Peter Stöger nutzt die Pressekonferenz vor Partie auf Schalke zur öffentlicher Kritik an der Vereinsführung. Vom dem Spiel in Gelsenkirchen verspricht er sich nicht viel, sieht aber genau darin die einzige Chance für den 1. FC Köln. 

Lange hat Peter Stöger mehr oder weniger stoisch der Situation geharrt. In seinen Aussagen blieb der Kölner Trainer trotz sportlicher Krise stets loyal seinem Verein und seinen Vorgesetzten gegenüber. Ex-Manager Jörg Schmadtke sprang er kurz vor dessen Abschied noch öffentlich zur Seite, obwohl die Risse im Verhältnis der beiden sportlich Verantwortlichen da schon bekannt waren. Doch nun scheint auch der geduldige Österreicher so langsam die Schnauze voll zu haben.

Stöger attackiert FC-Führungsebene

Bei der Pressekonferenz vor der Parte auf Schalke am Donnerstagnachmittag nahm Stöger kein Blatt mehr vor den Mund und bemängelte öffentlich die Situation, in der die Mannschaft und er selbst sich derzeit befinden. „Ich könnte mit jeder Entscheidung leben“, erklärte Stöger.  „Aber es muss eine her. Das wäre vor allem für die Mannschaft wichtig. Diese Ungewissheit ist ein Szenario, das nicht optimal ist“, kritisierte der Trainer nun erstmals öffentlich das Vorgehen des Clubs und rückte damit die FC-Verantwortlichen in den Fokus. „Es hat in diesem Klub auch niemand nötig, alle drei Tage etwas aufzuschieben“, fügte der Österreicher an.

„Es sind viele Mosaiksteinchen, die uns nach oben geführt haben und die uns auch nach unten geführt haben“, führte Stöger aus und unterstrich so, dass es keine einfache Antwort auf die Gründe des Niedergangs gibt. Der Umgang mit Geschäfsführer Alexander Wehrle sei zwar auf der einen Seite nach wie vor „gut“, in „bestimmten Bereichen“ sei es jedoch schwierig mit der Situation umzugehen. „Klarheit würde uns allen gut tun“, untermauerte Stöger in der denkwürdigen Pressekonferenz noch einmal seine Forderung nach einer Entscheidung am Geißbockheim.

Wenig Hoffnung für Schalke-Spiel

Solange die Situation aber so bleibt, sieht sich der Trainer nach wie vor in der sportliche Verantwortung, auch wenn er auf Schalke nicht mit allzu viel rechnet. „Es rechnet kaum noch jemand damit, dass wir ein Spiel gewinnen können. Das ist schon Ansporn und Zugang, dass wir das auf Schalke schaffen wollen.“ Während Stöger dabei voraussichtlich auf die Dienste von Leonardo Bittencourt verzichten muss, scheint Sehrou Guirassy rechtzeitig für die Partie fit zu werden.

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