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Für viele Bundesligisten sind Digitalisierung und Internationalisierung gerade wichtige Themen. Inwiefern kann eine Kooperation mit SK Gaming dort von Interesse sein?

Hedderich: Teams wie SK Gaming agieren mit dem „digital first“-Ansatz und sind von Natur aus international aufgestellt. Nationale Ligen gibt es, aber die ganz großen Turniere finden international statt. Daher hat SK Gaming sicherlich große Expertise darin, eine internationale Fangemeine aufzubauen und zu pflegen.

Die Bundesliga an sich ist bereits ein großes Geschäft, doch auch e-Sports holt kräftig auf, wenn es um Umsätze geht: wie sehen konkret die nächsten Schritte aus, e-Sport in der Gesellschaft konsensfähig zu machen?

Hedderich: Eine Anerkennung und Förderung als Sportart wäre sehr hilfreich. Die Groko-Sondierer scheinen da ja endlich verstanden zu haben, dass das Thema auf die Agenda gehört. Mehr Forschung und Prävention gegen Spielsucht und die kritischeren Themen schaden sicherlich auch weiterhin nicht.

E-Sport: „Aktuell fehlt eine gut organisierte Hobby- und Amateur-Ebene“

Die Branche professionalisiert sich zwar langsam, allerdings gibt es in vielen Bereichen noch Luft nach oben. Wenn Du könntest: Wo würdest Du direkt den Hebel ansetzen und Dinge zum Besseren verändern?

Klassische Sportvereine und E-Sports-Teams mehr miteinander verknüpfen. Sprich: Bestenfalls bietet der lokale Sportverein in Zukunft auch E-Sports an. Aktuell fehlt meiner Meinung nach vor allem eine gut organisierte Hobby- und Amateur-Ebene.

GES-Sportfoto/Mercedes-Benz

Viele Bundesligisten beklagen, dass junge Menschen sich anders sozialisieren und mittlerweile nicht mehr so ticken wie frühere Generationen: Durch die Mediennutzung schwindet die Bindung zu einem (lokalen) Bundesligisten, während einzelne Spieler und auch große Weltvereine wie Madrid und Barca immer mehr internationales Publikum anlocken. Kann e-Sport dabei helfen, die Identifikation mit einem deutschen Bundesligisten wieder zu steigern? Lag das vielleicht auch im Interesse des 1. FC Köln?

Hedderich: Das kann ich mir schon vorstellen, ja. Die Internationalisierung werden Pro Gamer nicht aufhalten, aber sie können helfen, die lokalen Teams wieder attraktiver für junge Leute zu machen. Neben Stars wie Messi kennt man jetzt eben auch die Pro Gamer – und oft sind diese noch deutlich authentischer als viele Fußballer. Ich hoffe, das behält sich der E-Sport bei: Geradeaus sein, nicht nur PR-Sprech.

Malte Hedderich: In jungen Jahren bereits ein alter Hase

Du bist mittlerweile selbst FIFA-Kommentator, hast aber früher auch als Profi gespielt und planst offenbar gerade dein Comeback, wenn man deinen Social-Media-Kanälen Glauben schenken darf. Kannst Du uns einen kurzen Abriss über deine bisherige e-Sports-Karriere geben?

Hedderich: Ich habe mich mit 16 für eine Weltmeisterschaft, den ESWC in Paris qualifiziert und war auch in einigen nationalen Wettbewerben vorne dabei. EA, der Spielehersteller, hat mich dann gefragt, ob ich auf der „gamescom“ Promotion-Jobs machen möchte. Dadurch habe ich die Szene aus verschiedenen Blickwinkeln kennengelernt. Das hat sicherlich dazu beigetragen, dass ich unter anderem aktuell als „SPORT1“-Experte arbeite. Und genau, ich habe mich dieses Jahr für die Virtuelle Bundesliga qualifiziert, werde dort also gegen Mirza und Timo antreten und dafür trainiere ich diesen Monat. Das Sportliche ist aber nicht mehr meine höchste Priorität.

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Wo liegen momentan Deine Arbeitsschwerpunkte in Deinem Unternehmen bPartGaming? Wo siehst Du e-Sport im Jahr 2025?

Hedderich: Unser Ziel ist es, FIFA-Interessierten das Spiel und die Wettbewerbe näher zu bringen und coole Inhalte zu kreieren. Ich koordiniere unsere Projekte mittlerweile vorwiegend hinter den Kulissen und kümmere mich beispielsweise um Sponsoren und Werbepartner. 2025 können hoffentlich noch mehr Gamer aus ihrem Hobby einen Beruf machen und im E-Sport-Umfeld arbeiten. E-Sport wird eine der größten Sportarten der Welt sein.

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