Freitag, der 25. August: Was für ein Tag! Erst die Auslosung der Europa-League, dann das Flutlicht-Spiel gegen den HSV. Unser Vorspiel bebt vor Aufregung!

An einem für die Vereinsgeschichte des 1. FC Köln wichtigen Tag steht neben der Auslosung der Europa-League-Gruppenphase auch noch das erste Heimspiel der Saison auf dem Programm. Um 20:30 Uhr empfängt der effzeh zuhause den Hamburger Sport-Verein. Dieses Spiel ist insofern etwas Besonderes, weil es den Heimauftakt in eine Saison markiert, in der der ruhm- und glorreiche 1. FC Köln das erste Mal seit 25 Jahre in einem internationalen Wettbewerb spielen wird – und gleichzeitig, weil das Spiel nicht beim üblichen Pay-TV-Sender, sondern nur im Internet übertragen wird. Viele effzeh-Fans werden sich also darum bemühen müssen, irgendwie eine Möglichkeit auszumachen, das Spiel zu verfolgen – dafür schon mal vorab gutes Gelingen.

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Dass an diesem Freitag das Geschehen in Monaco im Zentrum des Interesses steht, dürfte klar sein – davon kann sich niemand lösen, denn die Begeisterung und die Vorfreude auf die anstehende Europa-League-Saison sind in der Domstadt riesig. Die Fans dürfen sich zurecht auf einen tollen Tag freuen, der am frühen Nachmittag zwischen 13 und 14 Uhr seinen Höhepunkt erleben wird, wenn denn endlich die Lose gezogen werden. Im Kreise der Mannschaft wird die Auslosung natürlich auch eine Rolle spielen, doch es wäre fahrlässig, wenn man dadurch die Abläufe vor dem Spiel durcheinander bringen würde.

Auslosung und effzeh-Hymne: Zwei große Highlights an einem Tag

Neben der Mannschaftsbesprechung, dem Mittagessen und der anschließenden Mittagsruhe noch im kompletten Mannschaftskreis die Auslosung zu verfolgen dürfte dementsprechend keine gute Idee sein. Profisportler brauchen ihre gewohnten Abläufe vor einem Wettkampf und da kann es schon sein, dass der ein oder andere bewusst darauf verzichtet, sich dem Trubel hinzugeben. Allgemein kann aber davon ausgegangen werden, dass Peter Stögers Mannschaft clever genug ist, um sich auch an diesem Tage professionell zu verhalten. „Für uns ist das weniger ein Thema, aber man kann sich auch nicht komplett davon entfernen“, gab der Österreicher diesbezüglich im Gespräch mit den Journalisten bei der Spieltags-Pressekonferenz zu Protokoll.

COLOGNE, GERMANY - APRIL 08: Head coach Peter Stoeger of Koeln looks on prior to the Bundesliga match between 1. FC Koeln and Borussia Moenchengladbach at RheinEnergieStadion on April 8, 2017 in Cologne, Germany.

Foto: Alex Grimm/Bongarts/Getty Images

Der Spannungsbogen erreicht dann am Abend sowieso noch einen weiteren Höhepunkt, wenn zum ersten Mal in dieser Saison die Hymne in Müngersdorf ertönt. Das letzte Mal war dies vor etwas mehr als drei Monaten der Fall, als der effzeh im abschließenden Heimspiel der Saison den 1. FSV Mainz 05 mit 2:0 besiegen konnte und somit die Qualifikation sicherstellte. Und natürlich spielt die Europa League auch bei den Spielern eine Rolle, wie Jonas Hector gegenüber FC-TV bestätigte: „Natürlich wird man das mitbekommen, aber unser voller Fokus liegt auf Freitagabend.“ Der Nationalspieler freue sich gleichermaßen auf die Stimmung in Müngersdorf, die am Abend und damit unter Flutlicht immer etwas Besonderes sei. Sein Trainer Peter Stöger hofft darauf, dass seine Mannschaft in dieser Saison ebenfalls wieder dieselbe Heimstärke an den Tag legt wie zuletzt.

Heimstarker effzeh gegen stabilisierten HSV

In der vergangenen Saison standen im eigenen Wohnzimmer lediglich zwei Niederlagen (gegen die Bayern und im Derby gegen Mönchengladbach) zu Buche, der effzeh war am Ende die sechstbeste Heimmannschaft. „Wir erwarten eine tolle Stimmung, aber auch eine schwierige Aufgabe“, schob der Trainer bei der Pressekonferenz nach. „Die Aufarbeitung des Spiels in Mönchengladbach“ sei abgeschlossen, wie der Österreicher bestätigte. Positive und negative Aspekte seien besprochen worden in der Hoffnung, es gegen den HSV besser zu machen – eine Mannschaft, die gänzlich andere Qualitäten hat als die aus Mönchengladbach. Das Team von Dieter Hecking spielte gegen den effzeh stark auf und stellte gerade die Defensive der Kölner immer wieder vor Probleme. Ob der HSV das genauso hinbekommt, wird abzuwarten bleiben.

