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Nicht Robert Lewandowski, nicht Nils Petersen: Simon Terodde ist der effizienteste Angreifer der Bundesliga. Am Sonntag trifft er auf seinen Ex-Verein.

Wenn der 1. FC Köln am Sonntagnachmittag auf den VfB Stuttgart trifft, kommt einem in den Reihen der „Geißböcke“ wieder eine ganz besondere Bedeutung zu: Simon Terodde soll in vorderster Front dafür sorgen, dass die Kölner im Kampf um den Klassenerhalt weiter von einem Wunder träumen dürfen. Für den 29-jährigen Angreifer wird es darüber hinaus ein Aufeinandertreffen mit der eigenen Vergangenheit.

Bis zur Winterpause stand Terodde nämlich noch bei den Schwaben unter Vertrag und war in der Saison 2016/17 ein wichtiger Faktor für den direkten Wiederaufstieg des VfB. Mit 25 Treffern ballerte der Torjäger die Stuttgarter wieder in die Bundesliga, wo es dann allerdings nicht mehr so gut für ihn lief. Lediglich zweimal durfte er im Dress des dreimaligen Deutschen Meisters zu seinem Salut-Jubel ansetzen, im Laufe der Hinrunde blieb für den Führungsspieler zunehmend nur ein Platz auf der Bank. Die Folge: Terodde wechselte zum 1. FC Köln, für den er bereits von 2009 bis 2011 spielte (fünf Bundesliga-Kurzeinsätze, kein Tor).

Terodde: Fünf Tore in sieben Spielen

Eine Entscheidung, die der 1,92 Meter große Sturmhüne nicht bereuen dürfte: Dank seiner Treffer träumen die Rheinländer weiter vom Klassenerhalt. Bei seinem Debüt im Derby gegen Mönchengladbach köpfte Terodde sein Team in der buchstäblich letzten Sekunde der Nachspielzeit zum Sieg, eine Woche später war er beim Auswärtserfolg in Hamburg mit einem Doppelpack der entscheidende Mann. Insgesamt kommt der Winter-Neuzugang, der in allen sieben FC-Partien seit seiner Verpflichtung in der Startelf stand, bereits auf fünf Tore, ist damit der erfolgreichste Schütze der „Geißböcke“.

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„Ich weiß, dass ich die Qualität habe, auch in der Bundesliga Erfolg zu haben. Das muss ich nun unter Beweis stellen. Es ist eine Floskel, aber sie stimmt nun einmal: Stürmer werden an ihren Toren gemessen“, betonte Terodde nach seinem Wechsel an den Rhein. Und die strengen Maßstäbe der FC-Fans hat er in den ersten Wochen mehr als erfüllt.

Extrem effizient und einsatzfreudig

Mit seinen Abschlussqualitäten widerlegt der robuste Angreifer alle Zweifler, die ihm die Bundesliga-Tauglichkeit abgesprochen haben. Lediglich zwölf Torschüsse brauchte der FC-Angreifer für seine fünf Erfolgserlebnisse, kein Spieler mit über zehn Versuchen kann eine derart gute Quote sein Eigen nennen. Nicht Robert Lewandowski, nicht Nils Petersen: Simon Terodde ist der effizienteste Angreifer der Bundesliga.

COLOGNE, GERMANY - JANUARY 14: Simon Terodde of Koeln celebrates with team mates after scoring his teams winning goal during the Bundesliga match between 1. FC Koeln and Borussia Moenchengladbach at RheinEnergieStadion on January 14, 2018 in Cologne, Germany. (Photo by Lars Baron/Bongarts/Getty Images)

Foto: Lars Baron/Bongarts/Getty Images

Doch nicht nur wegen seiner Torgefahr ist der 29-Jährige wichtig für den 1. FC Köln: Als körperlich und spielerisch präsente Anspielstation ist Terodde im Offensivspiel der Mannschaft von Trainer Stefan Ruthenbeck ein Fixpunkt, dazu stört der Angreifer durch enorme Laufleistung als erster Verteidiger den Spielaufbau des Gegners. „Wie Simon heute gegen den Ball gearbeitet hat, wie er sich im Zweikampf aufgerieben hat, wie er nachgesetzt und gegrätscht hat – das ist ein Typ, den wir vorne gebraucht haben. Das ist genau das, was wir wollten. Und wenn er dann noch entscheidende Tore macht, ist es umso besser“, schwärmte Stefan Ruthenbeck nach dem Derbysieg zum Rückrundenauftakt von der Einsatzbereitschaft seines Stoßstürmers.

Doppelpack beim letzten Duell mit Stuttgart

Auf die wird es auch gegen seinen Ex-Verein ankommen, denn der VfB Stuttgart kommt mit breiter Brust ins Kölner RheinEnergieStadion. Zehn Punkte konnten die Schwaben seit dem Trainerwechsel zu Tayfun Korkut einfahren, verschafften sich dadurch im Abstiegskampf etwas Luft.

Eine Situation, von der der FC aktuell nur träumen kann – auf dem Weg, den als Wunder empfundene Klassenerhalt doch noch zu sichern, ist für die Ruthenbeck-Schützlinge jeder Punkt enorm wichtig. Rücksicht auf die alten Weggefährten wird Terodde daher kaum nehmen können, auch wenn er keinesfalls im Groll vom VfB geschieden ist. „Ich bin froh, dass der Wechsel reibungslos abgelaufen ist. Ich konnte mich persönlich bei der Mannschaft und den Fans verabschieden. Das war mir wichtig“, betont der Angreifer.

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Für ihn wird es nicht nur das erste Aufeinandertreffen mit den alten Kollegen, es wird für Terodde auch das allererste Bundesliga-Duell mit dem VfB Stuttgart: Noch nie stand der Angreifer den Schwaben gegenüber. Nur im DFB-Pokal gab es das Duell bereits einmal, der Punktsieger hieß ganz klar: Simon Terodde. Beim 2:0-Erfolg seines damaligen Clubs VfL Bochum gegen den VfB erzielte er beide Treffer. Sollte das am Sonntag ähnlich ausgehen, der FC-Angreifer würde sich sicherlich nicht beschweren.

Dieser Text erschien zuerst auf bundesliga.de

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