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Meinung

Zukunft der U21 des 1. FC Köln: Die letzte Ausbildungsstufe beibehalten

Ist die U21 des 1. FC Köln als Unterbau für die Profis sinnvoll oder nicht? Teil 1 der beiden Kommentare über die Regionalliga-Mannschaft des effzeh.

Foto: Ronald Wittek/Bongarts/Getty Images)

Hinter dem 1. FC Köln liegt ein bewegtes Jahr. Die Profimannschaft stieg mehr oder weniger chancenlos aus der ersten Bundesliga ab, fast hätte es auch die U21 in der Regionalliga erwischt, die sich auf den letzten Drücker retten konnte. Hinzu kamen im vergangenen Jahr verschiedenste Turbulenzen im Nachwuchsbereich des 1. FC Köln, in deren Folge viele Führungskräfte den Verein verließen und offene Stellen hinterließen. Während die U19 des effzeh seit Jahren einigermaßen solide in der U19-Bundesliga unterwegs ist, kann man sich aufgrund der letzten Saison mit guten Argumenten die Frage stellen, ob die Weiterführung des Spielbetriebs in der U21 sinnvoll ist. effzeh.com-Redakteur Arne Steinberg argumentiert in diesem Text, warum die U21 als abschließende Entwicklungsstufe gilt und deswegen, wenn auch in veränderter Ausrichtung, in der Zukunft ein wichtiges Faustpfand des 1. FC Köln darstellt. Christopher Kohl hält dagegen: Für ihn ist die Abschaffung der U21 nicht nur aus wirtschaftlichen Gründen der einzig sinnvolle Weg – er fordert, dass der Fokus auf den Profis liegen soll (sein Text folgt morgen).

Im Jahr 2014 war die Diskussion über die Zukunft von den U21-Mannschaften der Bundesliga-Vereine auf dem Höhepunkt. Die DFL hatte damals beschlossen, dass Profivereine fortan keine zweite Mannschaft mehr am Spielbetrieb teilnehmen lassen müssen und jeder Verein selbst entscheiden könne, ob er eine U21, U23 oder zweite Mannschaft ins Rennen schickt. Zeitnah kündigten einige Vereine an, ihren Unterbau abzuschaffen und aus dem Spielbetrieb zu nehmen – so geschehen bei Eintracht Frankfurt und Bayer Leverkusen. Die angebrachten Argumente: der Unterhalt einer zweiten Mannschaft koste zu viel Geld, das anderweitig in der  Nachwuchsarbeit verwendet werden könnte. Spieler, die in der U19 nicht überragten, würden es auch nach zwei weiteren Jahren in der U21 nicht mehr in den Profibereich schaffen. Die Tatsache, dass lange verletzte Profis dort Spielpraxis sammeln könnten, schien nicht sonderlich ins Gewicht zu fallen.

Keine Zweitvertretung mehr in der dritten Liga unterwegs

Die Folge: In der Saison 2018/2019 spielt nach dem Abstieg von Werder Bremen II in der dritten Liga keine einzige Zweitvertretung mehr. In den fünf Regionalligen (Nord, Nord-Ost, West, Südwest und Bayern), die insgesamt 90 Teams umfassen, finden sich aber 20 zweite Mannschaften. Der größte Anteil an Zweitvertretungen besteht in der RL Nord, in der Hannover, Wolfsburg, Bremen, Hamburg, St. Pauli und Kiel ihren Unterbau für den Spielbetrieb angemeldet haben. Im Westen, wo auch der 1. FC Köln mit seiner zweiten Mannschaft als „U21“ teilnimmt, spielen noch Dortmund, Mönchengladbach und Düsseldorf in der vierten Spielklasse. Aus der ersten Liga unterhalten Frankfurt, Leverkusen und Leipzig (seit 2017) keine zweite Mannschaft mehr, der Nachwuchs von Schalke 04 spielt in der Oberliga Westfalen.

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Nach dieser Bestandsaufnahme der Tatsachen im deutschen Fußball unternehmen wir einen kleinen Schwenk und schauen uns den Kader des 1. FC Köln für die anstehende Zweitliga-Saison genauer an. Der effzeh verfolgt bekanntlich die Zielsetzung, direkt wieder aufzusteigen und gehört trotz des Abstiegs zu den besten 20 Vereinen in Deutschland. Es ist offen, inwiefern die im Folgenden thematisierten Aspekte tatsächlich repräsentativ für den deutschen Profifußball sind – sie sollen allerdings aufzeigen, dass der Unterhalt von einer zweiten Mannschaft für die individuelle Entwicklung der Spieler durchaus Sinn ergeben kann.

Zwölf 1. FC-Köln-Spieler mit Erfahrungen bei zweiten Mannschaften

Denn: Der Kader der aktuellen Lizenzspieler-Mannschaft des effzeh weist 28 Spieler auf, von denen zwölf im Laufe ihrer Karriere bereits in einer zweiten Mannschaft zum Einsatz kamen. Ganz oben in dieser Liste finden sich Simon Terodde (73 Einsätze für die zweiten Mannschaften des effzeh und des MSV Duisburg) und Matthias Lehmann (72 Spiele für Stuttgart II und Ulm II). Danach folgen mit Jonas Hector (63 für die Zweite des effzeh) und Lasse Sobiech (61 für Dortmund und Hamburg) zwei weitere wichtige Säulen des Kaders, auch Simon Zoller (56 Spiele für die Zweite des KSC) hat eine solche Vergangenheit. Auch Rafael Czichos, Benno Schmitz, Marco Höger und Neuzugang Dominick Drexler spielten in ihrer Karriere bereits für eine Zweitvertretung.

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