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Nachspiel

Testspiel-Remis in Wiesbaden: Viel Spielpraxis und kleine Erfolgserlebnisse

Jhon Cordoba trifft für den effzeh im Test gegen Wehen zum Ausgleich. Wir haben die Partie gesehen und die wichtigsten Erkenntnisse gesammelt.

Foto: Oliver Hardt/Bongarts/Getty Images

Der 1. FC Köln nutzt die Länderspielpause für ein Testspiel gegen eine andere Profimannschaft: Am Donnerstagabend traf die Mannschaft von Markus Anfang in Wiesbaden des SV Wehen, derzeit auf Rang 18 der 3. Liga. Im Vorfeld sagte Anfang zu der Partie: „Wir werden versuchen den Spielern, die weniger Spielzeit bekommen haben, Spielzeit zu geben“ – dieses Credo wurde dann auch umgesetzt. Aus dem Nachwuchsbereich wurden keine Spieler hochgezogen, das Spiel wurde einzig mit Spielern aus dem Profikader bestritten. Am Mittwoch hatten zwar einige Akteure aus der U21 mittrainiert, diese sollen aber im Trainingsbetrieb ihrer Mannschaften verbleiben und sich auf die Aufgaben am Wochenende vorbereiten.

Die Startelf der „Geißböcke“ sah dementsprechend mehrere Grüppchen von Spielern vor: Mit Marco Höger und Matthias Bader bekamen zu Beginn zwei Akteure Spielpraxis, die zuletzt längere Zeit verletzt waren. Frederik Sörensen, Matthias Lehmann und Simon Zoller spielten zuletzt gar keine Rolle und durften sich deswegen längere Zeit präsentieren. Jhon Cordoba, Vincent Koziello und Niklas Hauptmann hatten bisher durchaus ihre Einsatzzeiten bekommen, alle drei durften im Test dann auch starten. Mit Jannes Horn und Lasse Sobiech waren auch zwei Profis in der Anfangsfortmation, die zuletzt in der Startelf standen. Im Tor spielte Thomas Kessler.

Erste Halbzeit zäh, danach etwas besser

Der erste Durchgang präsentierte sich relativ zäh: Wehen Wiesbaden zeigte sich aktiver und offensiv präsenter, die Gastgeber hatten daher in der Anfangsphase mehrere Abschlüsse zu verzeichnen. In Führung ging man allerdings erst nach 29 Minuten, als René Guder nach schöner Kombination gegen Kessler den Tunnel setzte. Der Spitzenreiter der 2. Bundesliga hatte selbst wenig Gefahr nach vorne versprüht, weil die Ballzirkulation auch durch die engagierte Defensivarbeit der Hessen unterbrochen wurde.

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Nach dem Seitenwechsel gab es keine Wechselarie, nach und nach wurden beim effzeh Guirassy (für Lehmann) und Schmitz (für Bader) gebracht. Chancen gab es in einem dann offeneren Spiel für beide Seiten: Zuerst knallte Wehens Offensivmann Kyereh einen Ball an die Querlatte, dann setzte Guirassy einen Freistoß ans Gebälk. Kurz darauf verpasste erneut Kyereh, der in der dritten Liga bereits dreimal traf, eine höhere Führung für die Hausherren. Der effzeh erhöhte, auch durch viele Wechsel beim SVWW, nach und nach den Druck und konnte dann durch Jhon Cordoba ausgleichen – Benno Schmitz hatte geflankt, danach nahm der Kolumbianer den Ball mit dem Rücken zum Tor an und traf per Aufsetzer. Somit endete das Spiel nach einer durchwachsenen Leistung mit einem versöhnlichen Ergebnis.

Eine Elf aus Reservisten kann kaum besser sein als die Stammelf

Und die Erkenntnisse? Ein solches Spiel gegen einen Drittligisten ist, gerade wenn man gegen St. Pauli eine mehr als ansprechende Leistung gezeigt hat, natürlich mit einer höheren Erwartungshaltung versehen – obwohl die Startelf komplett zusammengewürfelt wurde. Dass dann nicht alle Abläufe mit und ohne Ball reibungslos funktionieren, ist selbstverständlich. Und auch die momentan wohl beste effzeh-Elf, die an diesem Tag nicht auf dem Platz stand, ist noch nicht so stabil, dass Leistungen wie gegen St. Pauli zur Selbstverständlichkeit werden.

Oft hört man dann nach einem solchen Testspiel, dass sich kein Spieler für die Stammelf empfehlen konnte. Das wird in der Öffentlichkeit gerne so interpretiert, Trainer Anfang wird aber wissen, dass es vorrangig darum geht, den bisherigen Reservisten ein wenig Spielzeit zu verschaffen und somit Sicherheit im eigenen Spiel. Denn kein noch so gutes Training kann das Gefühl eines Wettkampfs ersetzen, auch wenn es „lediglich“ gegen einen Drittligisten geht. Doch auch dort arbeiten die Vereine unter Profibedingungen und sind ein entsprechend geeigneter Sparringspartner.

Erfolgserlebnisse für Schmitz und Cordoba

Dass Schmitz und Cordoba durch Vorlage und Tor jeweils ein Erfolgserlebnis für sich verbuchen konnten, was beiden unterschiedlich weiterhilft, ist positiv zu vermerken. Während Schmitz im Rennen um den Back-Up-Posten von Marcel Risse die Nase vor seinem Kollegen Bader haben dürfte, kann Cordoba mit jedem Erfolgserlebnis den Druck auf den momentan unantastbaren Simon Terodde aufrechterhalten.

Bei der Beurteilung für eine mögliche Aufstellung im kommenden Spiel gegen Paderborn spielt auch die Trainingsleistung eine Rolle. Und da können sich aufgrund der hohen Leistungshomogenität im effzeh-Kader nur wenige ihres Platzes sicher sein. Jetzt steht vor dem freien Wochenende eine weitere Trainingseinheit an, bevor die Profis zwei Tage lang Kräfte sammeln können. Am Montag beginnt dann die Vorbereitung auf das Heimspiel gegen Paderborn.

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