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Kein Sieg, aber dafür den Rückstand gewahrt – für den 1. FC Köln lief am 20. Spieltag gegen Augsburg nicht alles gut, die Ausgangslage bleibt aber unverändert.

Hamburg und Köln jeweils 1:1, Bremen 0:0 – der 20. Spieltag wird für die drei letzten Mannschaften der Bundesliga-Tabelle wohl eher nicht langfristig in Erinnerung bleiben. Während der HSV unter seinem neuen Coach Bernd Hollerbach einen respektablen Punkt in Leipzig holen konnte, durfte Werder Bremen wohl am meisten damit hadern, trotz bester Chancen im Heimspiel gegen Berlin keine drei Punkte geholt zu haben. Die Siegesserie des 1. FC Köln unterdessen wurde durch Caiuby und seinen FC Augsburg gestoppt, die verdientermaßen einen Punkt mit nach Hause nehmen konnten.

Nachdem die „Geißböcke“ zuvor drei Spiele am Stück gewinnen und somit den Abstand rasant verkürzen konnte, tat sich an diesem Bundesliga-Spieltag herzlich wenig – die Abstände bleiben gleich, einzig ein Spiel weniger steht nun für die größte Bundesliga-Aufholjagd der Geschichte zur Verfügung. Sollte man deswegen als effzeh-Fan nun enttäuscht, gar wütend sein? Bekanntlich ist es in Köln gewiss etwas anders als an den weiteren Bundesliga-Standorten – in der Domstadt scheint es tendenziell etwas schneller zu gehen, die Fähigkeiten der eigenen Mannschaft zu überschätzen, wenn man gerade auf einer Welle des Erfolgs surft.

Solider Beginn im nächsten Endspiel

Hinzu kommt, dass die ausgerufenen „17 Endspiele“ dafür sorgen, dass man unbewusst davon ausgeht, die Mannschaft müsse nun 17 Mal am Limit spielen, um die nötigen Punkte zu holen. Im Bundesliga-Betrieb ist es nur schwerlich möglich, in dieser Häufigkeit konstant an den 100 Prozent der eigenen Leistungsfähigkeit zu kratzen, weshalb dann eben auch einmal ein ganz normales Ergebnis wie ein 1:1 gegen Augsburg zuhause herauskommen kann. Was dem effzeh im Unterschied zu den vorherigen Spielen vielleicht ein wenig abging: Das Spielglück und die Souveränität, auch in einer Drangphase des Gegners gut zu verteidigen.

Foto: Maja Hitij/Bongarts/Getty Images

Dabei hatte alles eigentlich sehr solide begonnen: Der effzeh hatte im ersten Durchgang die besseren Chancen und investierte deutlich mehr ins Spiel als die Gäste. Teroddes Flachschuss und Osakos Kopfball waren die beiden größten Gelegenheiten, während die Augsburger arg zurückhaltend waren und nur in Person von Daniel Baier mal mit einem Fernschuss annähernd gefährlich wurden. Ansonsten gelang es dem effzeh, dem Flankenfokus des Gegners eine stabile Endverteidigung entgegenzustellen, da Philipp Max von links sehr häufig versuchte, Finnbogason und Caiuby mit hohen Bällen einzusetzen.

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Kritisieren konnte man beim 1. FC Köln höchstens, dass einige Umschaltsituationen nicht sauber ausgespielt wurden. Ansonsten war die erste Halbzeit aber die solide Fortsetzung dessen, was bereits in den letzten Wochen zu erkennen war: ein gut funktionierendes 4-4-2-System, eine souveräne Verteidigung, in der insbesondere Meré gefiel, und eine Führung nach einer Standardsituation. Zu Beginn der zweiten Halbzeit wäre es dann ein idealer Start gewesen, wenn Dansos verunglückte Klärungsaktion das 2:0 für den effzeh bedeutet hätte.

Hitz verhindert das 2:0, danach Schwächephase des 1. FC Köln

Danach musste man aber dabei zusehen, wie der FCA immer mehr die Kontrolle übernahm und die Mannschaft von Stefan Ruthenbeck in die Defensive drängte. Acht von insgesamt elf der Augsburger Torschüsse fanden in der zweiten Hälfte statt. Zwischen der 66. und 76. Minute wirkte die effzeh-Defensive unsicher, die Augsburger Offensive um Gregoritsch, Finnbogason und Caiuby drehte plötzlich auf und hatte beste Gelegenheiten zum Ausgleich. Während zuvor noch Horn und ein wenig Glück den Einschlag verhinderten, war die effzeh-Defensive beim längst überfälligen Ausgleich durch Caiuby letztlich machtlos.

