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Der tierische Schlussakkord heißt „Geißböcke“ gegen „Wölfe“: Vor dem Heimspiel des 1. FC Köln gegen den VfL Wolfsburg sprechen wir mit VfL-Fan Antonia Menge über die Partie.

Immer noch kein Sieg hat der 1. FC Köln in dieser Bundesliga-Saison auf dem Konto. Das Ziel für das Heimspiel gegen den VfL Wolfsburg kann daher nur lauten, einen halbwegs versöhnlichen Jahresabschluss zu schaffen. Vor dem Duell gegen die auswärts zuletzt schwächelnden „Wölfe“ sprechen wir mit VfL-Fan Antonia Menge (@antoniasxn), die wie wir Teil der Fan-Experte bei Spiegel Online ist, über die Angst vor der Blamage, die sportliche Situation in Wolfsburg und über den größeren Zusammenhalt bei den Niedersachsen seit der überstandenen Relegation.

Zu Gast beim sieglosen Schlusslicht: Wie groß ist die Sorge bei dir, dass der VfL das erste Team sein wird, das gegen uns verliert?

Sehr groß. Gar nicht aus sportlichen Gründen, wir sind wirklich in guter Form, auch wenn es auswärts in den letzten Spielen nicht so schön aussah. Aber ich kenne meinen VfL. Es wäre einfach nur extrem typisch als einziger Verein in der Hinrunde gegen den FC zu verlieren.

Wir sind wirklich in guter Form, auch wenn es auswärts in den letzten Spielen nicht so schön aussah. Aber ich kenne meinen VfL. Es wäre einfach nur extrem typisch als einziger Verein in der Hinrunde gegen den FC zu verlieren.

Während eure Heimbilanz sogar leicht positiv ist, sieht es auswärts ganz anders aus. Woher kommen diese zwei Gesichter der „Wölfe“?

Das kann ich mir nicht erklären. Am Anfang der Saison war das eher andersherum – ein 2:2 in München und in Leverkusen, danach immer enttäuschende Heimspiele. Es scheint mir eher so, als könnte der VfL seine Form nicht für mehr als ein Spiel halten.

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Auch ihr habt schon euren Trainer gewechselt in dieser Saison. Martin Schmidt ersetzte Andries Jonker nach nur vier Spielen an der Seitenlinie. Ein Schritt, den du nachvollziehen konntest?

Definitiv, aber nicht den Zeitpunkt. Man hat die Relegation gerade so geschafft, eigentlich hätte man danach schon die Reißleine ziehen sollen. Man hat Jonker aber die gesamte Vorbereitung und Kaderplanung gegeben, um ihn dann nach vier Spielen zu entlassen. Das war einfach ein Anfängerfehler, den der VfL schon zum dritten Mal beging.

Foto: Stuart Franklin/Bongarts/Getty Images

Mit Martin Schmidt ging es dann Schritt für Schritt aufwärts, sieben Unentschieden gab es zum Auftakt und dann einen Sieg. Was macht der Schweizer anders oder sogar besser als sein Vorgänger?

Man steckt natürlich nie drin, aber jeder, der den VfL verfolgt, sieht, wie viel besser die Mannschaft unter Martin Schmidt agiert. Anfangs war vor allem der Kampfgeist und die Leidenschaft beeindruckend (in München, Leverkusen und auf Schalke wurde ein Rückstand aufgeholt), jetzt sieht man auch langsam, wie es spielerisch besser wird. Am meisten natürlich an Yunus Malli, der plötzlich Weltklasse Pässe spielt und deutlich selbstsicherer wirkt. Ich kann es kaum erwarten zu sehen, wie die Wölfe nach einer Vorbereitung mit Martin Schmidt spielen.

Wie groß die Abstiegssorgen werden, hängt ja doch auch immer ein bisschen von den anderen Vereinen ab. Werder und Hamburg, die gerade ganz unten stehen, sehe ich da noch raus kommen. Dann wird es schon wieder schwierig. Aber eigentlich (!) sollte man mit dieser Mannschaft, diesem Trainer und diesem Kampfgeist keine größeren Abstiegssorgen haben. Ein Platz im Mittelfeld sollte drin sein.

