Folge uns
.

Müngersdorf

Der 1. FC Köln reist zu Werder Bremen: Die Sache mit „falsch positiv“

Trotz unklarer Test-Befunde im Umfeld des Teams reist der 1. FC Köln zu Werder Bremen. Bei den Hanseaten will sich der effzeh für eine peinliche Blamage rehabilitieren und zeigen, dass die hoffnungsvolle Leistung gegen den FC Bayern München nicht nur eine scheinbar positive Tendenz war.

Foto: Oliver Hardt/Getty Images

Corona nervt. Diese Erkenntnis ist sicherlich nicht neu und vor allem im Fußball weiterhin nur allzu präsent. Allerorts fluchen Fans, Funktionäre und Spieler über die Folgen der notwendigen Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie. In der schönsten Stadt Deutschlands ist das sicher nicht anders, vielmehr scheint der 1. FC Köln gefühlsmäßig besonders gebeutelt von den Problemen, die der Virus mit sich bringt.

Hört man die Verantwortlichen der „Geißböcke“ über die Begleiterscheinungen der Pandemie reden und schaut ihnen dabei zu, dann wirken sie zumeist noch eine Spur genervter als andere Verantwortungsträger. Die Bissigkeit, mit der Alexander Wehrle Gesundheitsamt, Stadt Köln und Co. angesichts des Ausschlusses von Zuschauern angeht, ist ebenso augenscheinlich wie die herabfallenden Mundwinkel von Horst Heldt, wenn es wieder um vermeintlich positive Tests im Umfeld des 1. FC Köln geht.

Mysteriöse Test-Befunde werfen Fragen auf

Zu beobachten waren Heldts Reaktionen schon wieder vor dem effzeh-Duell bei Werder Bremen (Freitag, 6.11., 20:30 Uhr). Angesichts eines positiven Tests bei Bayern Münchens Niklas Süle unter der Woche waren auch die Kölner als letzter Gegner der Bayern wieder in den Mittelpunkt der Berichterstattung getreten. Etwaige Positivtests in der Domstadt? Angesichts des engen Gegnerkontakts nicht ausgeschlossen.

Auch interessant
"Wilde Horde"-Capo Stephan Schell im Gespräch: "Fußball ohne Fans ist keine Alternative"

Ob nun ein effzeh-Spieler positiv getestet wurde, ist bis jetzt noch nicht klar. Geschäftsführer Heldt sprach leicht angesäuert und kryptisch über „einige unklare Befunde“ bei einem eigentlich klaren Testverfahren. Nun soll der Test von Bayerns Süle eventuell „falsch positiv“ gewesen sein. Die potentielle Gefahr für Kölner Spieler mitsamt ihrer „unklaren Befunde“ also scheinbar gebannt?

Positive Tendenzen gegen Bayern München

So oder so reisen die Geißböcke allem Anschein nach in den hohen Norden und hoffen angesichts eines Schlüsselduells bei den Hanseaten darauf, dass die fußballerischen Signale, die das Gisdol-Team am vergangenen Wochenende aussendete, nicht auch falsch positiv waren. Im Heimspiel gegen Serienmeister Bayern München hatte sich der effzeh nämlich am vergangenen Samstag durchaus respektabel geschlagen.

Auch wenn die Münchner in diesem Spiel offensichtlich nicht alles in die Waagschale warfen und mit leicht angezogener Handbremse agierten, zogen sich die Domstädter mehr als achtbar aus der Affäre, ließen kaum Chancen des Gegners zu und mussten sich denkbar knapp mit 1:2 geschlagen geben. Scheinbar also durchaus positive Tendenzen für die Gisdol-Elf nach dem mehr als holprigen Saisonstart mit nur zwei Punkten nach sechs Spielen. Tendenzen, die allerdings auch trügerisch sein könnten angesichts der besonderen Situation eines Matches gegen den Rekordmeister, in dem man als Underdog nichts zu verlieren hat.

