Der DFB-Pokal hält für den effzeh eine Reise nach Hamburg bereit. Über die zwei HSV-Gesichter, Mergim Mavraj und das Image des Chaosklubs sprechen wir im #HSVKOE-„Auswärtsspiel“ mit HSV-Blogger Alexander.

Zu den Spielen unseres geliebten und glorifizierten ersten Fußballclubs Köln werden wir auch in dieser Saison einem Fan der gegnerischen Mannschaft ein paar Fragen stellen. Und weil Gegner ja immer irgendwie “auswärts” sind, egal ob der effzeh zu Hause oder auf fremdem Platz antritt, und weil die Sichtweise von “auswärts” kommt, heißt die Kategorie folgerichtig “Auswärtsspiel”. Wir sind nicht nur gespannt, wieviel effzeh in den Anhängern der anderen Bundesligisten steckt, sondern erwarten auch eine Einschätzung zur Situation der eigenen Mannschaft.

Der Traum von Berlin lebt noch – und steht in Hamburg auf dem Prüfstand. Beim krisengeschüttelten HSV, der erst am Wochenende einen enorm wichtigen Erfolg gegen Leverkusen feierte, kämpft unser glorreicher 1. FC Köln um den Einzug ins Pokal-Viertelfinale. Vor dem Duell zweier früherer Schwergewichte des deutschen Fußballs sprechen wir mit HSV-Blogger Alexander, der unter viertermann.com über seinen Verein schreibt, über die zwei Gesichter der Rothosen, den ehemaligen effzeh-Verteidiger Mergim Mavraj und das Image des Chaosklubs, das den Hanseaten anhaftet.

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Das 1:0 gegen Leverkusen war für den HSV enorm wichtig im Abstiegskampf. Die Erleichterung, dass der erste Sieg 2017 gelungen ist, dürfte entsprechend groß sein, oder?

Ja, klar. Der Druck vor dem Spiel war enorm! Es verbleiben ja immer weniger Spiele, in welchen man sich vor dem Abstieg retten kann…

Der Start ins neue Jahr war sehr holprig, gerade der Auftritt in Ingolstadt war erschreckend. Wie sind solche Leistungsschwankungen zu erklären?

Foto: Marc Mueller/Bongarts/Getty Images

Die dürften das Resultat mehrerer Faktoren sein: Beim HSV haben sie es ja in den letzten Jahren in relativ kurzer Abfolge mit sehr unterschiedlichen Trainertypen versucht. Vom eher ballbesitzorientierten Fußball unter Thorsten Fink zum „Konter“-Trainer Slomka war (fast) alles dabei. Die Mannschaft musste sich immer wieder an zum Teil ganz andere taktische Ansätze gewöhnen. Wie sollen unter derartigen Voraussetzungen Stabilität und Konstanz entstehen? Konstant, so könnte man spötteln, war beim HSV der letzten Jahre doch nur eins: Unruhe in und rund um den Club. Man darf nicht vergessen, dass Markus Gisdol erst nach Beginn der Saison verpflichtet wurde und daher im Sommer keine gemeinsame Saisonvorbereitung mit der Mannschaft hatte. Dazu gesellten sich erneut zahlreiche Neuverpflichtungen, die erst integriert werden müssen. Das ist ein Prozess, der grundsätzlich Zeit benötigt.

Beim HSV haben sie es ja in den letzten Jahren in relativ kurzer Abfolge mit sehr unterschiedlichen Trainertypen versucht. Wie sollen unter derartigen Voraussetzungen Stabilität und Konstanz entstehen?

Auffällig in den letzten Jahren ist auch, dass die Truppe regelmäßig gegen vermeintlich ebenbürtige Gegner enttäuschte, um dann gegen klar favorisierte Gegner (BVB, Gladbach, Bayer) mit positiven Leistungen und Resultaten zu überraschen. Das ist meines Erachtens auch eine Frage der inneren Einstellung der Spieler. Auch hier gab es mindestens in der Vergangenheit erhebliche Mängel bei der Mentalität des Teams. Und auch daran wurde und wird weiter gearbeitet werden müssen.

In der Winterpause wurde in Hamburg nochmals gut nachgelegt. Ihr habt nicht nur uns Mergim Mavraj abgeluchst, ihr habt dazu noch Papadopulos und Wallace an die Elbe gelockt. Sind damit die Schwachstellen im Kader ausgemerzt?

Mavraj und Papa sind in meinen Augen ganz erhebliche Verstärkungen. Auch im Hinblick auf die eben angesprochenen Mentalität. Dass wir in den letzten Jahren offensiv erhebliche Defizite hatten, lag zudem nicht nur am Sturm sondern auch an dem Schlafwagentempo, mit dem wir vor Gisdols Amtsantritt aus der Abwehr gespielt haben. Walace ist bislang nicht einzuschätzen, da er ja noch nicht eine Minute für uns gespielt hat. Dem wird man einige Eingewöhnungszeit zubilligen müssen. Mit Blick auf den Kader war die Verpflichtung eines Sechsers jedoch absolut sinnvoll und dringend geboten.

Foto: Martin Rose/Bongarts/Getty Images

Mergim scheint jedenfalls in den ersten Partien einen guten Eindruck hinterlassen zu haben, knüpft nahtlos an die Leistungen aus den effzeh-Tagen an. Siehst du ihn für den HSV bereits ähnlich wertvoll, wie er bei uns in den ersten 16 Spielen war?

Wir werden sehen. Vielleicht wird er für uns am Ende sogar noch wertvoller, da er charakterlich besser ins Team zu passen scheint als der doch immer etwas umstrittene Spahic.

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Image als Chaosklub und Gönner Klaus-Michael Kühne 

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