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Vorspiel

Heimspiel gegen den VfL Wolfsburg: Nächste schwere Aufgabe für den 1. FC Köln

Die Serie ohne eigenen Sieg ist endlich beendet, nun muss der 1. FC Köln allerdings weiterhin dringend punkten: Ob das schon gegen den VfL Wolfsburg gelingt? Die „Wölfe“ zeigten sich in der bisherigen Saison sehr stabil – und sind noch ungeschlagen.

Foto: Jörg Schüler/Bongarts/Getty Images

Nach dem sehr überraschenden Auswärtserfolg bei Borussia Dortmund wartet im Heimspiel gegen den VfL Wolfsburg gleich die nächste schwierige Aufgabe auf den 1. FC Köln. Die Werkself des Autofabrikanten ist, wie es sich für solche Konstrukte in dieser Saison wohl gehört, genau wie Bayer Leverkusen auch nach neun Spieltagen noch ohne Niederlage – vier Siegen stehen fünf Unentschieden gegenüber. Mit 16 Punkten ist der VfL auf gutem Kurs, in dieser Spielzeit wieder eine berechtigte Chance auf eine Qualifikation für das internationale Geschäft zu haben. Im Oktober war das Team des Österreichers Oliver Glasner gegen AEK Athen ausgeschieden. Doch offensichtlich hat es der Mannschaft nicht geschadet: Im Gegensatz zu den meisten vorherigen Spielzeiten fehlen in diesem Herbst und Winter die Spiele unter der Woche und prompt ist der VfL leistungsfähiger und konstanter.

Vor der Saison gelangen mit den Verpflichtungen von Ridle Baku (kam aus Mainz, avancierte mittlerweile zum Nationalspieler) und Maxence Lacroix (wechselte vom FC Sochaux nach Wolfsburg) zwei Verstärkungen, die in der Viererkette sofort weiterhelfen konnten. Allgemein agiert die Defensive der „Wölfe“ nicht zimperlich: Im Ligavergleich liegt der VfL laut whoscored.com auf Rang zwei, was Tackles und Interceptions (Ballgewinne) pro Spiel angeht. Im zentralen Mittelfeld war das Team aus einer der langweiligsten deutschen Mittelstädte mit Maximilian Arnold und Xaver Schlager ohnehin schon gut besetzt. Im Übergangsspiel nach vorne dürften gegen den FC am Wochenende mit Renato Steffen und Josip Brekalo zwei spiel- und dribbelstarke Fußballer die Defensive der „Geißböcke“ vor Probleme stellen. Ganz vorne befindet sich beim VfL der Niederländer Wout Weghorst in guter Form, bereits sechs Tore gehen auf sein Konto, weswegen Glasner auf der Pressekonferenz vor dem Spiel „Abschlussstärke, Bewegung im Strafraum und Gier“ des 1,97m großen Mittelstürmers lobte.

1. FC Köln spielt wohl wieder mit Fünferkette

Wie der 1. FC Köln dieser Herausforderung entgegentreten wird, ist offen: Beim Spiel in Dortmund setzte Trainer Markus Gisdol zum zweiten Mal in dieser Saison auf eine Dreierkette, dieses Mal mit Erfolg. Und es ist davon auszugehen, dass der FC auch gegen Wolfsburg mit einer solchen antreten wird. Mit dem Debütanten Sava Cestic und Sebastiaan Bornauw überzeugten zuletzt zwei Glieder dieser Kette, die mit Rafael Czichos allerdings auch einen Ausfall zu beklagen hat. Der halblinke Innenverteidiger könnte entweder von Jannes Horn (große Chancen) oder Frederik Sörensen (geringe Chancen) ersetzt werden. Der Spanier Jorge Meré ist nach wie vor angeschlagen.

Selbiges gilt auch für die beiden Zielspieler Sebastian Andersson und Anthony Modeste, die beide in diesen Wochen ganz behutsam an die Matchfitness herangeführt werden sollen, um es mal positiv zu formulieren. Anders gesagt: Beim Schweden kam der Einsatz gegen dessen Ex-Klub Union Berlin offenbar viel zu früh, Modeste plagt sich unterdessen seit Wochen mit Knie- und Rückenproblemen. Andersson konnte aber am Mittwoch problemlos mit der Mannschaft trainieren, was die Einsatzchancen zumindest ein wenig erhöht.

Foto: Jörg Schüler/Bongarts/Getty Images

Das Duo aus Jan Thielmann und Ondrej Duda zeigte allerdings gegen Dortmund, dass es auch ohne echten Mittelstürmer geht – zwar spielte der FC keine hohe Anzahl an Chancen heraus, beide zeigten jedoch andere Stärken, die sie interessant machen. Mit Thielmann (immer noch erst 18 Jahre alt) verfügt der FC über einen spielintelligenten und technisch starken Spieler, der durch gute Ausweichbewegungen Räume schafft und viele Bälle hält, wenn er flach angespielt wird. Auch Duda ist mittlerweile ein Fixpunkt in der Kölner Elf, weil er sowohl durch die Qualität seiner Standardsituationen (der FC erzielte sechs von zehn Toren auf diese Weise) als auch seine aggressive Arbeit in der Defensive überzeugen konnte.

Gisdol lobt die Kommunikation seiner Mannschaft

Gisdol selbst legte sich auf der Pressekonferenz nicht fest, ob seine Mannschaft mit Dreier- oder Viererkette spielen wird: „Es ist wichtiger, wie geschlossen man spielt und wie intensiv man im Coaching untereinander ist.“ Gisdol, der nach den vielen schlechten Leistungen in den letzten Wochen schon arg in der Kritik stand, lobte seine Mannschaft für die Leistungssteigerung gegen den Champions-League-Teilnehmer aus Westfalen. „Die Dinge, die ich vor dem Spiel gegen Dortmund noch bemängelt habe, fand ich dann im Spiel herausragend gut. Wie die Jungs gegen Dortmund kommuniziert und sich untereinander stark gemacht haben, hat mir sehr gut gefallen.“

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Zusammen mit seiner Mannschaft wird er den Versuch unternehmen, eine weitere Serie zu beenden: Seit zehn Heimspielen hat der 1. FC Köln in der Bundesliga nicht gewonnen. Und dass der eigentlich schwache Saisonstart mit nur einem Sieg aus neun Partien den FC in der Tabelle immerhin auf Platz 15 bringt, ist wohl weniger der eigenen Qualität, sondern eher den Leistungen der anderen Mannschaften zuzuschreiben.

Der FC braucht weiter dringend Punkte

Ganze acht Teams weisen zum jetzigen Zeitpunkt einen Punktschnitt von unter 1 pro Spiel auf. Deswegen sollte das Hauptaugenmerk am Geißbockheim weiterhin darauf liegen, möglichst viel und schnell zu punkten – denn selbst in der vergangenen Saison hatte das damals noch von Achim Beierlorzer trainierte Team einen Punkt mehr.

Gegen Wolfsburg dürfte der FC nur mit sehr viel Glück erneut zweifach nach Standardsituationen treffen. Zuletzt waren die aus dem Spiel heraus kreierten Gelegenheiten rar – daher muss, ähnlich wie gegen den BVB, schon vieles zusammenpassen, dass Gisdols Team erneut einen oder gar drei Zähler mitnimmt. Aber wie wir am vergangenen Wochenende gelernt haben: Bei dieser Mannschaft ist nichts unmöglich.

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