht durch Plakate machen Fans auf ihre Ablehnung gegen Spiele ohne Zuschauer in der Bundesliga aufmerksam. Am Abend wurde beispielsweise auf dem Weg an der Stadionvorwiese eine mit Protestbotschaften beschriftete Couch gesichtet – auf der Rückseite steht „Gegen Geisterspiele“, während vorne „Stadion statt Sofa“ und ein nicht allzu netter Gruß an den DFB zu sehen ist. Dass es gerade von den Ultragruppierungen des 1. FC Köln heftigen Gegenwind gegen die Fortsetzung des Spielbetriebs ab diesem Wochenende gibt, kommt alles andere als überraschend.

Bereits unter der Woche hatten sich beispielsweise mit der „Wilden Horde 96“ und den „Coloniacs“ zwei führende Gruppe der Südkurve gegen Geisterspiele positioniert. Unter dem Titel „STOPFOOTBALL – NOFOOTBALLWITHOUTFANS“ schlossen sie sich der Forderung vieler europäischen Fangruppen nach einer Aussetzung des Spielbetriebs an. Bei den „Coloniacs“ heißt es darüber hinaus in einer kurzen Stellungnahme mit dem bezeichnenden Titel „Geisterspiele sind keine Lösung“: „Sonntag geht auch für den 1. FC Köln die Saison weiter, entgegen aller Vernunft. Es ist kein Geheimnis, dass wir die Geisterspiele ablehnen. Die Gründe dafür sind hinlänglich bekannt und wurden in der Stellungnahme der Fanszenen Deutschlands dargelegt. Im Gegensatz zu DFL und Vereinen, versuchen wir unserer gesellschaftlichen Verantwortung gerecht zu werden. […] Der Kampf gegen die Pandemie ist noch nicht vorbei und es bedarf weiterhin Vorsicht und solidarischen Handelns.“

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