Nach zwei Auftaktniederlagen reist der effzeh nach Augsburg. Dort konnte man in den letzten Jahren kein Bundesligaspiel gewinnen. Im Gegenteil: meist waren die Spiele kaum auszuhalten. Was spricht dafür, dass es dieses mal besser wird? Unser Vorspiel.

Man habe während der Länderspielpause den “Resetknopf gedrückt”, sagte Dominique Heintz im „kicker“ über die Zeit, in der der effzeh sich auf das Auswärtsspiel in Augsburg vorbereitet hat. Auch Peter Stöger betonte, dass ihm die aktuelle Intensität im Training besser gefalle, als die vorherige. Diese hatte vergangene Woche dazu beigetragen, dass der effzeh zur Halbzeit in einem Testspiel gegen den TV Herkenrath 1:2 zurücklag. Nachdem Stöger offensichtlich einen Wutanfall hatte, schlug man den Gegner am Ende noch mit 7:2.

Eine höhere Intensität und mehr Zielstrebigkeit hatten in den ersten beiden Ligaspielen spürbar gefehlt. Zu lasch war der Auftritt gegen Gladbach, zu harmlos und nachlässig der gegen den HSV. Gerade in der Offensive hatte der effzeh große Probleme, gute Torchancen zu kreieren und die Stürmer in entsprechende Abschlusspositionen zu bringen. Das Fehlen von Anthony Modeste und die ausgebliebenen Upgrades im Mittelfeld schmerzen weiterhin.

Augsburg spielt ähnlich wie der HSV

Aber das Jammern hilft bekanntlich nicht mehr; die Transferperiode ist vorbei und die Mannschaft komplett. Gegen die bayrischen Schwaben kann Peter Stöger auf den kompletten Kader zurückgreifen – abgesehen von den angeschlagenen Marcel Risse und Milos Jojic. Spannend wird sein, ob der Coach auf die Viererkette des Hamburgspiels vertraut, oder wie vom mancherorts spekuliert den russischen Nationalspieler Konstantin Rausch für Jannes Horn einsetzt. Jonas Hector, in der deutschen Nationalelf abermals als Linksverteidiger unterwegs, dürfte ebenso wie Matthias Lehmann im zentralen Mittelfeld auflaufen. Marco Höger, der sich kürzlich im „Kölner Stadt-Anzeiger“ unzufrieden über seine Situation äußerte, könnte somit erneut auf der Bank Platz nehmen.

AUGSBURG, GERMANY - APRIL 15: Ja-Cheol Koo of FC Augsburg battles for the ball during the Bundesliga match between FC Augsburg and 1. FC Koeln at WWK Arena on April 15, 2017 in Augsburg, Germany. (Photo by Jan Hetfleisch/Bongarts/Getty Images)

Foto: Jan Hetfleisch/Bongarts/Getty Images

Der Gegner aus Augsburg hat derweil seit Jahren die gleiche Spielanlage: hinten gut stehen und abwarten, nach vorne schnell umschalten, jeden Offensivstandard aggressiv ausspielen und natürlich zahlreiche kleine Fouls im Mittelfeld austeilen. Das erinnert nicht zufällig an den HSV, der unter Markus Gisdol eine ähnliche Spielweise an den Tag legt. Umso stärker muss der effzeh aufpassen, dass er sich nicht wieder ein unnötiges Gegentor fängt und in Rückstand gerät. Genau darauf spekuliert der FCA. Und die Fuggerstädter wissen auch, wie schwer es dem effzeh fällt, gegen tief stehende Gegner Torchancen zu erspielen. Der kölsche Angstgegner hat allerdings ähnliche Schwächen, weshalb das erste Tor des Spiels auch schon entscheidend sein könnte. „Augsburg ist von der Statistik her schwierig“, sagt FC-Trainer Peter Stöger zur grausigen Kölner Bilanz beim FCA. „Aber wir haben schon viele Statistiken gedreht.“

Das erste Tor könnte entscheiden

Manuel Baum kann derweil personell aus dem Vollen schöpfen, zudem errang das Team vor zwei Wochen in der Schlussphase ein Remis gegen Borussia Mönchengladbach. Der FCA dürfte somit durchaus selbstbewusst in das Heimspiel gegen die Kölner gehen. Wenn der effzeh defensiv nicht nachlässig ist, geduldig bleibt und selbst Offensivakzente setzt, kann er das Spiel aber natürlich dennoch gewinnen – wenn man die Kader der beiden Kontrahenten vergleicht, kann man durchaus Vorteile aus Kölner Seite erkennen. Allerdings wäre ein Führungstreffer dazu von großer Wichtigkeit. Denn Augsburg ist zwar grundsätzlich im unteren Ligadurchschnitt angesiedelt, doch die Mannschaft ist kampfstark und weiß, wie sie ihren Gegnern schaden kann.

[irp posts=“38039″ name=“effzeh-Neuzugang Cordoba über den Saisonstart: Wir bleiben gelassen““]

Ein schönes und ansehnliches Fußballspiel dürfte es – das scheint schon jetzt klar zu sein – am Samstag somit auf gar keinen Fall werden. Aber das muss es ja auch gar nicht. Solange der effzeh den ersten Bundesligasieg des neuen Jahrtausends in Augsburg holt und sich für die Rückkehr auf die internationale Bühne gegen Arsenal das nötige Selbstvertrauen holt, ist das ja völlig ausreichend.

Voraussichtliche Aufstellungen

Augsburg: Hitz – Framberger (Opare), Gouweleeuw, Hinteregger, Stafylidis – Khedira, Baier – Schmid, Gregoritsch, Max – Finnbogason.

Köln: T. Horn – Klünter, Sörensen, Heintz, J. Horn – Lehmann, Höger, Hector – Bittencourt, Osako – Cordoba

Mehr zum Spiel gibt es im Bundesliga-Special bei meinsportradio.de:

Teilen:

Der Kommentarbereich ist geschlossen.