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„Alles geil gerade“: 1. FC Köln dank frischer Gesichter wie Ismail Jakobs im Aufschwung

Der 1. FC Köln ist dank zweier Siege gegen Frankfurt und Leverkusen auf Platz 15 geklettert. Die „Geißböcke“ schöpfen dank junger Talente wie Ismail Jakobs neue Hoffnung im Abstiegskampf.

FRANKFURT AM MAIN, GERMANY - DECEMBER 18: Ismael Jakobs of 1. FC Koeln scores his team's fourth goal during the Bundesliga match between Eintracht Frankfurt and 1. FC Koeln at Commerzbank-Arena on December 18, 2019 in Frankfurt am Main, Germany. (Photo by Alexander Hassenstein/Bongarts/Getty Images)
Foto: Alexander Hassenstein/Bongarts/Getty Images

Seine Emotionen konnte und wollte Ismail Jakobs am späten Mittwochabend nicht zurückhalten. In der Nachspielzeit hatte der junge Außenstürmer des 1. FC Köln den Schlusspunkt auf eine spektakuläre Partie gesetzt. Jakobs‘ 4:2 gegen Eintracht Frankfurt besiegelte den zweiten Erfolg in Serie für die „Geißböcke“, die damit die Abstiegsränge verlassen konnten. Gänsehaut hatte er nach seinem Treffer, schilderte der 20 Jahre alte Linksfuß und brachte den Gemütszustand der Rheinländer prägnant auf den Punkt: „Wir haben gewonnen, es ist alles geil gerade!“

Dass die Kölner am 16. Spieltag nach Abpfiff viel Grund zum Jubeln haben sollten, danach sah es in Frankfurt zunächst nicht aus: Zweimal schlug die Eintracht nach Eckbällen zu, führte durch die Treffer von Martin Hinteregger (6.) und Goncalo Paciencia (30.) bereits mit 2:0 gegen die abstiegsbedrohten Gäste aus der Domstadt.

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Und wer weiß, wie dieses Spiel verlaufen wäre, hätte FC-Keeper Timo Horn nicht noch einen höheren Rückstand verhindert. Und wer weiß, wie dieses Spiel verlaufen wäre, hätte nicht Kapitän Jonas Hector mit einem leicht abgefälschten Distanzschuss aus 30 Metern die „Geißböcke“ zurück ins Spiel gebracht. Es war ein Weckruf für die Mannschaft des neuen Trainers Markus Gisdol, die im zweiten Durchgang ihre Kraftvorteile gegen eine sichtlich erschöpfte SGE in die Waagschale werfen konnte.

1. FC Köln bestraft Frankfurter Müdigkeit

„Der Trainer hat in der Halbzeit gesagt, dass Frankfurt müde wird – und wir waren nicht müde. Wir hatten läuferisch und kämpferisch in der zweiten Halbzeit mehr drauf“, sah auch Jakobs die Frische der Kölner als entscheidendes Kriterium für das fulminante Comeback nach der Pause. Mit zunehmender Spielzeit wurde der FC stärker und stärker, drängte die Eintracht weit in deren Hälfte und belohnte sich letztlich wie schon im Nachbarschaftsduell gegen Leverkusen (2:0) am vergangenen Wochenende für eine kämpferisch und läuferisch anspruchsvolle Leistung.

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Knapp zehn Minuten, nachdem Sebastiaan Bornauw (72.) den Ausgleich für die Kölner erzielt hatte, drückte Dominick Drexler den Ball über die Linie und brachte die „Geißböcke“ erstmals an diesem Abend in Führung (81.). In der Nachspielzeit warf die Eintracht alles nach vorne, doch die Kölner konterten clever über die eingewechselten Simon Terodde und Anthony Modeste. Jakobs ließ sich nicht zweimal bitten – mit einem sehenswerten Linksschuss schloss er ab und machte den Deckel auf drei enorm wichtige Zähler für den FC im Abstiegskampf.