Insgesamt scheint ihr Euch deutlich stabilisiert zu haben und blickt Richtung Tabellenmittelfeld. Glaubst du mittlerweile an eine Saison ohne größere Abstiegssorgen?

Puh, soweit möchte ich lieber noch nicht gehen. Wie groß die Abstiegssorgen werden, hängt ja doch auch immer ein bisschen von den anderen Vereinen ab. Werder und Hamburg, die gerade ganz unten stehen, sehe ich da noch raus kommen. Dann wird es schon wieder schwierig. Aber eigentlich (!) sollte man mit dieser Mannschaft, diesem Trainer und diesem Kampfgeist keine größeren Abstiegssorgen haben. Ein Platz im Mittelfeld sollte drin sein.

In der letzten Spielzeit war es dagegen richtig eng – erst in der Relegation gegen den Lokalrivalen aus Braunschweig konnte der Klassenerhalt gesichert werden. Wie emotional waren die Duelle für dich und für Wolfsburg an sich?

Furchtbar. Ich kann mich an jeden Tag der beiden Relegationsspiele haargenau erinnern. Ich weiß, dass es kochend heiß war, ich weiß, dass ich schon vor Anpfiff im Stadion geheult habe, und dass ich nach dem Rückspiel kaum geschlafen habe, weil ich immer nur Vieirinhas Tor im Kopf hatte. Aber der Verein und die Fans sind durch diese Saison sehr eng zusammen gewachsen, viele Vorschläge der Fans wurden von dem Verein umgesetzt. Eigentlich schade, dass sowas immer erst durch solche Horror-Saisons passiert.

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Auch vor dieser Saison habt ihr kräftig investiert, unter anderem John-Anthony Brooks aus Berlin geholt und Divock Origi vom FC Liverpool ausgeliehen. Eine Transferpolitik, die dich überzeugt?

Naja, „kräftig investiert“ würde ich das nicht nennen. Vergleicht man diese Transferperiode mit unseren letzten, waren wir wirklich nicht sehr spendabel. Origi ist immerhin nur geliehen. Aber mich hat diese Transferperiode sicher mehr überzeugt als so eine, in der man Kevin De Bruyne zwei Tage vor Transferschluss verkaufte, um am letzten Tag schnell Julian Draxler zu holen. Brooks (und übrigens auch Uduokhai, wurde der nicht genannt, weil er nur eine Million kostete?), Origi und auch Verhaegh sind solide Transfers, die ihre Preise bisher auch locker wert sind.

GELSENKIRCHEN, GERMANY - DECEMBER 02: Jannes Horn of Koeln runs with the ball during the Bundesliga match between FC Schalke 04 and 1. FC Koeln at Veltins-Arena on December 2, 2017 in Gelsenkirchen, Germany. (Photo by Christof Koepsel/Bongarts/Getty Images)

Foto: Christof Koepsel/Bongarts/Getty Images

Wir dagegen haben im Sommer euer Eigengewächs Jannes Horn von Euch losgeeist. Hat dich der Transfer überrascht?

Hat er, weil wir ja gerade auch unseren Stamm-Linksverteidiger Ricardo Rodriguez verkauft hatten. Groß geärgert habe ich mich aber nicht, ich empfand ihn in seinen Spielen bei uns nie als berauschend.

Unser Jahr war ein Wechselbad der Gefühle – vom Europapokal zum jetzt schon fast sicheren Absteiger. War der Absturz für dich vorprogrammiert? Wie blickst du grundsätzlich auf den FC?

Ich glaube, eine Hinrunde mit (bisher) drei Punkten traut man grundsätzlich niemandem zu und wenn, dann einem unerfahrenen Aufsteiger, aber nicht dem FC. Ich bin mir aber ziemlich sicher, dass der FC nicht mit sechs Punkten als 18. die Saison beenden wird. Natürlich hat man schon einen immensen Rückstand auf Platz 15, aber neues Jahr, neues Glück.

Zum Schluss: Geißbock oder Wolf – wer hat am Samstag Grund zum Feiern? Dein Tipp, bitte!

2:1 für den FC.

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