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Report

Vereine, Sponsoren, Fans: Statista-Umfrage zur Bundesliga 2018

Der 1. FC Köln wird von deutschen Fußballfans als „echt“ und „emotional“ gesehen. Die weiteren Ergebnisse der Umfrage haben wir aufbereitet.

Foto: Juergen Schwarz/Bongarts/Getty Images

Das Unternehmen „Statista“ hat im Juni in einer groß angelegten Studie mehr als 3.000 deutsche Fußballfans zu unterschiedlichen Themen befragt. Dabei ging es um die Wahrnehmung der Vereine und deren Image, die durchschnittlichen Ausgaben und Gewohnheiten sowie natürlich auch die Art und Weise, wie man die Emotionen der Fans monetarisieren kann. Dies sei gleich zu Beginn dieses Textes angemerkt, denn die Umfrage leugnet gar nicht erst, dass sie in erster Linie darauf abzielt, die Gewinnoptimierung der Vereine durch die Erkenntnisse unterstützen zu wollen. Dafür müsse man zuerst die Fans „kennen“, bevor man sie „erreichen“, „aktivieren“ und schließlich „monetarisieren“ könne, wie es in der Studie heißt. Irgendein Ziel muss man damit ja auch verfolgen.

Mithilfe eines standardisierten Online-Fragebogens wurden die Fans befragt und es ergab sich wenig überraschenderweise, dass sich hochgerechnet auf die Gesamtbevölkerung etwa 45 Millionen Menschen in Deutschland für Fußball interessieren. Als „Fans“ können laut der Studie 36 Millionen Fans bezeichnet werden. Die Studie differenziert dann noch eine weitere Gruppe, die der „Hardcore“-Fans. Diese zeichnen sich dadurch aus, dass sie „Fan eines Vereins“ seien, „sich mehrfach in der Woche“ über diesen informierten, „Fan-Merchandise“ besäßen, „mehrfach in der Woche“ Fußball schauten und in einem Fan-Club organisiert seien. Über diese Definition lässt sich gewiss auch streiten, sie wurde allerdings in der Studie als Maßstab angelegt. Die „normalen“ Fans investieren im Jahr durchschnittlich 398 € für Fußball, bei „Hardcore“-Fans sind es 746 €.

Der 1. FC Köln wird im Vergleich weniger „gehasst“

Die wesentlichen Ausgaben beziehen sich auf Tickets, bei den normalen Fans sind allerdings Kosten für Pay-TV und Streaming-Dienste am höchsten. Durchschnittlich 55 € wurden in den letzten zwölf Monaten für Merchandise ausgegeben. Führend in den Bereichen Aufmerksamkeit und Beliebtheit sind wenig überraschend der FC Bayern München und Borussia Dortmund. Der 1. FC Köln liegt in Sachen „Aufmerksamkeit“ mit elf Prozent auf Rang fünf gleichauf mit dem HSV und Gladbach. In Bezug auf die „Zuneigung“ der Fans liegt der effzeh mit fünf Prozent auf Rang drei (zusammen mit Schalke, dem HSV und RB Leipzig).

Etwa ein Drittel der Fußballfans erachten den effzeh als „echt“ und „emotional“, womit der diesjährige Bundesliga-Absteiger jeweils den ersten Rang in diesen Dimensionen einnimmt. In Bezug auf die Tradition liegt der 1. FC Köln auf Rang drei hinter Hamburg und Schalke, auch in Sachen Familienfreundlichkeit ist man Dritter (hinter Freiburg und Bremen). Ein weiteres interessantes Ergebnis: „gehasst“ wird der 1. FC Köln nur von zwölf % der deutschen Fußballfans und damit weit weniger als andere Vereine. 22 % der Fans hegen Sympathien für den effzeh.

Überdurchschnittlich viele Fans des 1. FC Köln denken rechts

Etwas mehr als zwei Drittel der Fans des effzeh seien bei ihrem Verein geblieben, nur ein Drittel hätte sich erst nach der Bindung zu einem anderen Verein dazu entschieden, Fan des 1. FC Köln zu werden. Damit liegt der effzeh genau im Durchschnitt. Ähnlich sieht es mit dem Kauf von Merchandise in den letzten zwölf Monaten aus, was ebenfalls bei zwei Dritteln der Fans der Fall ist. Der Trikotsponsor des 1. FC Köln liegt mit 44 % auf Rang eins, was das Ansehen des Unternehmens betrifft.

Ein eher beunruhigendes Ergebnis: 19 % der Fußballfans in Deutschland ordnen sich dem rechten politischen Spektrum zu. 21 % der befragten Fans, die als Lieblingsklub den 1. FC Köln angaben, sind politisch rechts – damit haben nur Borussia Mönchengladbach und RB Leipzig prozentual mehr rechts denkende Fans. Dieser Umstand ist insbesondere vor dem Hintergrund rechter Fanklubs besorgniserregend und Grund genug, weiter für eine tolerante und offene Kurve zu kämpfen.

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Auf allgemeiner Ebene lassen sich weiterhin folgende, wenig überraschende Ergebnisse festhalten: Apps werden immer wichtiger in der Auseinandersetzung der Fans mit ihrem Lieblingsverein (hier ist der 1. FC Köln Vorreiter), gleichwohl Sendungen wie das „Aktuelle Sportstudio“ und die „Sportschau“ weiterhin die bekanntesten im Fernsehen sind. Die Social-Media-Posts von Fußballern begeistern eher jüngere Fans, während ältere eher nach journalistischen Angeboten Ausschau halten. Unter den vier wichtigsten Medienmarken in Deutschland befinden sich der „kicker“ (von 35 % der Fans genannt), die „Bild“ (28 %), die „Sportschau“ (23 %) und „Sport 1“ (21 %).

Die Studie im Detail findet sich auf der Webseite von Statista (hier klicken).

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