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Der ehemalige effzeh-Geschäftsführer hat nach seinem Abgang im Oktober lange geschwiegen, doch jetzt meldet er sich zu Wort: Mit der „Rheinischen Post“ sprach er über sein Ende in Köln, seine Rolle als Sündenbock und seine Zukunft.

Zum Einstieg des Gesprächs mit Robert Peters von der „Rheinischen Post“ gesteht der frühere Bundesliga-Torwart, dass er es „schade“ finde, „wenn vier Jahre, in denen ich dort sehr gerne gearbeitet habe, auf die letzten drei, vier Monate reduziert werden“. Er unterstreicht, dass „Nachtreten“ in Richtung von Personen nicht sein müsse, da man schließlich vereinbart habe, dass „wir nicht oder nur zurückhaltend übereinander reden“. Seine Vermutung liegt nun darin, dass es einigen seiner ehemaligen Mitstreiter helfen könne, „wenn sie einem dem Schwarzen Peter zuschieben können.“

Nach vier erfolgreichen Jahren in der Konstellation Schmadtke, Stöger und Spinner, in denen die Beteiligten für ihre Zusammenarbeit „gefeiert“ wurden, sei in der Pause im Sommer „irgendetwas im Innenverhältnis passiert“, konstatiert Schmadtke. Er habe gespürt, dass es zwischen ihm und Trainer Stöger nicht mehr passe, was er auch angesprochen habe. Dazu heißt es im Text: „Schmadtke ist nicht der Typ, der sein Unwohlsein zu lange für sich behält.“ Den Kern der Sache habe er jedenfalls in Köln nicht finden können – er selbst könne ja auch nur etwas ändern, wenn er wisse, was er falsch gemacht habe.

Jörg Schmadtke über den 1. FC Köln: „Ein sehr emotionaler Klub“

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Denn dass er Fehler gemacht habe, dass räumt der 53-Jährige durchaus ein. „Wenn eine Mannschaft von Platz fünf durchgereicht wird und mit drei Punkten vor dem letzten Spiel der Hinrunde auf dem letzten Platz dasteht, kann ja nicht alles richtig gewesen sein.“ Einige Entscheidungen hätten sich demnach als „nicht richtig“ erwiesen, unterstreicht Schmadtke, ohne allerdings ins Detail zu gehen. Der ehemalige Geschäftsführer Sport widerspricht allerdings dem Eindruck, dass es sich um „einsame Entscheidungen des Managers“ gehandelt habe. „Es waren immer gemeinsame Entscheidungen, für die mehrere Menschen verantwortlich waren. Die sind nicht im stillen Kämmerlein gefällt worden.“

In der Öffentlichkeit, so der Eindruck der „Rheinischen Post“, sei Schmadtke aber häufig die alleinige Zielscheibe der Kritik gewesen. „Das tut manchmal weh“, gesteht der Fußball-Funktionär, betont aber auch, dass er insgesamt eine „schöne Zeit in Köln“ gehabt habe. Der effzeh sei ein „sehr emotionaler Klub“ und er glaube, dass er die Menschen noch nie zuvor „so nah an sich herangelassen“ habe. Erfolgreich sei die Mannschaft ja durchaus gewesen, was Schmadtke mit folgendem Zitat unterstreicht: „Als ich kam, hatte die Kölner Mannschaft einen Marktwert von 18 Millionen Euro, als ich ging, waren es 110 Millionen.“ Sein Ende kam dann doch relativ schnell, weil die Clubführung die Trennung „innerhalb von fünf Stunden“ beschloss. Von einem vorzeitigen Karrierende scheint bei Schmadtke nicht die Rede zu sein, der laut der Rheinischen Post einige Anbahnungsgespräche mit anderen Vereinen geführt haben soll.

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