Foto: Maja Hitij/Bongarts/Getty Images

In die Augsburger Drangphase hinein versuchte Ruthenbeck, durch zwei Auswechslungen das Momentum wieder ein wenig zu Gunsten seiner Elf kippen zu lassen: Erst kam Klünter für den angeschlagenen Clemens, der zuvor mit einigen guten Offensivaktionen positiv auf sich aufmerksam gemacht hatte. Der schnelle Klünter sollte wohl dazu beitragen, Max auf seiner Seite in Schach zu halten und Konteraktionen zu fahren – was aber wenig bis gar nicht gelang. Danach kam mit Guirassy für Osako ein weiterer Fixpunkt in der Offensive, der Plan mit dem körperlich starken Franzosen sah wohl vor, Bälle zu sichern und Entlastung zu schaffen.

Kein Lucky Punch dieses Mal

Nach dem Ausgleich wurde der effzeh dann interessanterweise auch wieder aktiver und hatte durch Jojic (abermals mit einem Freistoß), Guirassy (dessen Linksschuss knapp vorbei ging) und Sörensen (der einen Freistoß verpasste) noch Möglichkeiten zur erneuten Führung. Doch wie bereits erwähnt fehlte dieses Mal das Glück, den Lucky Punch in der Nachspielzeit zu erzwingen. Ein Rückschlag ist das Ergebnis von 1:1 am Ende daher nicht, genauso wenig sollte es aber darüber hinweg täuschen, dass auch unter Stefan Ruthenbeck gewisse Mängel nicht nachhaltig abgestellt werden konnten.

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Mit Christian Clemens musste ein Spieler den Platz wegen muskulärer Probleme verlassen, die Schwächephase ab etwa der 60. Minute kann, muss aber nicht der körperlichen Verfassung der Mannschaft zugerechnet werden. effzeh-Trainer Stefan Ruthenbeck konstatierte nach der Partie: „Nach dem 1:1 war es besser – es war zwar auch wilder, aber wir hatten die besseren Möglichkeiten. Über die 90 Minuten waren wir dem Sieg vielleicht etwas näher als die Augsburger. Es war ordentlich, wir hatten gute Momente, aber auch einen guten Gegner. Von daher haben wir heute einen Punkt gewonnen.“

Zwischen Stabilisierung und dringend benötigten Punkten

„Bis auf 20 Minuten in der zweiten Halbzeit war alles in Ordnung“, befand Dominique Heintz. „Augsburg hatte dann alles nach vorne geworfen und viele lange Bälle gespielt. Wir haben zu viele unnötige Eckbälle zugelassen und dann war es irgendwann eine Frage der Zeit, bis die Augsburger mit ihrer Stärke nach Standardsituationen den Ausgleich erzielen. Zum Schluss hatten wir noch zwei Riesenchancen, aber wir bauen auf der Leistung auf und nehmen den Punkt mit.“

COLOGNE, GERMANY - JANUARY 27: Dominique Heintz #3 of 1.FC Koeln and Alfred Finnbogason #27 of Augsburg battle for the ball during the Bundesliga match between 1. FC Koeln and FC Augsburg at RheinEnergieStadion on January 27, 2018 in Cologne, Germany. (Photo by Maja Hitij/Bongarts/Getty Images)

Foto: Maja Hitij/Bongarts/Getty Images

Etwas anderes bleibt der Mannschaft auch nicht übrig, die sich nach wie vor im Stabilisierungsprozess befindet, gleichzeitig aber auch dringend Punkte braucht – die beiden kommenden Aufgaben gegen Dortmund und Frankfurt werden zeigen, wie realistisch es tatsächlich ist, dass der 1. FC Köln doch noch auf dem Relegationsplatz landen kann. Alles Weitere ist Stand heute dann schon noch sehr utopisch, auch wenn der Rückstand auf das rettende Ufer immerhin durch das 1:1 gegen Augsburg um einen Zähler verringert werden konnte.

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