„Kein Spiel ist vergleichbar mit der Partie gegen Bayern München“

Dementsprechend wollte auch effzeh-Trainer Markus Gisdol keine trügerischen Rückschlüsse ziehen. „Kein Spiel ist vergleichbar mit der Partie gegen Bayern München. Aber das Spiel hat gezeigt, dass wir gute Umschaltsituationen produzieren können. Es würde uns gut tun, wenn unsere Mannschaft genauso stabil auftritt wie in den vergangenen drei Partien“, offenbarte der Coach und sprach damit auch Aspekte an, die in Duellen gegen Konkurrenten auf die unteren Plätze wichtig sein könnten.

Stabil stehen, Umschaltsituationen produzieren und diese auch konsequent zu Ende spielen – darum wird es auch im Auswärtsspiel in Bremen gehen. Das Team von Florian Kohfeldt ist nach der letztjährigen Horrorsaison durchaus gut aus den Startlöchern gekommen und hat erst ein Spiel verloren, ohne jedoch in den Duellen zu brillieren. Die zwei Siege fuhr Werder durch ein 3:1 gegen einen desolaten FC Schalke 04 sowie ein knappes 1:0 gegen Aufsteiger Arminia Bielefeld ein. Die wirklich anspruchsvollen Gegner aus der oberen Tabellenhälfte warten allesamt noch auf die Bremer. Zudem fällt mit Niklas Füllkrug der Top-Torschütze aus, der schon in der letzten Spielzeit schmerzlich fehlte.

Wiedergutmachung für 1:6-Pleite gegen Werder Bremen?

Die Grün-Weißen sind also einer der Gegner, die ein Team auf den hinteren Plätzen auch mal schlagen kann und muss. Der Druck auf die in dieser Saison weiterhin sieglosen „Geißböcke“ ist daher wieder ungleich höher als noch zuletzt gegen die Bayern. Gleichzeitig dürfte die Wichtigkeit des Duells für ein wenig mehr Motivation sorgen.

Außerdem dürfte in den Köpfen einiger Spieler noch das blamable Resultat herumgeistern, mit dem der bereits gesicherte 1. FC Köln in der letzten Saison aus Bremen abreiste. Gisdol jedenfalls sprach die Klatsche noch einmal an und betonte: „Die 1:6-Niederlage ist uns noch ein Dorn im Auge. Wir wollen da noch etwas regeln. Für uns ist wichtig, dass wir unseren Weg weitergehen, den wir in den letzten Spielen eingeschlagen haben. Dann wird uns in Bremen sicher ein gutes Ergebnis gelingen.“

Foto: Jörg Schüler/Bongarts/Getty Images

Die Aussagen offenbaren auch, dass es wohl nur wenige Änderungen in der Startelf der Gäste geben wird. Zwar betonte Gisdol auf der Pressekonferenz, dass es durchaus punktuelle Veränderungen in der Startelf geben könnte, da sich Spieler im Training besonders hervorgetan haben, diese Änderungen betreffen aber nur vereinzelte Positionen. Ob Ondrej Duda aufgrund seines unklaren Testergebnisses spielen kann? Unklar. Noah Katterbach könnte eventuell den zwar soliden, aber zuletzt eher biederen Jannis Horn als Linksverteidiger ersetzen, während vorne rechts Youngster Jan Thielmann und Neuzugang Dimitrios Limnios um den Starteinsatz kämpfen. Salih Özcan wird dagegen nach dem überzeugenden Auftritt gegen Thomas Müller und Co. den Vorzug vor Elvis Rexhbecaj erhalten. Fehlen werden lediglich die Langzeit-Verletzten Hector, Modeste und Kainz.

Bei all den angesprochenen positiven Trends ist jedenfalls auch klar: Verliert der effzeh in Bremen, sind alle positiven Signale nichtig. Weil parallel an diesem Spieltag Schalke und Mainz im direkten Duell aufeinandertreffen, steht fest, dass die Gisdol-Truppe auf einem direkten Abstiegsplatz landet und mit dieser Platzierung in die Länderspielpause geht, wenn nicht mindestens ein Punkt aus dem Weserstadion entführt werden kann. Die Lage bleibt also weiter angespannt und der 1. FC Köln steht vor einem richtungsweisenden Monat November, in dem hoffentlich nur noch auf dem Platz positive Resultate erzielt werden.

Mehr aus Müngersdorf

.