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Vorspiel

Nach vorn gegen Paderborn

Drei Punkte auf den Relegationsplatz. Wer vom Aufstieg träumt, muss Paderborn bezwingen. Packen wir es an!

© effzeh.com

Paderborn? Gegen die hätten wir uns früher nicht einmal umgezogen. In Adiletten hätten wir die mit 6:0 vom Platz geschossen. So oder so ähnlich dürfte noch vor kurzer Zeit die Stimmungslage bei Fans, Vereinsverantwortliche und vermutlich auch der Mannschaft gewesen sein, wenn unglamouröse Gegner vom Format des SC Paderborn auf dem Spielplan auftauchten. Und dann wurde von früheren Zeiten geträumt, als noch Juventus Turin, FC Liverpool, Real Madrid oder Nottingham Forest unsere Kontrahenten waren.

Doch jetzt weht am Geißbockheim ein ganz anderer Wind: Die von einem früheren FC-Manager (dessen Name mir leider entfallen ist) ausgerufene Elitäre Arroganz ist passé, jetzt wird in Köln (für Rheinländer ganz untypisch) seriös und hart gearbeitet. Denn ein Traum ist in der Schicksalsgemeinschaft 1.FC Köln noch übrig geblieben: Der Traum vom Aufstieg. D Dafür ist, bei allem Respekt gegenüber dem Gegner, ein Heimsieg gegen den SC Paderborn Pflicht. Packen wir es an!

Ausgangslage

Wir können gleichziehen. Wovon in der Hinrunde noch niemand zu träumen gewagt hatte, kann gegen die Gäste aus Ostwestfalen Realität werden: Wir könnten mit dem Verein vom „Betzeberg“ (um nicht in den Gossenjargon verfallen zu müssen) auf dieselbe Punktzahl kommen. Zumindest bis Montagabend, wenn der Verein, der doch soooo unendlich wichtig für die Region ist, bei Eintracht Braunschweig antreten muss. Vor der Kür – diese aus unserer Sicht angenehme Situation, Zuschauer zu sein, wenn den „Roten Teufeln“ der Pferdefuß schlottert – müssen wir allerdings erst die Pflicht erfüllen. Und die heißt am Samstag im Müngersdorfer Stadion: Heimsieg gegen den SC Paderborn.

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Wie es sich anfühlt, ein Spiel selbst gegen stärkere Zweitligagegner vor eigenem Publikum souverän nach Hause zu bringen, konnte die Mannschaft von Trainer Stanislawski gegen Union Berlin erfahren. Und was für eine solche Leistung notwendig ist: Laufbereitschaft, Zweikampfstärke, Ball- und Spielkontrolle sowie den entscheidenden Punch im gegnerischen Strafraum. Wenn all diese Komponenten zusammenkommen, muss den von allen Seiten hochgelobten rot-weißen Fans nicht bange um die „Festung Müngersdorf“ sein. Bis auf die leidige Chancenverwertung war auch alles beim trotz Punkteverlusts starken Auftritt in Frankfurt präsent. Sehen wir es pragmatisch: Gegen Paderborn stehen jetzt noch mehr Fans hinter unseren rot-weißen Göttern, um die Kugel über die Linie zu brüllen.

Mit den Ostwestfalen kommt allerdings eine Mannschaft ins Müngersdorfer Stadion, die keinen allzu schlechten Start ins neue Jahr erwischt hat. Nach der Niederlage gegen Eintracht Braunschweig zum Auftakt gewann das Team von SCP-Coach Stephan Schmidt drei Spiele in Folge (in Ingolstadt, zuhause gegen Aue und auswärts beim SV Sandhausen). Erst Energie Cottbus konnte in der vergangenen Woche den Höhenflug der Paderborner stoppen. Der FC sollte also vorgewarnt sein: Mit Brückner und Meha verfügt der SCP über zwei spielstarke Mittelfeldakteure, die insbesondere in Kontersituationen für Gefahr sorgen können.

Unsere rot-weißen Götter sollten also dafür sorgen, dass das Spiel möglichst schnell unter die Kontrolle des Geißbocks gerät. Ein weiterer Trumpf könnten erneut die Fans in Müngersdorf darstellen. „Vor 40000 Zuschauern haben noch nicht viele von uns gespielt. Wir wollen diese tolle Atmosphäre aufsaugen und genießen“, ist sich auch Gästetrainer Schmidt der Situation bewusst. Eine starke Anfangsphase könnte daher das kölsche Publikum zum 12. Mann werden lassen, so dass die Begegnung bereits vor der Pause in den richtigen Bahnen verläuft.

