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Mit Yuya Osako und Leonardo Bittencourt verlassen zwei wichtige Säulen der vergangenen Jahre den Verein. Die beiden unterschiedlichen Spielertypen werden dem 1. FC Köln fehlen, ihr Abgang wird jeweils unterschiedlich kommentiert.

Samstag, 20. Mai 2017: es läuft die 87. Spielminute im Müngersdorfer Stadion, der 1. FC Köln liegt momentan auf dem fünften Rang und steht kurz vor der ersten Qualifikation für den Europapokal seit 25 Jahren. Wie bereits die gesamte Saison über spielen die anderen Mannschaften für die Kölner. Ein Sieg gegen die bereits gesicherten Mainzer reicht, um den Traum wahr werden zu lassen. Zwar steht es schon 1:0, doch mit einem Gegentor würde das Team von Peter Stöger wieder auf Rang sieben abrutschen. Die Anspannung auf den Rängen ist spürbar. Was folgt, ist ein Moment für die Ewigkeit: Milos Jojic erobert auf der rechten Seite den Ball, setzt sich gegen zwei Gegenspieler durch und spielt den Ball in den Lauf von Yuya Osako. Der Japaner läuft aus rund 30 Metern alleine auf das Mainzer Tor zu. Sekunden, die sich wie eine Ewigkeit anfühlen. Doch Osako bleibt eiskalt und schießt den effzeh nach Europa. Und sich endgültig in die Herzen der Fans.

In seinen ersten beiden Spielzeiten konnte der Stürmer jedoch nicht an die Erwartungen anknüpfen. Zwar zeigte er, dass er technisch zu den besten Spielern im Kader gehört, jedoch zu uneffektiv war. Seitdem hatte der 27-Jährige immer wieder mit dem Unmut der Fans zu kämpfen. Erst die Saison 2016/17 war sein Durchbruch: Mit sieben Toren und acht Vorlagen hatte er einen entscheidenden Anteil an der erfolgreichen Spielzeit des 1. FC Köln.

Leonardo Bittencourt: Auf Anhieb und bis zum Ende beliebt

Ganz anders war die Situation bei Leonardo Bittencourt: Der Mittelfeldspieler wechselte 2015 als U21-Nationalspieler an den Rhein und war sofort bei den Fans beliebt. Und auch Bittencourt hatte seinen entscheidenden Anteil an der Qualifikation für die Europa League. Zwar hatte der 24-Jährige häufig mit Verletzungen zu kämpfen, war dennoch ein fester Bestandteil der Kölner Startelf. Am 32. Spieltag gegen Werder Bremen, Osakos künftigen Verein, absolvierte der Mittelfeldspieler das wohl beste Spiel seiner Karriere.

COLOGNE, GERMANY - MARCH 18: Yuya Osako #13 of 1.FC Koeln celebrates with Leonardo Bittencourt #21 of 1.FC Koeln and team-mates after scoring his teams first goal during the Bundesliga match between 1. FC Koeln and Bayer 04 Leverkusen at RheinEnergieStadion on March 18, 2018 in Cologne, Germany. (Photo by Maja Hitij/Bongarts/Getty Images)

Foto: Maja Hitij/Bongarts/Getty Images

Beim 4:3-Erfolg, der den Sprung in den Europapokal erst ermöglichte, schoss Bittencourt ein Tor selbst und bereitete zwei weitere Treffer vor. Bremen, damals direkter Verfolger der Kölner, war aus dem Europa-Rennen und der FC hatte alles in eigener Hand. Nicht nur bei diesem Sieg, sondern über die ganzen Jahre war zu erkennen, wie verbunden der gebürtige Leipziger mit der Stadt und dem Verein ist. Immer wieder pushte er die Zuschauer und war mit voller Leidenschaft dabei.

Es gehen wohl die besten Techniker im Kader

Während es bei Bittencourt viele traurige und negative Stimmen bei der Wechselverkündung gab, blieb bei Osako alles ruhig. Auch das zeigt wie unterschiedlich die Wahrnehmung für zwei Spieler sein können, die einen ähnlichen Stellenwert für den Erfolg hatten. Nach einem Abstieg passiert es nur selten, dass Leistungsträger dem Verein treu bleiben und mit in die 2. Liga gehen. Entsprechend bemerkenswert sind die Verbleibe von Marco Höger, Marcel Risse, Timo Horn und besonders Jonas Hector. Doch entsprechend zu erwarten waren auch die Abgänge von Yuya Osako und Leonardo Bittencourt.

Beide bleiben nun der Bundesliga erhalten. Bittencourt wechselt zur TSG Hoffenheim und darf nächste Saison in der Champions League auflaufen, Osako wechselt zu Werder Bremen an die Weser. Was bleibt, ist der Verlust von zwei Spielern, die womöglich die beiden besten Techniker im Kader waren. Sie werden dem 1. FC Köln fehlen, aber dank Europa immer positiv in Erinnerung bleiben.

>>>Experten-Interview zu Neuzugang Lasse Sobiech: „Der 1. FC Köln erhält einen Fels in der Brandung“

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