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Kurz & Knapp

„Hambi bleibt, Vorstand raus!“: Südkurven-Protest gegen Vereinsführung des 1. FC Köln

Die Ultra-Gruppen des 1. FC Köln haben das Heimspiel der „Geißböcke“ für Protest gegen den Vereinsvorstand, aber auch gegen die Rodung des Hambacher Forstes genutzt.

Bereits am Donnerstag hatte die aktive Fanszene des 1. FC Köln mit einem Statement den Rücktritt von Werner Spinner, Toni Schumacher und Markus Ritterbach gefordert. Nun verliehen die Ultras der Forderung im Müngersdorfer Stadion bei der Heimniederlage gegen den SC Paderborn (zum Spielbericht) am Sonntag noch einmal Nachdruck.

Auf mehreren, teilweise riesigen, Zaunfahnen war über die volle Spielzeit „Vorstand raus!“ zu lesen. effzeh.com-Informationen zufolge soll sich daran nichts ändern, bis das geforderte Ziel der Ultras erreicht ist. Die neuen Zaunfahnen sollen ab jetzt also dauerhaft eingesetzt werden, um gegen das Vorstandstrio zu protestieren.

Ordner sammeln Flyer wieder ein

Screenshot: Instagram

Bereits vor Anpfiff hatten „Wilde Horde“, „Coloniacs“ und Co das Statement, das vorab bereits im Netz zu lesen war, als Flugblatt im Stadion verteilt. Wie viele Fans es aber tatsächlich zu Gesicht bekommen haben, ist unklar. Ordner entfernten die Flyer mit der Begründung für den Protest gegen den Vorstand offenbar noch bevor sich die Ränge vollkommen gefüllt hatten. Ein Video in einer Instagram-Story zeigt einen Ordner beim Einsammeln von Flyern.

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Der 1. FC Köln äußerte sich auf effzeh.com-Nachfrage zum umstrittenen Verhalten: „Jede Verteilung von Werbematerial oder Flugblättern im Stadion muss vor den Spielen beim 1. FC Köln angemeldet werden. Das gilt gleichermaßen für Sponsoren, Parteien oder Fangruppen. Der Ordnungsdienst hat die Aufgabe, darauf zu achten. Die auf den Sitzschalen oder an Stadionkiosken massenhaft ausgelegten Flyer wurden vom Ordnungsdienst daher eingesammelt. Die Verteilaktion an sich, beispielsweise in den Umläufen, wurde toleriert“, so der Verein in einer Stellungnahme.

„Euer Demokratieverständnis – Made in China“

Während der Partie präsentierten die Fans in der Südkurve weitere an den FC-Vorstand gerichtete Banner. „Euer Demokratieverständnis – Made in China“ lautete ein Vorwurf. Dass die Kölner Spieler weiterhin unterstützt werden, stellten die Gruppen ebenfalls klar: „Unsere Stimmen für die Mannschaft! Unsere Stimmen gegen die Vereinsführung!“ prangte auf einem der Spruchbänder.

Im Vordergrund stand der Protest gegen die Inregressnahme von zwei Kölner Anhängern durch den 1. FC Köln. Der Club fordert 14.000 Euro von den Fans, nachdem sie im Derby gegen Borussia Mönchengladbach eine Zaunfahne der Gäste-Fans geklaut hatten. „Wie vielen Jugendlichen wollt ihr die Existenz rauben, bis eure Fehler finanziert sind?“ fragten die Ultras genauso in Richtung Vorstand wie: „Abstieg 50, Schmaddi 3, Dolmetscher 17 Mio! Wo bleibt euer Schadenersatz?“

Die deutlichen Worte in Richtung des Kölner Vorstandstrios verband die aktive Fanszene mit einem sachfernen Thema und schloss sich der Protestbewegung gegen die geplante Rodung des Hambacher Forstes zum Kohleabbau durch RWE an. „Konzerne: Hände weg von Wäldern + Vereinen! Hambi bleibt! Vorstand nicht!“ lautete die – auch bei diesem Thema – eindeutige Botschaft.

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