Turnier als weiterer Entwicklungsschritt

Normalerweise tritt die U19 in den Spielen in der A-Junioren-Bundesliga West vor 150, 200 oder auch mal 400 Zuschauern an, im Sindelfinger Glaspalast war dann doch ein bisschen mehr los – am ersten Tag waren es wohl 4500 Zuschauer über den Tag verteilt, am Tag darauf rund 1000 mehr. Weiterhin wurde das Turnier von einem Sportsender übertragen, was für die jugendlichen Nachwuchskicker ebenfalls keine Selbstverständlichkeit ist. Es war also eine große Möglichkeit, sich vor vielen Augen und bei einem renommierten Turnier zu präsentieren und die Farben des 1. FC Köln zu vertreten.

Die Endplatzierung ist bei derartigen Turnieren allerdings tatsächlich nicht ganz so wichtig, viel mehr geht es darum, dass die jungen Spieler eine wichtige Erfahrung in ihrer Ausbildung machen können. Zwar muss man den Ergebnissen im höchsten Altersbereich der Jugend schon eine gewisse Bedeutung beimessen, viel bedeutsamer ist es jedoch herauszufinden, wie sich die Spieler in Drucksituationen verhalten. Große Rückschlüsse auf die Leistungsfähigkeit im „normalen“ Saisonfußball lassen sich ebenfalls wohl eher weniger ziehen – allerdings erkennt man auch in der Halle, wer bereits ein „kompletter“ Spieler ist und wer eventuell noch ein paar Schwächen in dem ein oder anderen Bereich hat.

Ismail bester Torschütze, Rittmüller zufrieden

Die offensichtlichste Statistik weist auf, dass Ismail Jakobs mit fünf Toren treffsicherster Kölner war. Jakobs überzeugte mit guter Athletik und einem starken linken Fuß. Auch das Kreativ-Duo Churlinov und Karweina zeigte sich spielfreudig und torgefährlich, beide trafen einige Male. In der regulären Saison ist Karweina mit zehn Toren bester Torschütze. Marvin Rittmüller zeigte sich als Kapitän derweil einsatzwillig, ehrgeizig und kommunikativ – er scheint bereits in jungem Alter viel Verantwortung übernehmen zu wollen. U17-Nationalspieler Dominik Becker, im Oktober noch bei der WM in Indien unterwegs, überzeugte durch eine ruhige und abgeklärte Spielweise. Kevin Goden, der im Spiel gegen den FC Bayern München sogar schon ein paar Minuten Bundesliga-Luft schnuppern durfte, konnte mit seiner Schnelligkeit seine wohl größte Stärke in der Halle nur selten ausspielen.

Es ist eine Ehre, hier mitzuspielen, wenn man sieht, wer schon alles hier mitgekickt hat. ~ Marvin Rittmüller

Insgesamt war auffällig, dass der effzeh als eines der wenigen Teams durchgängig auf eine 2-1-2-Formation und eine hohe Mannorientierung setzte. Dadurch ergab sich eine hohe Laufarbeit in der Defensive, über weite Strecken verteidigte die Kölner Abwehr aber gut. Den Unterschied machten dann aber dennoch immer wieder individuelle Aussetzer nach Einschüssen oder Eckbällen.

Homogene Truppe, positives Fazit

Die Gruppe an sich erschien homogen, hatte aber mit dem Defizit zu kämpfen, mit zwei Niederlagen ins Turnier gestartet zu sein – zwischenzeitlich sah es so aus, als würde es für den Kölner Nachwuchs nur um Platz sieben gehen. Doch mit den beiden Siegen gegen Hoffenheim (Turniersieger im vergangenen Jahr, wenn auch mit einem anderen Jahrgang) und Zürich brachte sich die Mannschaft von Daniel Meyer noch in eine gute Position. Im Spiel gegen den VfB waren es dann die angesprochenen individuellen Patzer, die das Pendel in Richtung der Schwaben ausschlagen ließ.

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Rittmüller zeigte sich nach der letzten Partie dennoch zufrieden: „Man kennt das Turnier aus dem Fernsehen und es wird viel darüber erzählt“, stellte der Kapitän zunächst klar. „Es ist eine Ehre, hier mitzuspielen, wenn man sieht, wer schon alles hier mitgekickt hat. Es hat Spaß gemacht, auch wenn man am Anfang dachte, dass es nicht so gut für uns läuft. Ich denke, wir sind als Mannschaft ein bisschen enger zusammengerückt über die beiden Tage, gerade wegen der schwierigen Ausgangslage. Das Fazit ist auf jeden Fall positiv.“

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