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Vorspiel

Auswärtsspiel des 1. FC Köln in Frankfurt: Schwere Aufgabe gegen das Team der Stunde

Durch Siege gegen Bielefeld und Mönchengladbach konnte der 1. FC Köln zuletzt aufatmen – gegen das formstarke Eintracht Frankfurt wartet nun allerdings eine große Herausforderung auf das Team von Markus Gisdol.

Foto: MARCEL KUSCH/POOL/AFP via Getty Images

Nach zuletzt zwei Siegen in Folge gegen Bielefeld und beim Derby in Mönchengladbach konnte sich der 1. FC Köln im Abstiegskampf der Bundesliga ein wenig Luft verschaffen. Nun aber reisen die „Geißböcke“ an diesem Wochenende nach Frankfurt, wo eine schwere Aufgabe auf den FC wartet. Die Eintracht befindet sich derzeit in einem bemerkenswerten Flow, aus den letzten sechs Spielen gelangen fünf Siege und ein Unentschieden bei einem Torverhältnis von 18:6. Damit liegt das Team von Adi Hütter derzeit auf Rang vier und kann sich berechtigte Hoffnungen auf eine Teilnahme an der Champions League in der kommenden Saison machen.

„Frankfurt hat in den vergangenen Wochen beeindruckend gut gespielt“, befand Kölns Coach Markus Gisdol daher zurecht auf der Pressekonferenz vor der Partie. Mit neun Siegen, neun Unentschieden und nur zwei Niederlagen gehört die SGE tatsächlich zu einer der positiven Überraschungen in dieser Saison – einzig die hohe Anzahl an Unentschieden und die aus Frankfurter Sicht ausbaufähige Bilanz gegen Topteams trübt die bisher so gut verlaufene Saison. Entgegen der Erfahrungen aus den letzten Jahren reist die Eintracht derzeit auch nicht durch Europa, was die Vorbereitung auf die Spiele erleichtert. Auch im Pokal ist Hütters Team nicht mehr vertreten.

André Silva und Filip Kostić: Frankfurts Fixpunkte in der Offensive

Fixpunkt der Frankfurter in der Offensive ist der Portugiese André Silva, der nach ein paar Anlaufschwierigkeiten seit seinem Wechsel in die Finanzmetropole 2019 nun endgültig angekommen zu sein scheint. Mit bereits 17 Saisontoren (davon alleine 8 im Jahr 2021) gehört er zu den besten Angreifern der Bundesliga. Momentan liegt nur Weltfußballer Robert Lewandowski mit 24 Treffern vor ihm. Auf Silva zu verzichten kann sich Hütter bei dessen aktueller Form eigentlich fast nicht erlauben, obwohl mit Luka Jovic im Winter ebenfalls einer der besten Bundesliga-Stürmer der jüngeren Vergangenheit an seine alte Wirkungsstätte zurückkehrte – und seine Treffsicherheit gleich mal mit einem Doppelpack gegen Schalke unter Beweis stellte.

Gewohntes Bild in den letzten Wochen: Ein jubelnder André Silva | Foto: Alex Grimm/Getty Images

Hinter Silva spielen mit Amin Younes und Daichi Kamada ebenfalls zwei sehr spannende Spieler, die im Mittelfeldzentrum für den Übergang ins letzte Drittel sorgen sollen. Beide sind spiel- und dribbelstark, aufgrund ihres niedrigen Körperschwerpunkts schwer für die Gegenspieler zu greifen. Dahinter sichern mit Makoto Hasebe und Djibril Sow zwei athletisch starke defensive Mittelfeldspieler ab. Einer der spannendsten Spieler bei Eintracht Frankfurt ist allerdings Filip Kostić, der seit Jahren den linken Flügel für sich beansprucht und von dort aus mit viel Tempo für Gefahr sorgt. Kostić‘ linker Fuß verschafft ihm eine außerordentliche Qualität bei Hereingaben (besonders flach) und Flanken.