„Das werde ich nie vergessen. Ich habe mich leider so sehr gefreut, dass ich mein Trikot ausgezogen habe.“

„Das werde ich nie vergessen“, erzählt das Eigengewächs der Rheinländer nach seinem Premierentreffer in der Bundesliga: „Ich hätte mir für mein erstes Bundesligator keinen besseren Moment wünschen können. Es kam einfach alles hoch. Ich habe mich leider so sehr gefreut, dass ich mein Trikot ausgezogen habe“, sagte Jakobs mit einem breiten Grinsen im Gesicht, das am Mittwoch nach dem Abpfiff allerdings so ziemlich alle Kölner im Repertoire hatten.

Hector: „Wir haben genau das gezeigt, was wir brauchen“

Durch den zweiten Erfolg in der Englischen Woche verließ der FC die Abstiegsränge und geht auf Platz 15 in das abschließende Duell mit Werder Bremen, die von den wiedererstarkten „Geißböcken“ überholt wurden. „Wir haben die letzten beiden Spiele genau das gezeigt, was wir brauchen: Einsatz, Wille, Teamgeist. Das sind die Attribute, die auch am Samstag gegen Bremen wichtig sein werden“, zeigte sich auch Nationalspieler Hector mit der von seinem Treffer eingeleiteten Leistungssteigerung der Kölner zufrieden.

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Dass der Aufsteiger wieder Hoffnung auf bessere Zeiten schöpft, hat vor allem mit dem Mut seines Trainers zu tun: Nach der enttäuschenden Leistung am 14. Spieltag bei Union Berlin zog Markus Gisdol Konsequenzen und baute seine Mannschaft auf zahlreichen Positionen um. Dabei setzte der einstige Hoffenheim- und HSV-Coach auf eher unbekannte Gesichter.

FRANKFURT AM MAIN, GERMANY - DECEMBER 18: 1. FC Koeln acknowledges the fans after the Bundesliga match between Eintracht Frankfurt and 1. FC Koeln at Commerzbank-Arena on December 18, 2019 in Frankfurt am Main, Germany. (Photo by Alexander Hassenstein/Bongarts/Getty Images)

Foto: Alexander Hassenstein/Bongarts/Getty Images

Torschütze Jakobs bildet gemeinsam mit Linksverteidiger Noah Katterbach (18) eine blutjunge linke Seite, in der Offensive schenkte Gisdol gegen Leverkusen und Frankfurt dem erst 17 Jahre alten Jan Thielmann sein Vertrauen. Verdienten Routiniers wie Modeste, Terodde oder Marco Höger bleibt vorerst nur der Platz auf der Kölner Bank. Eine Frischzellenkur, die sich für den 1. FC Köln auszahlen sollte: Mit hoher Intensität und großem Willen rangen die „Geißböcke“ erst den rheinischen Rivalen Leverkusen nieder, um dann das fulminante Auswärtscomeback in Frankfurt zu feiern.

Auftrag und Anspruch: Gegen Bremen wieder „auf Sendung“ sein

„In der Halbzeit habe ich den Jungs gesagt: ‚Bleibt ruhig!‘ Das Spiel hat sich dann zu unseren Gunsten gedreht. Hinten raus haben wir uns belohnt und letztendlich einen verdienten Sieg eingefahren. Auf die Tabelle schaue ich nicht – mir ist wichtig, dass wir vernünftig Fußball spielen“, ordnete Trainer Markus Gisdol den Erfolg inmitten der Englischen Woche ein.

„Auf die Tabelle schaue ich nicht – mir ist wichtig, dass wir vernünftig Fußball spielen!“

„Der Sieg tut uns allen gut. Wir versuchen, auf diesem Weg zu bleiben und weiterhin so zu Fußball spielen, wie wir es heute gemacht haben“, betonte der 49-Jährige, der die Euphorie bei den Kölnern aber direkt wieder einzubremsen versuchte: „Jetzt gilt es, schlau zu sein, den Kopf einzuschalten und gut zu regenerieren. Am Samstag spielen wir schon wieder, da müssen wir auf Sendung sein“, fordert Gisdol mit Blick auf das Heimspiel gegen Bremen den dritten Husarenritt der „Geißböcke“ im Herbstfinale der Bundesliga. Dann wird sich zeigen, ob auch über Weihnachten „alles geil“ beim 1. FC Köln sein wird.

Dieser Text erschien zuerst auf bundesliga.de.

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