Personelle Lage

Keine störungsfreie Woche liegt hinter dem 1.FC Köln und Trainer Holger Stanislawski: Anthony Ujah und Kevin Wimmer mussten aufgrund Blessuren mit dem Training aussetzen, sollten aber am Wochenende einsatzbereit sein. Ob Ersatztorwart Thomas Kessler seine Oberschenkelzerrung rechtzeitig auskurieren konnte, ist nicht bekannt. Sollte er ausfallen, wird ihn, wie schon in Frankfurt, U21-Keeper Marcel Schuhen ersetzen. Sturmtank Stefan Maierhofer litt unter der Woche an Magen-Darm-Problemen, dürfte aber dennoch gegen Paderborn zum Einsatz kommen.

Positive Nachrichten dagegen von einem Langzeitverletzten: Adil Chihi kam beim Nachholspiel der U21 bei den Sportfreunden Siegen über 45 Minuten zum Einsatz.  Auch Sascha Bigalke spielte bei der 0:1-Pleite eine Halbzeit lang. Beide konnten sich allerdings bei Tribünengast Stanislawski nicht nachhaltig empfehlen. Ob Chihi daher gegen Paderborn bereits zum Kader zählt, dürfte anhand der gezeigten Leistung bezweifelt werden.

Bei den Ostwestfalen ist die Personalsituation angespannter: Manuel Gulde und Mahir Saglik fallen aus, Christian Strohdiek und Patrick Ziegler stehen aufgrund grippaler Infekte auf der Kippe. Eines kann jedoch beim Spiel gegen den SC Paderborn nicht passieren: Dass ein ehemaliger FC-Akteur ein Riesenspiel oder ein Tor macht. Die Ostwestfalen haben keinen einzigen Ex-Kölner in ihren Reihen.

Schiedsrichter

Die Partie wird Daniel Siebert leiten, der damit sein erstes Spiel mit Beteiligung des 1.FC Köln pfeifen darf. Der SC Paderborn hatte bereits einmal das Vergnügen mit dem Berliner Unparteiischen: 2010 pfiff er die Ostwestfalen beim 3:1-Heimsieg über 1860 München. Seit der Saison 2009/2010 ist der 28-Jährige in der 2. Bundesliga aktiv und schaffte zu dieser Spielzeit den Sprung in die höchste deutsche Spielklasse.

In sechs Einsätzen in der diesjährigen Zweitligasaison zeigte der Sportwissenschaftler einen Platzverweis und 19 Gelbe Karten. Bei seinen sechs Spielen in der 1. Liga zückte Siebert 22 Verwarnungen, musste aber keinen Spieler des Feldes verweisen. An der Linie assistieren dem Berliner seine Kollegen Markus Schüller (Korschenbroich) und Jan Seidel (Henningsdorf). Vierter Offizieller ist Arne Aarnink aus Nordhorn.

Stimmen aus der Redaktion

Dominik: „Pader … *gäääähn* boring? Whatever. Mit den Fans im Rücken, mit dem Enthusiasmus kann das ja eigentlich… oh wait: effzeh. Okay, dann verlieren wir eben. Ach, was weiß ich schon. Das einzige, was zählt, ist ja eh nur, um elf das erste Bier in der Hand zu halten. In diesem Sinne: wir sehen uns auf der Südtribüne.“

PapaLoewe: „Alles deutet auf einen Sieg hin. Das war noch nie ein gutes Omen… Aber lassen wird das. Gönnen wir der Mannschaft, dem Verein und uns Fans doich einfach ein 3:1. COME ON EFFZEH!“

taneu: „Seit 12 Ligaspielen ungeschlagen! Die Serie wird irgendwann reißen. Ob uns die Paderborner auf den Boden der Tatsachen zurückholen? Ich hoffe nicht.“

gerosimo: „Vor genau einer Halbserie war es das Spiel in Paderborn, welches den 1. FC Köln dank des Auswärtssieges von einem Abstiegsplatz „rettete“. Der weitere Weg der Saison ist eine effzeh-Erfolgsgeschichte, die am Samstag eine Fortsetzung finden wird. Damit Paderborn wieder dafür sorgt, dass der effzeh sich in einen anderen Tabellenbereich rettet, müssen die Ostwestfalen ja quasi nur mit 0:6 verlieren. Für mich wäre das so ok …“

Clonelow: „Hab voll einen im Tee. Egal! De effzeh gewinnt!“

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