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Nachspiel

0:2 bei Eintracht Frankfurt: Eine verdiente unnötige Niederlage für den 1. FC Köln

Bei Eintracht Frankfurt unterliegt der 1. FC Köln recht chancenlos mit 0:2. Die Verantwortlichen der „Geißböcke“ ordnen die wenig überraschende Auswärtsniederlage derweil ziemlich überraschend ein.

Timo Horn machtlos (Alex Grimm/Getty Images)

Kampf gegen Cleverness, so könnte man das ungleiche Duell des 1. FC Köln gegen die Frankfurter Eintracht beschreiben. Denn während der mitten im Abstiegskampf steckende FC immerhin die Grundtugenden an den Tag legte, festigte die Eintracht mit dem ungefährdeten 2:0-Heimsieg ihre Position in der Spitzengruppe der Fußball-Bundesliga. Aus zwei ähnlichen Traditionsmannschaften sind zwei Teams geworden, die in ihrer sportlichen Leistungsfähigkeit extrem weit auseinanderliegen – auch wenn einige FC-Verantwortliche das offenbar anders gesehen haben.

„Am Ende war es eine verdiente Niederlage, aber – so blöd es sich anhört – eigentlich unnötig“, gab etwa Horst Heldt zu Protokoll. Und ja, die Kölner hatten Minuten in diesem Spiel, in denen sie womöglich besser aussahen, als es der Geschäftsführer gedacht hätte. Die ersten 15 zum Beispiel, in denen der FC zumindest hinten den Laden im Griff hatte. „Wir haben sehr gut angefangen“, konstatierte denn auch Timo Horn. Doch in der Folge übernahm die Eintracht mehr und mehr die Kontrolle über das Spiel, tauchte mit Filip Kostic immer wieder gefährlich auf der rechten Kölner Abwehrseite auf und hatte in Halbzeit 1 etliche gute Gelegenheiten in Führung zu gehen.

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Eine verdiente unnötige Niederlage

Trotzdem stand es nach 45 Minuten eben 0:0 – und vielleicht auch deshalb hatten die Kölner nach der Partie das Gefühl, sie hätten eben doch etwas holen können. „Wir haben heute eine Chance auf Punkte nicht genutzt“, drückte es Timo Horn, in Abwesenheit von Jonas Hector abermals Kapitän, aus. Spätestens, als Andre Silva den Kölner Keeper mit einem Lupfer zum 1:0 für die Gastgeber überwunden hatte, nahm die Niederlage Form an.  Namensvetter Jannes Horn ergänzte: „Dass man gegen eine Mannschaft wie Frankfurt auch einige Chancen zulässt, ist normal. Das 0:2 kam aber genau in der Phase, als wir gut gespielt haben.“

Die Kölner waren nach dem Seitenwechsel tatsächlich mutiger geworden. Nicht brandgefährlich zwar, aber immerhin ging es in der zweiten Halbzeit überhaupt einmal nach vorne. Dennis‘ Schlenzer von der Strafraumgrenze war allerdings der einzige Abschluss, der den Hauch von offensiver Durchschlagskraft versprühte. Doch das 14. Gegentor nach einer Standardsituation „war der Genickbruch“, drückte es Jannes Horn aus. Tolu Arokodare hatte den kopfballstarken Frankfurter Verteidiger Evan Ndicka nicht eng genug bewacht, der Franzose köpfte perfekt ins lange Eck ein.

„Es wäre mehr drin gewesen, wenn wir es einen Tick besser gemacht hätten.“

Trainer Markus Gisdol sah das Spiel ähnlich wie sein Chef und seine Spieler. Auch er meinte ein Spiel gesehen zu haben, in dem mehr drin gewesen wäre. „Wir haben die Räume, die Frankfurt uns gegeben hat, nicht gut bespielt und zu wenige Chancen herausgespielt. In der Umschaltbewegung hatten wir nicht die Konsequenz der vergangenen Partien“, so der FC-Coach. In diesem Satz klingt immerhin an, dass die „Geißböcke“ es eben nicht geschafft hatten, gegen Frankfurt die 100 Prozent auf den Rasen zu bringen, die für Punkte in der Bundesliga Woche für Woche nötig sind. „Es wäre mehr drin gewesen, wenn wir es einen Tick besser gemacht hätten“, schloss Gisdol. Ein Satz, der tendenziell immer stimmen dürfte.

Zwei Verletzte in der Startelf

Worüber der Trainer nach dem Spiel weniger sprach, war die Tatsache, der er gleich zwei Akteure in seine Startelf beordert hatte, die rein körperlich schon nicht bei 100 Prozent sein konnten. Vor der Partie hatte Gisdol vor allem Marius Wolf hervorgehoben. Nach dessen doppelten Bänderriss habe er gleich zu seinem Trainer gesagt, „ich bin nicht lange weg“, hatte Gisdol stolz verkündet und die Einstellung Wolfs gelobt. 82 Minuten reichte es dann für den offenbar fett getapten Rechtsverteidiger. Bis zur Auswechslung war Wolf die Verletzung tatsächlich kaum anzumerken. 15 Minuten, bevor er den Platz verließ allerdings, war Wolf vor dem gegnerischen Strafraum zu Fall gekommen – man kann nur hoffen, dass die Verletzung in besagter Situation nicht wieder aufgebrochen ist.

Marius Wolf spielte angeschlagen (Photo by Alex Grimm/Getty Images)

Ebenfalls angeschlagen war anscheinend Ondrej Duda in die Partie gestartet. Markus Gisdol sprach danach von einer Rippenprellung, wegen der der Slowake in der Pause in der Kabine geblieben sei. Doch auch diese hatte Duda schon vor dem Spiel. Zwei Spieler, die verletzungsbedingt nicht im Vollbesitz ihrer Kräfte sind, standen also in der FC-Startelf in einem Bundesliga-Spiel gegen einen Champions-League-Anwärter. Wenn man das berücksichtigt, war die Leistung des FC wohl wirklich gar nicht mal so schlecht – die Hoffnung allerdings, mit eben angeschlagenen Spielern ein Top-Team ärgern zu können, lässt zumindest Fragen offen.

Fragen, die auch die Einordnung der Partie betreffen dürften. „Wenn wir zielstrebiger nach vorne gespielt hätten, hätten wir etwas mitnehmen können“, war Horn überzeugt und befand darüber hinaus, dass die Eintracht beileibe nicht so stark gewesen sei, wie sie im Vorfeld gemacht wurde. Gleichwohl reichte das angesichts der Harmlosigkeit des Gegners ziemlich locker, zumal die Hessen etliche gute Offensivsituationen liegen ließ. Horst Heldt formulierte am Sky-Mikrofon nach Abpfiff die Selbstverständlichkeit: „Wenn wir besser gespielt hätten, dann wäre vielleicht etwas drin gewesen“, so der FC-Sportgeschäftsführer. Markus Gisdol sah derweil eine realistische Chance, einen Punkt aus Frankfurt mitzunehmen. So konnte das verdiente 0:2 bei der Eintracht also auch beschrieben werden.

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