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Jorge Meré bei der U21-EM: Achterbahnfahrt zum Titel

Jorge Meré ist U21-Europameister mit Spanien. Der Kölner Abwehrspieler kam gegen die DFB-Elf zwar nicht zum Einsatz, überzeugte aber in der Vorrunde bei seinen drei Einsätzen.

BOLOGNA, ITALY - JUNE 16: Spain team line up before the 2019 UEFA U-21 Group A match between Italy and Spain at (insert stadium name) on June 16, 2019 in Bologna, Italy. (Photo by Marco Luzzani/Getty Images)
Foto: Marco Luzzani/Getty Images

Während sich die Profis des 1. FC Köln auf den Trainingsauftakt in der kommenden Woche vorbereiten, war Jorge Meré in den vergangenen zwei Wochen für die U21 seines Heimatlandes Spanien bei der Europameisterschaft in Italien im Einsatz. Im Finale am Sonntag gegen die deutsche Mannschaft gewann seine Mannschaft mit 2:1, der Kölner Abwehrspieler kam allerdings nicht zum Einsatz.

Es war die Neuauflage des Finals aus dem Jahr 2017, als beide Mannschaften ebenfalls aufeinandertrafen und Deutschland durch ein Tor des ehemaligen Kölners Mitchell Weiser mit 1:0 gewinnen konnte. Damals stand Meré noch bei Sporting Gijon unter Vertrag und in vier Spielen über die komplette Distanz auf dem Feld. Mittlerweile hat der Kölner Innenverteidiger 31 (ohne Finale)/32 (mit Finale) Länderspiele für die Nachwuchs-Auswahlmannschaft des spanischen Fußballverbands absolviert – nur Gerard Deulofeu hat mit 36 Einsätzen mehr absolviert.

Schwach gestartet

In der Vorrunde des Turniers in diesem Jahr hatte Meré alle drei Spiele bestritten und 270 Minuten Einsatzzeit bekommen. Die Iberer waren dabei mit einer 1:3-Niederlage gegen Gastgeber Italien denkbar schlecht ins Turnier gestartet – an der Seite von Jesus Vallejo (ehemals Eintracht Frankfurt und jetzt wieder Real Madrid) konnte der Kölner Innenverteidiger seiner Mannschaft auch nicht die nötige Stabilität verleihen.

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Meré wurde dabei im Gegensatz zu der jüngeren Vergangenheit in Köln als halblinker Innenverteidiger in einer Viererkette eingesetzt. Beim 1. FC Köln spielte er zuletzt als halbrechter Innenverteidiger in einer Dreierkette, was natürlich eine andere Aufgabenstellung umfasst. Mit Aaron Martin vom 1. FSV Mainz 05 spielte ein weiteres bekanntes Gesicht aus der Bundesliga neben dem Rechtsfuß.

Im Halbfinale dann kein Einsatz mehr für Jorge Meré

Im zweiten Gruppenspiel gegen die Belgier zeigte sich „La Rojita“ dann wieder von ihrer besseren Seite: Durch ein spätes Freistoßtor von Pablo Fornals brachten sich die jungen Spanier in eine gute Ausgangsposition für den letzten Spieltag gegen Polen. Mit einem hohen Sieg konnten sich Meré und Kollegen noch den Gruppensieg sichern, was sie letztlich auch taten: Die Polen besiegten Meré und Kollegen mit 5:0, Spanien zog ins Halbfinale gegen Frankreich ein. Meré hatte erneut als linker Innenverteidiger (dieses Mal an der Seite von Unai Núñez) defensiv wenig Probleme und konnte insbesondere als Aufbauspieler überzeugen.

BOLOGNA, ITALY - JUNE 16: Nicolo Barella of Italy in action during the 2019 UEFA U-21 Group A match between Italy and Spain at Renato Dall'Ara stadium on June 16, 2019 in Bologna, Italy. (Photo by Claudio Villa/Getty Images)

Foto: Claudio Villa/Getty Images

Insofern war es schon eine Überraschung, dass Spaniens U21-Coach Luis de la Fuente im Halbfinale gegen die junge Équipe Tricolore auf das Duo Núñez und Vallejo setzte – beide hatten im bisherigen Turnierverlauf so nicht zusammengespielt. Das überzeugende 4:1 gegen die Franzosen war jedoch ein gutes Argument für beide – Meré schaute 90 Minuten von der Bank aus zu.

Zum Vergleich: Vallejo kam in der abgelaufenen Saison auf vier Liga-Einsätze für Real Madrid, Unai Núñez spielte elf Mal für Athletic Bilbao – Jorge Meré lief in 26 Spielen in der zweiten Liga auf. Der Unterschied zwischen der Qualität in Spielen der 2. Bundesliga und der Trainingseinheiten bei Real Madrid soll aber an dieser Stelle auch nicht kleingeredet werden.

Nach dem Ende der Zeit als U21-Spieler: Merés Entwicklung geht weiter

Im Finale gegen die Mannschaft von Stefan Kuntz spielte Meré zwar nicht, kann sich nun aber trotzdem U21-Europameister nennen. Nach diesem Sommer hat er zudem die Altersgrenze für die U21 überschritten, weswegen der mittlerweile 22-Jährige sich in der Nationalmannschaft nun mit prominenter Konkurrenz messen muss, wenn er einen Kaderplatz in der Nationalmannschaft ergattern will: Sergio Ramos spielt noch, die jüngere Garde um Inigo Martinez, Diego Llorente und Mario Hermoso ist qualitativ auch nicht ganz so schlecht.

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Der Vertrag des Spaniers in Köln läuft noch bis 2023 und nach guten Leistungen in der kommenden Saison wäre es für den FC durchaus möglich, mit Meré einen Umsatz über 15 oder gar 20 Millionen Euro zu erzielen, wenn er beispielsweise an einen größeren spanischen Verein verkauft wird. 2017 war er für kolportierte sieben Millionen Euro aus Gijon in die Domstadt gewechselt. Die Leistungsdaten in der spanischen U21 sprechen auf jeden Fall für ihn. Unter Achim Beierlorzer dürfte er in der kommenden Saison als einer der wenigen Spieler gesetzt sein und noch mehr Verantwortung als Abwehrchef schultern.

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