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Vorletzter gegen Letzter – oder: Hamburger SV gegen 1. FC Köln. Ein Sechspunktespiel, das Abstiegskampf pur verheißt. Wir sprechen vor der Partie mit HSV-Blogger Ulrich Hetsch.

Wenn der 17. der Bundesliga auf das Schlusslicht der Tabelle trifft, dann heißt das Abstiegskampf pur. Für den Hamburger SV und den 1. FC Köln wird es am Samstagabend im Topspiel des Spieltags (hahaha, guter Einfall!) richtig, richtig ernst. Die Situation in Köln ist trotz des Derbysieg sehr bescheiden, doch auch der HSV muss heftig kämpfen in dieser Saison. Nach Topstart ging es steil bergab für die „Rothosen“. Mit Blogger Ulrich Hetsch, der auf hsv-arena.hamburg äußerst pointiert und kritisch über seinen Verein berichtet, sprechen wir über die Gründe des Hamburger Tiefflugs, über Mäzen Klaus-Michael Kühne und über altbekannte Probleme in der Hansestadt.

Vorletzter gegen Letzter; Am Samstagabend kommt es in Hamburg wohl zu der Verkörperung des Abstiegskampfes. Während allerdings bei uns nach dem Derbysieg die Hoffnung regiert, scheint die Stimmung in der Hansestadt aktuell ziemlich reserviert zu sein. Trügt unser Eindruck?

Nein, der Eindruck trügt keinesfalls, die Stimmung in Hamburg ist am Tiefpunkt. Dies hat allerdings nicht ausschließlich mit der sportlichen Performance, sondern mit dem Erscheinungsbild des HSV als Gesamtheit zu tun. Ein Skandal jagt den nächsten, der Verein ist im Grunde insolvent. Man hat in den letzten vier Jahren mehr als 120 Millionen Euro in die Mannschaft investiert und die Leistungen werden immer schlechter. Die Fans, selbst die Hardcore-Fans sind müde und erschöpft von den letzten Jahren und viele wünschen sich mittlerweile eine Abstieg herbei, damit das Elend endlich ein Ende hat.

>>> Endspiel in Hamburg für den 1. FC Köln: Hoffnung am Leben halten

Der Start in die Rückrunde ist dem HSV gewaltig misslungen – der schwache Auftritt beim 0:1 in Augsburg brachte alle Beteiligten zurück auf den Boden der Tatsachen. Könnte das ein Augenöffner zum rechten Zeitpunkt gewesen sein?

Die Aussagen der Verantwortlichen sprechen eine andere Sprache, zumindest nach außen. Man tut im Grunde so, als wäre immer noch alles in bester Ordnung, man müsse sich lediglich auf seine Heimstärke besinnen, dann wird das schon. Tatsache ist aber, dass der HSV von den letzten 8 Heimspielen nur 3 gewonnen hat. Trainer Markus Gisdol versucht verzweifelt, die Dauerkrise wegzugrinsen, aber das nimmt ihm keiner mehr ab. Der Sportchef (Jens Todt) ist eine Witzfigur und Vorstandsvorsitzender Bruchhagen gilt als arroganter Schnösel, der seine Hauptaufgabe darin sieht, sich in Sport-TV-Shows zu präsentieren.

Foto: Lukas Schulze/Bongarts/Getty Images

Lediglich 15 Punkte haben deine „Rothosen“ auf dem Konto, auch in dieser Saison geht es wieder einmal nur ums nackte Überleben im Abstiegskampf. War das für dich erwartbar oder sollte doch 2017/18 mehr herausspringen?

Für mich war es erwartbar und ich habe bereits vor der Saison darauf hingewiesen, wie übrigens vor den letzten drei Spielzeiten auch. Aber von vielen wird man nicht für voll genommen, wenn man warnende Argumente bringt. Die Transfers vor dieser Saison (Hahn, Pollersbeck, van Drongelen, Thoelke, Papadopoulos fest verpflichtet nach Leihe) haben erneut mehr als 19 Millionen Euro gekostet, haben die Mannschaft, die in der letzten Saison erst in der 88. Minute des letzten Spieltages die Relegation vermieden hat, nicht verstärkt. Dazu hat sich der Verein auf der Position des Torhüters (Mathenia für Adler, der nach Mainz ging) signifikant verschlechtert. Wie also sollte so ein besseres Ergebnis rausspringen? Das aber wollten nicht viel hören, heute sehen sie es.

