Folge uns
.

Analyse

Nach Geis‘ Diagonalball: 1. FC Köln dominiert gegen St. Pauli

Durch einen verdienten Heimsieg gegen den FC St. Pauli kehrt der 1. FC Köln zurück auf Rang zwei – was den Ausschlag für den Sieg gab, erklärt unsere Analyse.

Foto: Maja Hitij/Bongarts/Getty Images

Während Risse häufig lange Bälle schlägt, kann Clemens durch sein Tempo und seine Läufe Räume kreieren – dass der Laufweg den Pass bestimmt, sah man dann beim 2:1 des 1. FC Köln, als Clemens einen tiefen Laufweg ansetzte und von Johannes Geis mit einem außergewöhnlich guten Diagonalball bedient wurde. Clemens nahm den Pass technisch ansprechend unter Kontrolle und bediente im Rückraum Jhon Cordoba, der den effzeh wieder in Führung brachte – es war eines der am besten herausgespielten Kölner Tore in dieser Saison und gleichzeitig ein entscheidender Faktor auf dem Weg zum Heimsieg.

Schwächen bei Flanken und defensiven Standards bleiben

Zuvor hatte der effzeh das Spiel war dominiert, war allerdings in der ersten Halbzeit nicht über ein paar Halbchancen und Distanzschüsse hinausgekommen. Erst ein Avevor-Fehler nach 24 Minuten brachte Cordoba ins Spiel, der allerdings an St. Paulis Keeper Brodersen (ebenfalls Startelf-Debütant) scheiterte. Aber auch die Gäste zeigten sich gefährlich, insbesondere nach Flanken aus dem Halbfeld: Allagui konnte zweimal nach Kalla-Flanken zum Abschluss kommen, verfehlte aber das Ziel. In diesen beiden Szenen passte die Abstimmung zwischen den Kölner Verteidigern nicht, ähnlich wie beim 0:1 durch Marcel Hartel in Berlin. Um die 30. Minute herum wurde der effzeh jedoch noch druckvoller und ging dann durch einen Cordoba-Abstauber nach Clemens-Ecke allerdings aus Abseits-Position in Führung.

Foto: Maja Hitij/Bongarts/Getty Images

Foto: Maja Hitij/Bongarts/Getty Images

Auf der Pressekonferenz nach dem Spiel sagte Markus Anfang, dass seine Mannschaft in der Phase nach dem Ausgleich ein wenig die Spannung verlor und zu viele Standardsituationen der Gäste zuließ. Aus einem Eckball entstand dann nur wenige Minuten später der Ausgleich, als Alex Meier einen Abpraller von Timo Horn nutzte. Die Schwäche bei Flanken aus dem Halbfeld und bei defensiven Standardsituationen begleitete den 1. FC Köln also auch in diesem Spiel. Kurz vor der Pause hätte Terodde allerdings wieder die Führung besorgen können, scheiterte aber an Brodersen.

Cordobas Hattrick bringt einen verdienten Sieg

Die Führung brachte dann das oben beschriebene 2:1 nach 53 Minuten, nur fünf Minuten später holte Cordoba in seiner unnachahmlichen Art einen Freistoß heraus, den Geis perfekt auf den Kopf des Kolumbianers spielte – 3:1 nach 58 Minuten, das Spiel war gegessen. St. Pauli stellte anschließend auf Viererkette um, hatte aber bis auf einen Abschluss nach 62 Minuten keine großartigen Torgelegenheiten mehr. Der effzeh versuchte es danach durch Cordoba und Clemens, treffen sollte allerdings nur noch Terodde nach Vorarbeit von Cordoba und Schmitz.

Der 4:1-Sieg des 1. FC Köln war am Ende vollauf verdient, was auch Gäste-Trainer Markus Kauczinski nach der Partie anerkennen musste. Anfang freute sich darüber, dass seine Mannschaft über weite Strecken des Spiels „Intensität und Tempo hochgehalten“ habe. Ein entscheidender Baustein für diese Leistung war Johannes Geis, der in seinem erst zweiten Wettkampf-Spiel für den 1. FC Köln seine mögliche zukünftige Bedeutung hervorheben konnte: Er zeigte sich stark in der Balleroberung und in der Spieleröffnung danach, bereite zwei Tore indirekt und eines direkt vor und spielte jede Menge intelligente Bälle. Schafft er es, dieses Level zu halten, dürfte es für seine Mitbewerber auf dieser Position tatsächlich schwer werden.

Seite 2 von 2Weiter

Mehr aus Analyse

.