ANZEIGE
ANZEIGE

Der 1. FC Köln empfängt am Sonntag Bayer Leverkusen und es fehlt die rechte Motivation für den Stadionbesuch. Doch auch vor dem „Derby“ gilt: Es muss ja weitergehen, immer weiter.

Ein weiterer Sonntag, ein weiteres Bundesligaspiel im Müngersdorfer Stadion. Doch was motiviert überhaupt noch für einen Stadionbesuch beim Tabellenletzten? Es fällt momentan nicht leicht, in irgendeiner Form Begeisterung oder Freude für den 1. FC Köln aufzubringen. Auch die Hoffnung auf ein wie auch immer geartetes, positives Ende einer grotesken Saison ist schon längst erloschen. Das war sie eigentlich schon zum Ende der Hinrunde.

All die zarten Pflänzchen, die bis dahin vorsichtig keimten, wurden wüst wieder kaputtgetreten und so ist es höchstens noch das Pflichtbewusstsein, was einen als Fan des 1. FC Köln ins Stadion treibt. Vielleicht auch noch das Wiedersehen von Freunden auf der Tribüne oder die vorerst letzten Chancen auf Bundesligafußball. Mehr Motivation bleibt eigentlich nicht.

Ruthenbeck-Optimismus verflogen

Vor dem sonntäglichen Aufeinandertreffen gegen das wiedererstarkte Bayer Leverkusen sind die Erwartungen an die Elf von Stefan Ruthenbeck dementsprechend niedrig. Der Anfangsoptimismus, den der forsche und authentische Neu-Trainer rund ums Geißbockheim verbreitete, ist spätestens nach den komplett ernüchternden Niederlagen gegen die „Konkurrenz“ aus Bremen und Stuttgart völlig verflogen.

Foto: Christof Koepsel/Bongarts/Getty Images

Selbst die kühnsten Optimisten dürften den Abstieg mittlerweile akzeptiert haben. Wer vernünftig war, hat seinen Seelenfrieden mit dieser Saison schon in den Weihnachtsferien gemacht. Es ist eigentlich sowieso egal, was noch passiert in dieser Spielzeit, in der Fans und Mannschaft in Müngersdorf alles Negative durchlebten, was der Fußball nur bieten kann, in der sich alle Formen der Niederlage in einer erstaunlich kreativen Weise abwechselten.

Der 1. FC Köln 2017/2018: Beispiellos kreative Pleiten

Es wurden Last-Minute-Tore bejubelt, die dann doch keine waren. Es wurden Schiedsrichterentscheidungen in wahlloser Form gegen den effzeh korrigiert. Es wurden individuelle Fehler gemacht, immer und immer wieder. Es wurden Spiele verloren, in denen das Heimteam die deutlich bessere Mannschaft war und es wurden Spiele verloren, die aufgrund eines horrenden Vorsprungs eigentlich nicht mehr zu verlieren waren. Heimspiele bedeuteten in dieser Saison absoluten Frust und schlechte Laune – für Spieler wie Fans gleichermaßen. Immer wenn man dachte, dass es nicht mehr schlimmer ginge, wurde es eben das. All diese Tatsachen helfen aber nur wenig vor dem Hintergrund, dass tatsächlich noch acht Spiele auszutragen sind.

>>>Restsaison des 1. FC Köln: Lahme Enten taumeln dem Ende entgegen

Und so gilt vor dem Derby gegen den Rivalen von der anderen Rheinseite das kahnsche Credo: „Weiter, immer weiter!“ Der Lauf der Dinge lässt sich nicht ändern und so heißt es wieder Moral zeigen, auf den Rängen und auf dem Platz. Moral war sowieso die einzige Tugend, die in der Mannschaft beinahe dauerhaft funktionierte, weswegen die Stimmung auch bis heute noch nicht eklatant gegen das Team umschwang. Fernab der Millionen, die sie verdienen, taten einem die Jungs schon beinahe leid. Prädikat „stets bemüht“ bei völliger Erfolgslosigkeit. Die Stimmung um den großen Ersten Fußballclub Köln? Fatalistisch, dem Schicksal ergeben. Was heißt das alles für das anstehende Heimspiel?

Bailey, Brandt und Co.: Bayer-Offensive macht Angst

Zunächst einmal dürfen sich die Zuschauer auf einen Gegner freuen, der als eine der wenigen Bundesliga-Mannschaft halbwegs attraktiven Fußball spielt und über eine extrem gefährliche Offensive um Alario, Volland, Brandt und Bailey verfügt (Letzterer kostete Bayer im Übrigen drei Millionen Euro weniger als Cordoba den effzeh).

Foto: Christof Koepsel/Bongarts/Getty Images

ANZEIGE

Dementsprechend sollten sich effzeh-Fans vor dem Hintergrund der defensiven Unzumutbarkeiten der letzten Wochen auch auf Gegentore einstellen – ähnlich wie im Hinspiel, als Bailey den 0:1-Rückstand durch Guirassy beinahe im Alleingang in einen Sieg umwandelte. Ansonsten fehlen Ruthenbeck in Jojic (Muskelverletzung) und Sörensen (Trümmerbruch der Nase – wenig überraschend nach den Bildern aus Bremen) zwei bewährte Kräfte, sodass Dominic Maroh eventuell zu seinem ersten Einsatz nach einer halben Ewigkeit kommt.

Maroh-Comeback und noble Wünsche?

Vielleicht bringt ja der Routinier etwas mehr Stabilität in das äußerst fragile Defensivkonstrukt. Vielleicht bringt sich die Mannschaft auch mal nicht um alle Früchte der Arbeit. Vielleicht spielt sie auch mal zwei Halbzeiten lang konstant gut, verschläft mal nicht die erste oder bricht in der zweiten auseinander. Ein insgesamt nobler Wunsch. Da Stadionbesuche in dieser Saison aber bislang in jeglicher Hinsicht Enttäuschung hervorriefen, kann dieses Spiel eigentlich nur noch positiv überraschen. Egal wie es letztlich ausgeht, weiter geht es sowieso, immer weiter.

Teilen:

Der Kommentarbereich ist geschlossen.