Während der 1. FC Köln sportlich und wirtschaftlich so gut dasteht wie seit Ewigkeiten nicht, dürften im Hintergrund still und leise die Verhandlungen mit einem Investor laufen.

Die sportliche Situation des effzeh ist so gut wie seit langem nicht, zudem wird der Schuldenberg immer kleiner – der 1. FC Köln ist auf dem besten Weg, die katastrophalen Jahre zu Beginn des Jahrtausends vergessen zu machen. Mögliche Transfererlöse in Höhe von 50 Millionen Euro durch einen Modeste-Verkauf, ein Stadion-Ausbau und steigende TV-Erlöse sind Ausdruck davon, dass der effzeh die finanzielle Konsolidierung fast abgeschlossen hat. Zwar drücken den Verein aktuell noch knapp 20 Millionen Euro Schulden, wie das Finance Magazin festhält – die sonstigen finanziellen Zahlen sind aber mehr als rosig.

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Die wirtschaftlichen Zahlen beeindrucken Jahr für Jahr

Der Umsatz steigt Jahr für Jahr, das Eigenkapital wird ebenfalls größer und Transfererlöse können komplett in die Mannschaft reinvestiert werden. Bis auf Timo Horn verfügen alle Leistungsträger über langfristige Verträge, der Torwart könnte laut dem Finance Magazin auf dem Transfermarkt etwa zehn Millionen Euro einbringen. Bei Modeste, Hector oder Bittencourt sieht das allerdings anders aus: Die Stützen des sportlichen effzeh-Erfolgs sind bis 2021 unter Vertrag, weshalb sich Finanz-Geschäftsführer Wehrle zurücklehnen kann – die Not, Spieler abzugeben zu müssen, besteht momentan nicht.

Doch auch in Köln wachsen die Bäume nicht in den Himmel, die Entwicklung muss irgendwann an ihre Grenzen stoßen. Die Stadionmiete in Müngersdorf ist extrem hoch, außerdem gehen durch das vergleichsweise geringe Fassungsvermögen und die hohe Auslastung jährlich zwischen zehn und 15 Millionen Euro flöten. Langfristig muss der 1. FC Köln also über die Frage nachdenken, wie mit der Stadion-Frage umgegangen werden soll – wohlwissend, dass sowohl ein Aus- als auch ein Umbau erhebliche finanzielle Summen verschlingen würde. Soweit ist der effzeh Stand heute noch nicht, weswegen für die Zukunft einige Fragen beantwortet werden müssen. Reichen Transfererlöse aus, um die notwendigen Rücklagen zu erzielen? Oder muss eventuell der Einstieg eines externen Investors ins Auge gefasst werden, damit der 1. FC Köln zum Eigentümer des Stadions und zu einem Stammgast in Europa werden kann?

Funktioniert der nächste Schritt nur mit einer externen Finanzspritze?

Das Finance Magazin schreibt, dass Alexander Wehrle an einen „strategischen Partner“ denkt, „der 20 bis 25 Prozent der Klubanteile übernehmen könnte.“ Wehrles Gedanken werden allerdings dargestellt, ohne sie mit einem tatsächlichen Zitat zu belegen

Eine Veräußerung in dieser Größenordnung könnte laut dem Finance Magazin einen Geldregen in Höhe von 50 Millionen Euro bringen. Es wäre zwar eine Milchmädchenrechnung, würde man versuchen, diese Summe mit einem Modeste-Transfer zu vergleichen – das Gedankenspiel, einen Investor mit ins Boot zu holen, dürfte am Geißbockheim allerdings mehr als einmal thematisiert worden sein.

Man kann darüber spekulieren, woher der Investor kommen könnte und welche Ziele er hegen könnte. Deutet man die Indizien, landet man aber unweigerlich in China: Die Kooperation mit dem Verein Liaoning FC aus Shenyang könnte nur der Beginn sein. Seit Ende November des vergangenen Jahres besteht die Kooperation, das Techtelmechtel mit dem Land der Mitte dauert aber schon etwas länger an. Die Firma Infront, Vermarktungspartner des 1. FC Köln, gehört beispielsweise der Wanda Group. Diese wurde, wie es der Zufall will, 1988 in der Provinz Liaoning gegründet. Kontakte bestehen also bereits seit längerer Zeit. Es ist also durchaus möglich, dass momentan Verhandlungen laufen könnten, um eventuell einen gewissen Prozentsatz der Klubanteile an einen chinesischen Partner abzugeben. Ein weiteres Indiz ist, dass die beiden Geschäftsführer Mitte März nach China reisten – offiziell hieß es, dass dies wegen der Planung einer Testspiel-Reise geschah.

Während die Mannschaft dafür sorgt, dass die leidgeprüften effzeh-Fans seit Ewigkeiten wieder internationalen Reisen träumen dürfen, könnten die Macher im Hintergrund einen zukunftsweisenden Deal vorbereiten. Es wäre vielleicht sogar wahrscheinlich, dass im Jubel um eine eventuelle Qualifikation eine Pressemitteilung veröffentlicht würde, in dem der Einstieg eines chinesischen Investors bekanntgegeben würde.

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2 Kommentare

  1. Peter Roggon am

    Nein Geld schießt keine Tore ! Das sieht man definitiv in der Bundesliga bei Manschaften die finanziell wesendlich besser gestellt sind als beispielsweise der 1.FC Köln. Die hängen trotzt großer Investitionen weit hinter Ihren Ansprüchen zurück. Oder ?

  2. H.-Th. Schmitz am

    Kein Investor — keine Abhängigkeiten! Weiterhin aus eigener Kraft konsolidieren und sich weltweit um Großsponsoren kümmern! Es gibt doch das Vorbild im deutschen Profifußball, Fußball ist ein multinationales Business und die Aussage “ Geld schießt Tore“ ist immer noch richtig!