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Kurz & Knapp

Präsident Grindel: DFB will bis auf Weiteres auf Kollektivstrafen verzichten

Bis auf weiteres will der DFB auf Kollektivstrafen gegenüber Fußballclubs und Fans verzichten. Das teilte DFB-Präsident Reinhard Grindel am Mittwoch mit.

Foto: Oleg Nikishin/Bongarts/Getty Images

Bis auf Weiteres will der DFB auf Kollektivstrafen gegenüber Fußballclubs und Fans verzichten. Das teilte DFB-Präsident Reinhard Grindel am Mittwoch mit.

Der Deutsche Fußball-Bund will in Zukunft auf sogenannte Kollektivstrafen für Fans verzichten und damit im andauernden Streit um Fan-Ausschreitungen auf die Anhänger zugehen. „Der DFB empfiehlt seinem Kontrollausschuss, bis auf Weiteres darauf zu verzichten, Strafen zu beantragen, die unmittelbare Wirkung auf Fans haben, deren Beteiligung an Verstößen gegen die Stadionordnung nicht nachgewiesen ist. Wir wollen für diesen Zeitraum keine Sanktionen wie die Verhängung von Blocksperren, Teilausschlüssen oder ‚Geisterspielen’“.

Die Unabhängigkeit der DFB-Sportgerichtsbarkeit bleibe davon aber unberührt, so Grindel weiter. Das heißt, inwieweit sich das Gericht des DFB an die Empfehlung halten wird, ist unklar. Grindel spricht jedoch davon, „den Diskurs über Möglichkeiten zur Verhinderung von Zuschauerfehlverhalten einerseits sowie eine Weiterentwicklung der Sportgerichtsbarkeit intensivieren“. Dazu habe man zum Jahresanfang die Projektgruppe „Verbandsrecht und Zuschauerverhalten“ gegründet.

Foto: PATRIK STOLLARZ/AFP/Getty Images

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Zu den Gründen für das Umdenken: „Wir haben verstanden, dass es um mehr geht. Der Fußball in Deutschland steht auch für Stehplätze, faire Eintrittspreise und die 50+1-Regel. Der DFB meint es mit dem Angebot zum Dialog ernst.“ Kollektivstrafen als Maßnahme kritisieren Fanvertreter schon lange, doch zum Beginn der neuen Saison hatte sich in vielen Stadion vereinsübergreifender Fanprotest formiert. So kündigte das Fanbündnis „ProFans“ vor einigen Tagen „geballten und flächendeckenden Protest“ an. Zur ersten Runde des DFB-Pokals schallte vielerorts Kritik am DFB und dessen Vorgehen von den Tribünen. Auch Effzeh-Sportdirektor Jörg Schmadtke hatte zuletzt ein Umdenken seitens der DFL und des DFB gefordert.

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Inwiefern das Zugeständnis des DFB ernst gemeint ist, bleibt abzuwarten, doch eins ist klar: Nun sind die Fanszenen am Zug. Wie werden die Kurven auf die Aussage Grindels reagieren? Die Bundesliga startet am Freitag in den ersten Spieltag, der effzeh trifft am Sonntag im rheinischen Derby auf Borussia Mönchengladbach.

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