Presseschau: Das schreiben englische und deutsche Medien zur Kölner Europapokal-Rückkehr

Die Reaktionen der internationalen Presselandschaft ließen am Donnerstag natürlich nicht lange auf sich warten. Und die Deutung der Vorgänge in London könnte teilweise nicht weiter auseinander liegen. Während die einen sich eine „Schande von London“ herbei fantasieren, sehen andere (zunächst vor allem englische) Redaktionen den Grund für die kleineren Vorfälle rund ums und im Emirates Stadium eher in mangelhafter Organisation. effzeh.com hat für Euch die auffälligsten Artikel zur Fußballparty von London gesammelt. Darunter sind hervorragende journalistische Stücke ebenso wie plumper Boulevard – macht Euch selbst ein Bild.

„Betrunkene Fans und eine Nacht der Schande am Emirates, als 20.000 Kölner Unterstützer Randale machen“, so deutet der „Mirror“ die Geschehnisse in London. Später greift das Blatt in seiner Berichterstattung noch einen Tweet eines Journalist auf, der Hitler-Grüße erspäht haben will.

„Tausende von deutschen Hooligans in Gunners-Trikots stürmen das Emirates-Stadion und kämpfen mit Polizei, Ordner und Fans als das Chaos beim Europa-League-Match ausbricht„, schreibt „The Sun“ in ähnlicher Manier.

Auf deutscher Seite berichtet die „BILD“-Zeitung ebenfalls relativ schnell und mit eindeutiger Interpretation der Vorkommnisse. „Die Schande von London! Mit solchen Fan-Auftritten hat der 1. FC Köln in Europa nichts zu suchen!“, heißt es da beim Springer Verlag. „Unfassbar! Unglaublich! Unmöglich!„, kommentiert Nils Suling später dann auf „bild.de“.

Sachliche Betrachtung im „Guardian“

Nach der Partie deutete Barney Ronay im „Guardian“ das Ganze in weniger hysterischer Weise. „London bekam eine Kostprobe davon, wie es sich anfühlt, Tausende von stürmischen, Fußballfans in der Stadt zu haben – aber die Angelegenheit war weitgehend friedlich“, führt Ronay aus. Der Artikel ist durchaus lesenswert, da er die Unterschiede zwischen der englischen und der deutschen Fankultur mit in die Betrachtung nimmt.

„Letztlich war dieser Abend vor allem eine unvergessliche Feier dessen, was Fußball überhaupt so groß macht“, kommentiert „11 Freunde“ als eines der ersten deutschen Medien in positiverer Betrachtungsweise.

Währenddessen schlägt „The Times“ in England kritischere Töne an: „Wenn sich englische Fans verhielten, wie die Kölner sich verhalten haben, ein Stadion stürmen würden, ein paar Prügeleien anfangen und Kinder durch ihre Anzahl einschüchtern würden, wenn auch nicht mit Absicht, dann wäre der Aufschrei, der von den Bundesliga-Romantikern und Apologeten fließen würde, zu Recht groß gewesen“, schreibt Henry Winter und fordert: „Köln muss von der UEFA bestraft werden.“

Kritik aus Dortmund

In Dortmund können derweil die Jungs von „schwarzgelb.de“ nachfühlen, was in London passiert ist. „Drei Champions League-Duelle beim AFC zwischen 2011 und 2014 bescherte uns die UEFA-Losfee – und aus keinem dieser Besuche scheint man in Nord-London seine Lehren gezogen haben„, kritisiert das BVB-Fanzine die Organisation des Londoner Clubs.

Im „GQ Magazine“ berichtet derweil der englische Autor Andy Mitten mit anderer Lesart: „Wenn du die Nachrichten über das Europa-League-Spiel von Arsenal gestern Abend gesehen hast, dann würdest du glauben, dass die Köln-Fans ein paar geistlose Neonazi-Schläger waren – die Wahrheit ist ganz anders.“ 

effzeh.com in der englischen Presse

Am Freitag fragte dann zunächst der „Guardian“ bei effzeh.com eine Einordnung des Kölner Fanandrangs an. Arne Steinberg hat sie geliefert: „Ich war einer von 20.000 Kölner Fans in London am Donnerstag und obwohl wir die Minderheit verurteilen, die sich daneben benommen hat, muss jeder verstehen, wie viel dieses Spiel für uns bedeutet hat.“ 

Später wurde effzeh.com auch vom „Telegraph“ um einen Text zum Thema gebeten. „50 Idioten sind nicht repräsentativ für 20.000 friedliche Kölner Fans – für uns war es einer der besten Tage unserer Lebens“, erklärte David Schmitz die Euphorie der effzeh-Fans.

Auf anderem Wege beantwortet effzeh.com dem „BBC Radio 5 Live“ ein paar Fragen. Ab Minute 25 ist Arne Steinberg im Gespräch mit den Moderatoren. 

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