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Nachspiel

Auswärtssieg in Regensburg: Drexler macht im Kampfspiel den Unterschied

Zweimal Drexler, einmal Terodde – im „schwersten Spiel seit Wochen“ hält sich der 1. FC Köln schadlos und gewinnt mit 3:1 in Regensburg. Unser Nachspiel über die Geschichten der Partie.

Foto: Sebastian Widmann/Bongarts/Getty Images

Auf dem Weg zurück in die erste Bundesliga hat der 1. FC Köln die nächste Hürde genommen: Beim zuvor zehn Spiele ungeschlagenen SSV Jahn Regensburg gewann die Mannschaft von Markus Anfang mit 3:1 (2:0). Im Vorfeld der Partie hatte es aufgrund der vielfachen verletzungsbedingten Ausfälle ein paar Zweifel gegeben, schließlich fielen mit Hector, Höger und Schaub drei bedeutende Akteure aus. Die Zweifel erwiesen sich als unbegründet, weil die nachrückenden Spieler ebenfalls durch gute Leistungen überzeugten – namentlich Koziello und Özcan. Begleitet von mehr als 2000 Fans, die mit einer Choreographie zu Beginn der Partie den 22. Geburtstag der Ultra-Gruppierung „Wilde Horde“ feierten, trafen für den effzeh zweimal Dominick Drexler und natürlich Simon Terodde.

Der Torjäger schlechthin der zweiten Bundesliga erzielte bereits sein 20. Saisontor (am 16. Spieltag!) und ist damit der erste Fußballer, der in drei Zweitliga-Saisons mehr als 20 Tore erzielt. Mittlerweile scheint aufgrund seiner Trefferquote selbst der ewige Rekord von Horst Hrubesch zu wackeln – das „Kopfballungeheuer“ erzielte in der Saison 1977/1978 sagenhafte 40 Tore für Rot-Weiß Essen. Wenn Terodde so weitermacht, könnte er durchaus an diesem Rekord kratzen. Angewiesen ist der Torjäger dabei natürlich auf seine Zuarbeiter, von denen insbesondere Drexler in Regensburg ins Rampenlicht trat – der ehemalige Kieler bereitete Teroddes Führungstreffer mit einem Pass in die Tiefe vor, bevor er selbst mit einer Direktabnahme das 2:0 (den Pass gab Czichos) und dann schließlich das 3:1 erzielte.

Das 3:1 fällt genau zur rechten Zeit

Speziell der Zeitpunkt des 3:1 war bedeutend für den Verlauf der Partie: Der Jahn hatte sein Anrennen endlich mit dem Anschlusstreffer belohnt, als der 1. FC Köln im direkten Gegenzug wieder den Zwei-Tore-Vorsprung herstellte. Drexler schickte erst Cordoba, der den Ball mit einem abgefälschten Linksschuss an die Latte setzte – danach zeigte der Bonner seine Extraklasse, weil er Regensburgs Abwehrspieler Benedikt Saller mit einem angetäuschten Abschluss auf die Bretter schickte und den Ball dann einschob. Der Großteil der Fußballer hätte in einer solchen Situation den Ball wohl blind aufs Tor gedroschen.

Danach musste der effzeh sich noch über mehr als eine halbe Stunde der Angriffe des Jahn erwehren, der selbst in Unterzahl nicht aufsteckte und die Kölner Defensive mit vielen langen Bällen unter Druck setzte. Timo Horn bezeichnete die physisch starken Spieler in der Offensive der Heimmannschaft als „Ochsen“ und hatte damit nicht ganz Unrecht – die Defensive der Kölner konnte sich aber mit Glück und Geschick aus der Affäre ziehen. Dabei half in manchen Situationen tatsächlich die Glücksgöttin Fortuna, weil Regensburg eigentlich zwei weitere Treffer erzielte. Zuerst jedoch fiel der Ball einem Angreifer auf den Unterarm, was Schiedsrichter Günsch aus Marburg als strafbar wertete. Dass Torschütze Correia bei seinem Treffer wenige Minuten vor dem Ende allerdings im Abseits gestanden haben soll, ließ nicht zweifelsfrei belegen.

Sörensen und Lehmann bekommen Spielzeit

Zwischenzeitlich hatte Markus Anfang mit Matthias Lehmann und Frederik Sörensen zwei Spieler eingewechselt, die in dieser Saison bis dato noch gar keine Rolle gespielt hatten. Der ehemalige Kapitän Lehmann kam für den verletzten Koziello in die Partie, der sich einen Teilriss im Innenband des rechten Knies zuzog und damit für einige Wochen ausfallen wird, wie der 1. FC Köln am Samstagmittag über seinen Twitteraccount verkündete. Lehmann spielte zuvor nur vier Minuten beim Auswärtsspiel in Kiel, gegen Regensburg waren es deren 17. Sörensen war zuletzt zwar häufiger im Kader, wurde allerdings nur als Zielspieler während einiger Minuten der Niederlage in Hamburg eingesetzt. Gegen Regensburg half der Däne dabei, die langen Bälle zu verteidigen und tat dies souverän.

Es war von der ersten Sekunde an ein sehr intensives Spiel.

Man muss beiden Akteuren ein Kompliment dafür aussprechen, dass sie sich in einer für beide sportlich sicherlich schwierigen Situation professionell verhalten und keine Unruhe in den Kader hineinbringen. Beide trainieren normal, verhalten sich normal und bekamen nun zumindest mit Kader- und Kurzeinsätzen die Belohnung. Im Ellbogen-Geschäft Fußball ist dies nicht selbstverständlich, gerade für zwei Spieler, die ihre Bundesliga-Tauglichkeit bereits nachgewiesen hatten und nun zufrieden damit sein müssen, einige Minuten beim Auswärtsspiel in Regensburg eingewechselt zu werden. Das soll nicht despektierlich klingen, weil der Jahn ziemlich deutlich zeigte, warum er in der zweiten Liga zu den besseren Mannschaften gehört und dem effzeh ein wahres Kampfspiel aufzwang.

„Das schwerste Spiel der letzten Wochen“ für den 1. FC Köln

Kölns Keeper Horn gab nach dem Spiel zu Protokoll, dass der Auftritt in der Oberpfalz für seinen effzeh „das schwerste Spiel in den letzten Wochen“ gewesen sei – zuvor wurden gegen Dresden und Fürth sowie mit Abstrichen gegen Darmstadt relativ deutliche Siege eingefahren. Sein Trainer pflichtete ihm bei: „Wir sind gut in die Partie reingekommen, aber es war das erwartet schwere Auswärtsspiel gegen eine Mannschaft, die aggressiv nach vorne verteidigt und stark im Gegenpressing ist. Es war von der ersten Sekunde an ein sehr intensives Spiel.“

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Nun warten auf seine Mannschaft zwei weitere Spiele in diesem Jahr. Gegen Magdeburg und Bochum wird der 1. FC Köln zuhause versuchen, die Siegesserie auszubauen und im Idealfall noch am HSV vorbeizuziehen, um als Tabellenerster ins neue Jahr zu gehen. Dabei wird sich Markus Anfang hoffentlich weiterhin auf die gute Form seiner Schlüsselspieler verlassen können, die den effzeh momentan erfolgreich durch die Spiele führen. Einzelne Ausfälle fallen dabei weniger ins Gewicht.

 

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