Folge uns
.

Kurz & Knapp

1. FC Köln nimmt Stellung: Regressforderungen auch bei Schmähgesängen und Bannern

Der 1. FC Köln wird auch bei Strafen wegen Schmähgesängen und Spruchbändern die Täter in Regress nehmen, das erklärte der Verein auf eine Anfrage von effzeh.com. Mit dem DFB befinde man sich außerdem im Dialog.

Foto: PATRIK STOLLARZ/AFP/Getty Images

Der 1. FC Köln wird auch bei Strafen wegen Schmähgesängen und Bannern die Täter in Regress nehmen, das erklärte der Verein auf Anfrage von effzeh.com.

Gestern haben wir mit einem Interview und einer Analyse auf die neue Situation, die durch die Kombination von DFB-Strafen und Regressforderungen entsteht, hingewiesen. Auch der “Südkurve Köln” e.V. äußerte sich kritisch und forderte den 1. FC Köln auf, sich gegen die Verbandsstrafen zur Wehr zu setzen. Auf eine effzeh.com-Anfrage hin hat der Verein nun Stellung bezogen.

Denn mit der neuen Rechtspraxis, die es den Bundesliga-Clubs erlaubt, sich den durch Strafen vom DFB erlittenen finanziellen Schaden von den Verursachern wiederzuholen, drohen selbst für vermeintliche Lappalien wie Schmähgesänge oder Spruchbänder Schadenersatzforderungen in durchaus beträchtlicher Höhe.

“Werden Täter in Regress nehmen”

“Jörg Schmadtke hat sich ja eindeutig über die Sinnhaftigkeit solcher Strafen geäußert”, erklärt Tobias Kaufmann bezüglich der Sanktionen wegen Schmähgesängen. Der Kölner Geschäftsführer hatte die DFB-Sanktionen zuvor als “grundsätzlich falsch” bewertet. Der Leiter “Medien & Kommunikation” des 1. FC Köln erklärt aber auch: “Wo es möglich und nötig ist, müssen und werden wir schon allein aus Haftungsgründen ermittelte Täter in Regress nehmen.“ Im Klartext heißt das, dass der Club auch bei Strafen wegen Bannern oder Schmähgesängen seine Schadenersatzansprüche geltend machen wird, sollte es zuvor zu einer Strafe durch den DFB gekommen sein. Würde der Verein das nicht tun, könnte man sich der Untreue schuldig machen – schließlich würde man einen finanziellen Schaden für den Verein so bewusst in Kauf nehmen.

“Wir sind in einem ständigen Dialog”

Zur Frage ob der 1. FC Köln die Notwendigkeit einer grundsätzlichen Reform der DFB-Rechtsprechung sieht, äußerte sich der Club ausweichend.  „Werner Spinner, Thomas Schönig und Rainer Mendel sitzen in verschiedenen DFB- und DFL-Gremien und -Ausschüssen”, erklärte Kaufmann. Man sei mit dem DFB in einem “ständigen Dialog”.

Mehr zum Thema: 

→ Analyse: Wie DFB-Strafen und Regressforderungen die Fankultur bedrohen

→ Interview: “Die Vereine gehen kaum dagegen vor”

→ Meldung: Südkurve Köln kritisiert DFB-Strafen

Mehr aus Kurz & Knapp

.