Die Transfers vor dieser Saison haben erneut mehr als 19 Millionen Euro gekostet, haben die Mannschaft, die in der letzten Saison erst in der 88. Minute des letzten Spieltages die Relegation vermieden hat, nicht verstärkt. Wie also sollte so ein besseres Ergebnis rausspringen?

Dabei begann die Spielzeit doch hervorragend, mit dem Auswärtssieg im Hinspiel sprangen die Hamburger sogar an die Spitze. War das lediglich ein Strohfeuer, das nur kurz lichterloh brannte?

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Man muss sehen, wie diese beiden Anfangserfolge zustande kamen. Der 1:0-Heimsieg gegen Augsburg war komplett unverdient, im Spiel in Köln traf man auf einen hektischen Gegner, der neben sich stand und trotzdem streute das scheinbar deutliche 3:1 Sand in die Augen. Was dieser Sieg wert war, konnte man an der anschließenden Saison der Kölner erkennen, aber nach dem 2. Spieltag wuchsen bei einigen in Hamburg die Bäume schon wieder in den Himmel. Im Heimspiel danach (0:2 gegen Leipzig) war man absolut chancenlos, aber das wurde nicht erkannt, sondern als Betriebsunfall deklariert. Und so nahm die Saison ihren Lauf….

Auf der nächsten Seite: Die Probleme des HSV, das ramponierte
Image und die Probleme bei einem möglichen Abstieg

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7 Kommentare

  1. Man sollte vielleicht auch erwähnen, dass Ulrich Hetsch („Gravesen“ in seinem Blog) so ziemlich den primitivsten HSV-Blog der Geschichte betreibt. Sein Blog strotzt vor Beleidigungen und primitiver Gossensprache, in den Kommentaren macht er jeden runter, der eine andere Meinung hat, und ich kenne keinen HSV-Fan mit einem erwähnenswerten Intellekt, der sich auch nur in die Nähe seines Blogs wagt. Man kann einfach mal nach dem Namen Ulrich Hetsch googlen, da sieht man größtenteils Ergebnisse, in diesen diese Person kritisiert wird für ihre primitiven Umgangsformen. Man hätte sich lieber einen seriösen Blogbetreiber für das Interview suchen sollen, zum Beispiel die vom Blog „Rautenperle“ (wobei gegen diesen Blog von Ulrich Hetsch auch sehr gerne mal gehetzt wird; wenn auch nicht so niveaulos, wie er gegen „Matz ab“ hetzte, ehe dieser Blog kurz vor Silvester aufgelöst wurde). Also, die „HSV-Arena“ lesen die wenigsten HSVer, die Ahnung von Fußball haben.

    • Steffi Simone am

      Richtig ist, dass der „Gravesen“ keine anderen Meinungen duldet und auf niederem Niveau beleidigt. Richtig ist aber, dass hsv-arena inhaltlich der anspruchsvollste und investigativste Fußballblog ist, sehr wahrscheinlich deutschlandweit. Die erwähnte Rautenperle, der größte Blog, selbsternannt „journalistisch“ ist inhaltlich und schreiberisch niveaulos. Die Kommentare dort sind aber äußerst zahlreich und lebhaft, haben sich verselbstständigt. Hier unterhalten und streiten sich HSV-„Hüpfer“, Rentner (teilweise die beides), schlaue Kritiker und schlaue Ironiker. Inhaltlich nehmen die Perle nur die Idioten ernst.

      Also: Also als verselbständigtes Fan-Forum sehr unterhaltsam die Rautenperle. Als kritisches investigativen Blog die hsv-arena.

