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Nachspiel

3:5 des 1. FC Köln gegen den SC Paderborn: Jeck im Sunnesching

Der 1. FC Köln hat seine erste Saisonniederlage kassiert: Bei der 3:5-Pleite gegen den SC Paderborn offenbarte der effzeh vor allem im Abwehrverhalten gravierende Schwächen.

COLOGNE, GERMANY - AUGUST 13: Jhon Cordoba of Cologne lifts his shirt during the Second Bundesliga match between 1. FC Koeln and 1. FC Union Berlin at RheinEnergieStadion on August 13, 2018 in Cologne, Germany. (Photo by Juergen Schwarz/Bongarts/Getty Images)
Foto: Juergen Schwarz/Bongarts/Getty Images

Fassungslosigkeit war wohl am frühen Sonntagnachmittag für viele Beteiligten der Partie zwischen dem 1. FC Köln und dem SC Paderborn der Begriff der Stunde. Während der ostwestfälische Aufsteiger kaum fassen konnte, dass sie beim Ligafavoriten einen spektakulären 5:3 (1:1)-Erfolg herausgeschossen hatten, standen die „Geißböcke“ perplex auf dem Rasen und fragten sich, wieso trotz dreier Tore und zwei Führungen letztlich kein Sieg vor den eigenen Fans zu Buche stand.

Die Antwort ist so einfach wie die Erkenntnis bitter: Im Abwehrverhalten ist der effzeh derzeit von einem Aufstiegskandidaten ziemlich weit entfernt. Beim Ausgleich zum 1:1, nur wenige Augenblicke nach der verdienten Führung durch Torjäger Simon Terodde, sah Kölns Keeper Timo Horn nicht sonderlich gut aus. Danach setzte sich die Reihe an individuellen Fehlern in den Reihen der Mannschaft von Trainer Markus Anfang nahtlos fort: Beim 2:2 schlief vor allem Debütant Matthias Bader, beim vierten und entscheidenden Gegentor ließ sich der gerade eingewechselte Lasse Sobiech düpieren. Eine vernünftige Balance zwischen Abwehr und Angriff schien der effzeh gegen einen couragiert auftrumpfenden Gast zu keiner Zeit zu finden.

Vorne hui, hinten pfui

Die „Geißböcke“ präsentierten sich, wie schon vor der Länderspielpause beim 5:3-Auswärtssieg am Millerntor, mit zwei Gesichtern: Im Angriff wusste die Anfang-Elf wieder einmal zu begeistern, doch mit den Aussetzern in der Defensive riss der effzeh zu häufig das wieder ein, was er sich aufgebaut hatte. Und das ließ sich nach einer kurzen Aufwärmphase eigentlich recht ansehnlich an: Gleich zweimal knipste Terodde aus Abseitsstellung (11./27.), auch Jannes Horn und Louis Schaub vergaben Gelegenheiten zur Kölner Führung. Die besorgte dann der Torjäger vom Dienst: Drexler bediente den abermals an der Kante zum Abseits lauernden Terodde, der zum 1:0 einschob. Doch der Jubel währte nur kurz, denn Gueye staubte nach einem Horn-Patzer zum Ausgleich ab.

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Es folgte eine wilde zweite Halbzeit: Terodde legte nach einer Kombination, die wieder einmal zu schnell für die Defensive der Gäste, zum 2:1 nach, das Spiel schien jetzt seinen erwarteten Lauf zu nehmen. Doch Paderborn steckte nicht auf: Klement bekam von Bader und Mere viel zu viel Platz, netzte mit einem trockenen Linksschuss von der Strafraumgrenze. Danach stand Schiedsrichter Schmidt im Fokus: Hatte er dem effzeh in der ersten Hälfte noch einen klaren Handelfmeter verweigert, entschied der Unparteiische nach einem leichten Zupfer von Jannes Horn an Dräger auf Strafstoß. Äußerst fragwürdig, Klement nutzte die Gelegenheit allerdings eiskalt im Nachschuss, nachdem er zunächst an Horn gescheitert war.

Ein erneutes Spektakel, doch mit schlechtem Ausgang

Der Auftakt zu einer wilden Phase, in der Markus Anfang alles auf eine Karte setzte: Serhou Guirassy und Jhon Cordoba sollten noch einmal für zusätzliche Offensivpower sorgen, die sich auszahlen sollte. Nachdem Terodde mehrfach aus besten Positionen an Zingerle scheiterte, war es ausgerechnet Cordoba, der zum 3:3 traf. Nach einer Ecke wurde der Ball genau vor seine Füße abgewehrt, der Kolumbianer vollendete gekonnt per Direktabnahme. Sein erstes Ligator für den effzeh, das dennoch nicht zum Punktgewinn reichen sollte. Nach dem berechtigten Platzverweis gegen Jonas Hector nutzte Paderborn erneut die Kölner Defensivprobleme: Erst vollendete Tekpetey (89.) zum 4:3, dann machte Michel in der 94. Minute den Deckel drauf.

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Der Schlusspunkt eines erneuten Spektakels unter Beteiligung des 1. FC Köln, der allerdings im Unterschied zum 5:3-Erfolg beim FC St. Pauli diesmal den Kürzeren zog. Wie schon am Millerntor bewies der effzeh über Strecken, warum er als absoluter Aufstiegsfavorit gilt. In der Vorwärtsbewegung sind Terodde, Drexler & Co. praktisch nicht zu stoppen. Doch auch die anhaltenden Defensivschwächen wurden wieder einmal offensichtlich: Acht Gegentore in den letzten beiden Partien sprechen Bände über die Probleme, die sich durch die Anfangsphase der neuen Saison ziehen. Da hilft auch nicht der Blick auf einen sicherlich schwachen Schiedsrichter, der den „Geißböcken“ zwei Elfmeter verweigerte. Das Spiel weggeworfen hat das Team im Alleingang – durch desaströses Abwehrverhalten und schlampige Chancenverwertung.

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