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Meinung

Stefan Müller-Römer im Vorstand des 1. FC Köln: Die richtige Entscheidung

Der Mitgliederrat entsendet seinen Vorsitzenden Stefan Müller-Römer in das Präsidium des 1.FC Köln. Damit trifft er die richtige Entscheidung. Die Handlungsfähigkeit des Vereins ist gewährleistet. Unser Kommentar.

Müller-Römer
Stefan Müller-Römer | Foto: Sebastian Bahr

Für beide wird es nun ungemütlich. Vor allem Ritterbach hatte in den letzten Tagen mit riesigem Einsatz versucht, die Entsendung Stefan Müller-Römers zu verhindern. Er und Schumacher wissen genau, was die Stunde geschlagen hat. Die Konsequenz? „Jetzt setzen wir auf eine konstruktive Zusammenarbeit sowohl im Vorstand als auch im Gemeinsamen Ausschuss im Sinne des 1. FC Köln.“ Jetzt also – bestand dafür zuvor etwa keine Möglichkeit? Nachdem Markus Ritterbach im Interview mit der „Kölnischen Rundschau“ als auch im Gespräch mit „Sky“ seine mangelnde Professionalität unter Beweis gestellt hatte, folgte nun der nächste kleine Lapsus – in der eigenen Pressemitteilung.

Tatsächlich wollen beide Vizepräsidenten im Herbst erneut für den Vorstand kandidieren. Was sie dafür qualifizieren soll, bleibt nach wie vor unklar. Bei allen inhaltlichen Unzulänglichkeiten haben sie sich auch in mehrfacher Hinsicht als illoyal erwiesen: Sie erledigten ihren demokratisch legitimierten Ex-Kollegen Spinner, nachdem ein Angestellter ihn öffentlich attackiert hatte und sie verbündeten sich mit den Geschäftsführern, statt ihre Vorstandsrolle ernst zu nehmen. Ob sie sich dahingehend in den nächsten Monaten ändern können, wird die Zeit zeigen.

Verhaltene Reaktion von Armin Veh

Alexander Wehrle und Armin Veh profitieren von der Entsendung Müller-Römers ebenfalls nicht: Die Mehrheiten im Gemeinsamen Ausschuss haben sich erheblich verändert. Die Geschäftsführer stehen nun auch unter Beobachtung. Ihr Einfluss übersteigt ihre Bedeutung für den Verein ohnehin inzwischen meilenweit. Der Spinner-Rücktritt dürfte im deutschen Profifußball schließlich ein einmaliger Vorgang gewesen sein: Die Geschäftsführer sprachen sich gegen eine weitere Zusammenarbeit mit ihrem de-facto-Vorgesetzten aus. Dafür wurden sie nicht entlassen und der Vorgesetzte trat zurück.

BERLIN, GERMANY - JANUARY 31: Sports director Armin Veh of Koeln looks on prior to the Second Bundesliga match between 1. FC Union Berlin and 1. FC Koeln at Stadion An der Alten Foersterei on January 31, 2019 in Berlin, Germany. (Photo by Stuart Franklin/Bongarts/Getty Images)

Armin Veh | Foto: Stuart Franklin/Bongarts/Getty Images

Insbesondere Armin Veh scheint seine Autorität zu überschätzen und sich für unantastbar zu halten. Gestern erst sagte der Geschäftsführer bei „100 % Bundesliga – Fußball bei Nitro“ noch: „Ich kann nicht damit leben, wenn Interna rauskommen. Das schadet dem Club und wenn sich das nicht ändert, wird es schwierig mit mir.“ Ja… Nicht auszudenken, was passieren würde, wenn ein Angestellter nach einem Auswärtssieg vor der Presse seine Differenzen mit einem Präsidiumsmitglied öffentlich macht.

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Nebenbei stellte sich Veh, ob gewollt oder nicht, noch ein schwaches Zwischenzeugnis für seine Arbeit aus: „Ich weiß nicht, wie es geht. Aber wie es nicht geht, das weiß ich.“ Wie die künftige Zusammenarbeit mit Stefan Müller-Römer funktionierten wird, ist offen. „Wir werden uns zusammen setzen und zusammen arbeiten, so gut es möglich ist.“

Mehr Sacharbeit, weniger Schlammschlacht

Kurzfristig bedeutet Müller-Römers Einzug in den Vorstand mehr Sacharbeit und weniger Schlammschlacht. Intern kommt es nun vor allem darauf an, wie die „Gegenseite“ agiert. Mit Stefan Müller-Römer erhalten sie einen Gegenspieler, der den Erfolg des Vereins über alles andere stellt und dafür rund um die Uhr arbeiten wird. Zudem verfügt der Neue über erheblichen Rückhalt in den Gremien und dem Umfeld des Vereins. Versuche, ihn in der Presse oder auf sonstige Art anzuschießen, werden sofort offensichtlich sein. Wenn sich seine bisherigen Gegner gegenüber ihrem neuen Vorgesetzten öffentlich zurücknehmen und sich auf die sportliche Weiterentwicklung konzentrieren, also den Vereinserfolg in den Mittelpunkt ihres Handelns stellen, würden jedoch alle profitieren.

Müller-Römers Entsendung ist ein Signal dafür, dass der Mitgliederrat sich diesen Fokus wünscht. Der Vorschlag für ein neues Vorstandsteam dürfte in eine ähnliche Richtung deuten. Klar ist aber auch: Alle Risse im gespaltenen Club zu kitten, kann man in der kurzen Zeit vom neuen Vorstandsmitglied kaum erwarten. Diese schwierige Aufgabe wird ab September dem neuen Vorstand vorbehalten bleiben. Müller-Römer wird dann in den Mitgliederrat zurückkehren – und den Herrschaften wieder ganz genau auf die Finger schauen.

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