    • Und genau wegen Leuten wie Dir, die nicht im Ansatz verstehen oder bereits verstanden haben, was in Hamburg passiert, wird sich dort wahrscheinlich auch nie etwas ändern. Nie, weil es immer noch ein paar verstrahlte Persönlichkeiten geben wird, die weiter solche Sinnlosigkeiten wie „Nur der HSV“ und „Unabsteigbar“ in die Welt posaunen, ohne auch nur den Hauch von Verstand an den Tag zu legen, um zu kapieren, dass es nicht irgendein Blogger ist, der den HSV kaputtredet ( manchmal in der Tat in einer durchaus diskussionswürdigen Art und Weise), sondern das Kollege Hetsch lediglich die Wahrheit abbildet. Es will Sie nur keiner hören.
      Das dagegen ausgerechnet ein Herr Scholz mit seinem Blog als positiv dargestellt wird, lässt Dein Verständnis zur Situation des HSV sehr deutlich erkennen: Hüpfen und kein Plan von gar nichts haben. Hauptsache das Bier im Stadion ist nicht warm, der Rest wird schon……

  2. Ihr fragt also tatsächlich Ulrich Hetsch. Der Hetsch, welcher andere Menschen öffentlich in seinen „Blogs“ oder Twitter als Patienten, fette Quallen, Amöben, verschissene Würste, Psychopathen, (die Liste ließe sich beliebig erweitern, gerne mal nachlesen) bezeichnet und gegen Alles und Jeden stänkert, und das mit beleidigensten Ausdrücken, was mit dem HSV zu tun hat, der bei der kleinsten Kritik an sich mit Polizei und Staatsanwaltschaft droht und selbst gerne anderen Anhängern „in die Fresse treten“ würde (Twitter)? Vielleicht mal vorher besser erkundigen mit welcher Person man es zu tun hat!

  3. Was die Spieler-Agentur von Volker Struth angeht, habe ich mich hier beim effzeh.com schon einmal kritisch geäußert. Ich habe gar nichts dagegen, wenn effzeh.com die Beraterszene als undurchsichtige Branche bezeichnet und die Gefahren aufzeigt, die mit dem Wirken von Volker Struth und seiner Berater-Kollegen verbunden sein können. Nur: Ich will als Leser aber nicht mit Vermutungen und Behauptungen versorgt werden, sondern will ganz genau wissen, wann und wo und in welchen Fällen zum Beispiel Volker Struth dem 1. FC Köln finanziell oder sportlich oder sonstwie geschadet hat. Das wäre seriös. Nur zu sagen: „Ja, Ihr wisst doch Jungs, die Berater sind Gangster, denn die können ja das und das mit den Vereinen und Spielern anstellen …“., das ist mir zuwenig. Das ist nicht informierend, dass ist populistisch – finde ich. In dem Interview mit dem HSV-Blogger Ulrich Hetsch legt dieser ja nahe, dass Volker Struth für den Niedergang des HSV und des 1. FC Köln mitverantwortlich sei, in irgendeiner nicht näher beschriebenen Weise. Aber wenn das so wäre, dann müsste das doch bewiesen werden: Volker Struth hat das und das getan und das, was er getan hat, hat schließlich dazu geführt, dass der HSV und Köln auf Platz 17 und 18 der Tabelle stehen. Kann denn der effzeh.com solche Fakten liefern? Ich vermute, nein, sonst wären sie doch schon längst veröffentlich worden.
    Mir geht es mit diesem Kommentar eigentlich gar nicht um Invenstoren und Berater. Ich habe den Eindruck, dass hier nur Sündenböcke gesucht werden, um sich nicht mit der Wirklichkeit auseinanderzusetzen zu müssen. Tatsache ist doch, dass der FC nicht wegen Volker Struth enorme Probleme bekommen hat, sondern wegen der zuletzt schlechten Arbeit der beiden sportlich Verantwortlichen (die Ulrich Hentsch im hellsten Licht schildert: „der sympathische Trainer Stöger und der clevere Manager Schmadtke“) und der mangelnden Aufsicht über die sportlich Verantwortlichen seitens FC-Vorstandes. Hier liegt der Hund begraben, nicht in irgendwelchen antikapitalistischen Verschwörungstheorien, die nur den linken und rechten Populismus bedienen.

    • Lieber Herr Lenz,

      danke für ihren Kommentar. Es handelt sich bei diesem Beitrag um ein Interview, nicht um eine Analyse, Reportage oder sonstiges Format. Herr Hetsch äußert seine Meinung in diesem Gespräch. Sie müssen weder der selben Meinung sein, noch sie für bare Münze nehmen – ein Recht auf eine weitere Erläuterung haben sie allerdings nicht. Abgesehen davon hat effzeh.com das Interview lediglich geführt, die Antworten kommen von Herrn Hetsch, dementsprechend könnte auch nur Herr Hetsch mehr dazu sagen. Besten Gruß!