Markus Gisdol mit Respekt – und einer verbesserten Mannschaft

„Sie haben einen breiten und körperlich starken Kader. Wir müssen uns etwas einfallen lassen“, lautete daher das Fazit von Kölns Coach Gisdol. Die Eintracht sei eine Mannschaft, die ihm „in der Bundesliga körperlich am stabilsten erscheint, was Durchsetzungsvermögen und Auftreten angeht.“ Das untermauert auch ein Blick in die Statistiken: Die Frankfurter gehören zu den Besten im Luftzweikampf in der Bundesliga. Auch bei offensiven Standardsituationen liefern die Hessen gut ab – bereits 15 Standardtore sprechen eine deutliche Sprache. Das tut auch Trainer Adi Hütter, der den 4:2-Erfolg der Kölner aus der Hinrunde der vergangenen Saison als eine der „bittersten Niederlagen“ seiner Zeit in Frankfurt bezeichnete.

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Der Österreicher freut sich aktuell über die Stimmung am Main. Auf der Pressekonferenz sagte er: „Die Euphorie will ich auf keinen Fall bremsen, die haben wir uns hart erarbeitet.“ Hart erarbeitet hatte sich der 1. FC Köln die beiden jüngsten Erfolge auch, insbesondere der 2:1-Sieg in Mönchengladbach kam nach einer mehr als turbulenten Woche zustande – und war nicht unverdient. Beim FC zeigten sich zuletzt einige Spieler formverbessert, die wochenlang mit Problemchen zu kämpfen hatten.

Duda, Skhiri, Meré: Drei Spieler mit guter Form

Ondrej Dudas Qualitäten als falsche Neun in allen Ehren, aber der Slowake fühlt sich deutlich wohler, wenn er mit Emmanuel Dennis einen Stürmer neben sich weiß, der für ihn mit Tempo die Tiefe attackiert. Im defensiven Mittelfeld wirkte Ellyes Skhiri in einigen Spielen trotz seines bemerkenswert konstanten hohen Laufaufwandes verloren. In den letzten Spielen gelang es aber dem Tunesier, mehr progressive Pässe zu spielen, damit Offensivaktionen und letztlich Tore einzuleiten. In der Abwehr überzeugte zuletzt Jorge Meré, der gegen Bielefeld als halbrechter und gegen Gladbach als mittlerer Innenverteidiger agierte und dabei zwei starke Leistungen zeigte.

Foto: INA FASSBENDER/AFP via Getty Images

Dass der immer noch junge Spanier mit seinen 23 Jahren hochveranlagt ist, wissen Verantwortliche und Beobachter aus dem Umfeld des 1. FC Köln schon länger. Nun aber scheint der frühere U21-Nationalspieler Spaniens hoffentlich seine Rolle gefunden zu haben. Auch die psychische Komponente dürfte hier eine Rolle spielen, denn ein Spieler wie er braucht eben auch mal das Vertrauen des Trainers nach schwächeren Partien. Dass ihn Markus Gisdol nach dem 0:5 in Freiburg am 15. Spieltag gleich zweimal auf die Tribüne setzte, war hart – Meré kehrte dann trotz des 0:3 in Hoffenheim, wo er nach einer halben Stunde beim Stand von 0:2 eingewechselt wurde, mit zwei starken Leistungen zurück. Und weil mit Sebastiaan Bornauw der eigentliche Abwehrchef der Kölner aufgrund seiner Rückenprobleme noch länger fehlen dürfte, kann sich Meré wohl auf weitere Einsätze freuen.

Wer bändigt Filip Kostić?

Ausfallen werden am Samstag auch die Langzeitverletzten Florian Kainz und Sebastian Andersson. Auch Kapitän Jonas Hector hat mit Verletzungssorgen zu kämpfen. Bei Ismail Jakobs und Marius Wolf, beide enorm wichtig auf den Außenbahnen beim FC, ist derzeit noch nicht klar, ob sie für Sonntag spielfit sein werden. Gerade die rechte Seite der „Geißböcke“ wird am Sonntag gefordert sein, wenn Filip Kostić mit hohem Tempo und Ball am Fuß angelaufen kommt.

Beim FC wird allgemein die große Frage sein, ob die Mannschaft nach den zuletzt positiven Leistungen wieder einen leistungsmäßigen Ausfall nach unten zeigt – zu wenig konstant war die Mannschaft in weiten Teilen der Saison. Gegen eine Mannschaft wie Eintracht Frankfurt können zu große Räume, zu viele individuelle Fehler und zu wenig Qualität im eigenen Umschaltspiel an einem schlechten Tag auch richtig wehtun.

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