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Das 104. Duell zwischen den beiden Traditionsvereinen aus Köln und Hamburg ist jedenfalls auch das Aufeinandertreffen zweier Vereine, die im Kalenderjahr 2017 eine ähnliche Leistungskurve aufweisen. Während der effzeh in der Rückründe der vergangenen Saison 23 Punkte holte, heimste der HSV zwei mehr ein – die Leistungsunterschiede waren dementsprechend nicht so gravierend, wie man aufgrund der Endplatzierung in der Tabelle annehmen konnte.

Der Mavraj-Faktor – doch wer ersetzt Müller?

Allgemein hat sich der HSV, trotz der ganzen Querelen im nicht-sportlichen Bereich, unter der Führung von Markus Gisdol stabilisiert – wenn man das Ausscheiden im DFB-Pokal in Osnabrück mal außer Acht lässt. Den Grundcharakter des eigenen Spiels haben die Nordlichter dabei nicht verändert, nach wie vor geht viel über den Kampf um den zweiten Ball, Hektik und Verteidigen. Mittlerweile sind aber mit Mergim Mavraj und Kyriakos Papadopoulos zwei gestandene Innenverteidiger Stammspieler, die weniger Fehler machen als ihre Vorgänger und alleine deswegen schon jede Menge Stabilität bringen. Der ehemaliger effzeh-Spieler Mavraj kehrt nach seiner Halswirbelverletzung wieder zurück in die Startelf – und auch an seine ehemalige Wirkungsstätte.

HAMBURG, GERMANY - APRIL 01: Dominique Heintz of Cologne challenges Bobby Wood of Hamburg during the Bundesliga match between Hamburger SV and 1. FC Koeln at Volksparkstadion on April 1, 2017 in Hamburg, Germany. (Photo by Stuart Franklin/Bongarts/Getty Images)

Foto: Stuart Franklin/Bongarts/Getty Images)

Nicht dabei sein wird beim HSV allerdings Nicolai Müller, der sich im Auftaktspiel gegen Augsburg am Kreuzband verletzte und bereits operiert wurde. Nach seinem Pokern um einen etwaigen Wechsel zum VfL Wolfsburg entschied er sich dann doch zum Verbleib in Hamburg – um nun gleich für die ganze Saison auszufallen. Eine bittere Situation für die Kaderplaner des HSV, da sie sich wohl erst um einen Ersatz bemüht hatten, der dann vorerst nicht mehr benötigt wurde, jetzt aber durch Müllers Verletzung mehr denn je auf der Agenda steht. Mit Müller fehlt gleichzeitig so etwas wie der X-Faktor im Spiel des HSV, weil der Flügelspieler durch seine Torgefahr und seine Stärken im letzten Drittel für viele Torchancen gesorgt hat. Wie Markus Gisdol diese Problematik lösen wird, dürfte für die kommenden Wochen und Monate eine interessante Frage sein.

Rausch fehlt, Osako wieder dabei

Was man aber definitiv erwarten kann, ist eine Hamburger Mannschaft, die mit Mentalität und Charakter spielen wird, was dem effzeh in diesem Jahr schon zwei Mal zum Verhängnis wurde: Im Februar unterlag man im Pokal mit 0:2, in der Liga Anfang April traf Lewis Holtby mit seinem Last-Minute-Tor den effzeh ins Mark. Das Hinspiel in der Bundesliga hatte die Mannschaft von Peter Stöger im Oktober dank eines Hattricks des mittlerweile abgewanderten Anthony Modeste mit 3:0 – auch unter Flutlicht. Es wäre schön, wenn sich so etwas Ähnliches am Tag der Europa-League-Auslosung wiederholen würde…

Der Schiedsrichter
Geleitet wird die Partie vom Unparteiischen Dr. Felix Brych, der von den Herren Borsch und Lupp an den Seitenlinien unterstützt wird.
Die Bilanz
Bisher konnte der effzeh von den 103 Duellen gegen den HSV 36 gewinnen. Der HSV gewann 40 Mal, 27 Partien endeten unentschieden.
Das Personal
Beim effzeh kehrt Yuya Osako in den Kader zurück, Konstantin Rausch fällt mit einer Gehirnerschütterung aus.
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