ANZEIGE

Lange sah es so aus, als würde auch die U21 des 1. FC Köln aus der Regionalliga absteigen – zwei Spieltage vor Schluss sieht es allerdings ganz gut aus in Sachen Klassenerhalt. Für die kommende Saison gibt es dennoch noch jede Menge Baustellen.

Während die Profimannschaft des 1. FC Köln seit dem vergangenen Samstag Planungssicherheit hat, was die kommende Saison betrifft, ist der Klassenerhalt der U21 in der Regionalliga West trotz einer guten Ausgangsposition noch nicht sicher. Nach dem verheerenden Saisonstart, der analog zu den Profis verlief, kämpfte sich die Mannschaft nach Amtsübernahme durch Trainer André Pawlak immer weiter nach oben. Zwei Spieltage vor Saisonende sind die jungen „Geißböcke“ mittlerweile auf Rang 13 angekommen und haben vier Punkte Vorsprung auf den ersten Abstiegsplatz, den momentan die zweite Mannschaft von Fortuna Düsseldorf belegt. Dort spielte Pawlaks Mannschaft am vergangenen Samstag 0:0 und verpasste somit den vorzeitigen Klassenerhalt. Dieser sollte dann nach Möglichkeit in den beiden verbleibenden Spielen gegen Dortmunds Zweite und den Wuppertaler SV erreicht werden – die beiden kommenden Gegner stehen momentan auf Rang vier und drei.

Fortunas Zweite muss noch gegen den Bonner SC und Rot-Weiß Essen ran. Interessant sind die beiden Saisonverläufe der Zweitvertretungen der rheinischen Konkurrenten: Während man in der Landeshauptstadt gut in die Saison startete und erst am 30. Spieltag auf einen Abstiegsplatz abrutschte, kletterte die U21 des 1. FC Köln gerade noch rechtzeitig aus dem Keller. Zu Beginn der Saison sah es so aus, als würden neben den Profis auch der Nachwuchs in der Regionalliga sang- und klanglos absteigen. Der tragische Tod von Co-Trainer Uwe Fecht und der damit zusammenhängende Abschied von Cheftrainer Patrick Helmes sorgten dafür, dass die sportlich ohnehin schon angeschlagene Mannschaft auch psychisch einiges zu verarbeiten hatte.

Pawlak führt die U21 des 1. FC Köln aus dem Keller

Zum 1. Oktober übernahm dann André Pawlak, der die Mannschaft nach und nach aus dem Tabellenkeller führte und jetzt kurz vor dem Klassenerhalt steht – dieser wäre wichtig, um den Nachwuchskräften des 1. FC Köln auch weiterhin die Möglichkeit zu geben, im Seniorenfußball möglichst hoch spielen zu können, auch wenn es danach nicht für einen Kaderplatz in der ersten Mannschaft reicht. Spieler wie Chris Führich, der mittlerweile wieder in Norwegen spielende Birk Risa, Anas Ouahim oder auch Filip Kusic kamen in dieser für den 1. FC Köln so schwierigen Saison zwischenzeitlich auch in der ersten Mannschaft zum Einsatz. Eine Perspektive als Profis in Köln besteht für sie jedoch offenbar nicht. Deswegen ist davon auszugehen, dass es im Sommer zu einem erheblichen Umbruch im Kader der U21 kommt.

Yann-Aurel Bisseck im Bundesliga-Heimspiel gegen Berlin | Foto: Lars Baron/Bongarts/Getty Images

Viele Verträge laufen im Juni aus, darunter die von älteren Leistungsträgern wie Roman Prokoph, Marius Laux oder Florian Hörnig. Andere Spieler wie Ouahim, Kusic und Ratifo sollen laut Informationen von „Reviersport“ das Interesse von Zweit- und Drittligisten geweckt haben. Von daher dürfte es momentan für die sportlichen Verantwortlichen in der höchsten Nachwuchsebene des 1. FC Köln eine große Aufgabe sein, einen konkurrenzfähigen Kader für die kommende U21-Saison auf die Beine zu stellen. Fest steht bisher nur, dass acht Spieler aus dem älteren derzeitigen U19-Jahrgang aufrücken. Dazu gehören Marvin Rittmüller, Torwart Jan-Christopher Bartels, Calvin Brackelmann, Leon Augusto, Kenan Akalp, Kaan Caliskaner sowie Brady Scott und Nebiyou Perry, die bereits in dieser Saison in der U21 zum Einsatz kamen.

Viele offene Baustellen im Nachwuchs in der kommenden Saison

Viel wichtiger dürfte jedoch momentan die Frage sein, welcher Trainer in der nächsten Saison die Zügel bei der U21 in der Hand hält. Während André Pawlak ab Juni beim DFB zum Fußballlehrer ausgebildet werden wird, endet für seinen Vorgänger Patrick Helmes seine Zeit in Erfurt – Helmes wird aber mit Pawlak zusammen den Fußballlehrer-Lehrgang absolvieren. Dem Vernehmen nach soll nun Markus Daun, aktuell noch Co-Trainer unter Ruthenbeck bei den Profis, die U21 übernehmen – er könnte allerdings laut dem „Geissblog.Köln“ auch als Co-Trainer unter Markus Anfang arbeiten. Der Posten in der U19 ist ebenfalls offen, weshalb viel davon abhängen wird, wie sich Stefan Ruthenbeck entscheidet und ob er die U19 wieder übernimmt.

Dementsprechend gibt es im Kölner Nachwuchs momentan viele personelle Baustellen, die im Hintergrund bearbeitet werden dürften. Wichtig ist dabei jedoch, dass das Aushängeschild des Nachwuchses, die U21, die Klasse hält und auch in der kommenden Saison in der Regionalliga spielt. Damit werden den Nachwuchsspielern exzellente Bedingungen geboten, um sich im Übergang von Jugend- in den Seniorenbereich gegen ältere und bessere Spieler messen zu können. Dabei ist es auch nicht entscheidend, dass alle Spieler von der U21 zu den Profis rücken, das funktioniert bekanntlich nicht. Wichtig ist jedoch, den bestens ausgebildeten U19-Spielern sofort die Möglichkeit zu geben, sich im Profifußball (dazu zählt die vierte Liga in Deutschland auch) zu erproben. Und wenn dort jemand derartig überzeugt, dass er eine Option für die Profis ist, dann ist das sehr gut. Wenn er aber wie beispielsweise vielleicht Ouahim oder Kusic zu einem anderen Profiverein wechselt, dann ist das auch gut.

Zwar soll es nicht das Ziel sein, den deutschen Fußball mit Kölner Nachwuchsfußballern zu überschwemmen, aber die Kaderplätze bei den Profis sind nun mal rar. In der kommenden Saison stehen mit Horn, Kessler und Hector drei Spieler fest, die aus dem eigenen Nachwuchs kommen und mit in die zweite Liga gehen. Fraglich ist, ob Christian Clemens bleibt, Salih Özcan und Lukas Klünter wurden zuletzt mit anderen Vereinen in Verbindung gebracht. Als realistische Kandidaten für einen Kaderplatz in der kommenden Saison gelten Yann-Aurel Bisseck und Nikolas Nartey.

>>>Reaktion auf Offenen Brief des 1. FC Köln: Ultras fordern Rücktritt des Vorstands

Teilen:

Der Kommentarbereich ist geschlossen.