Der Traum von Europa lebt bei den Fans des 1. FC Köln weiter auf. Warum das auch in Ordnung so ist, erklärt Ralf Friedrichs in seinem effzeh.com-Kalenderblatt für den April.

„Es hat sich nichts verändert: Wir würden daran teilnehmen. Wir würden sogar sehr gerne daran teilnehmen …. wir würden sogar außerordentlich gerne daran teilnehmen“: Peter Stöger hat sich jüngst zum für manche mittlerweile leidigen Thema „Der FC & Europa“ geäußert und dafür wählte er diese eher humorige Variante. Bei dieser Aussage hatte er nämlich ein sichtbares Lächeln aufgesetzt, mit seiner Leichtigkeit nimmt er sicher etwas Druck vom zuletzt doch stärker dampfenden Europa-Kessel.

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Das Kalenderblatt des Aprils weist nur noch wenige Tage auf und der 1.FC Köln hat trotz der ob ihrer Art und Weise sehr schmerzenden Niederlagen im Derby gegen Mönchengladbach und in Augsburg immer noch die Möglichkeit den Traum von Europa zu verwirklichen. Allerdings sitzen dem Verein nun sogar schon die Relegationsplatzanwärter im Nacken, auch nach unten muss man schauen und dringend punkten.

Woher kommt der Europa-Drang?

Europa, Europa, Europa. Warum nur ist dieser Traum in Köln und bei seinen Fans überall im Lande so unfassbar intensiv? Unabhängig davon, ob der FC es diese Saison tatsächlich schafft, wollen wir uns doch einmal mit dieser Frage befassen. Schließlich hat der FC-Fan diesen Traum schon sehr lange und er wurde auch in den düstersten Zweitligazeiten geträumt. Es hat wohl damit zu tun, weil man den Fans vor langer Zeit etwas genommen wurde, was man für selbstverständlich hielt.

Der letzte große Triumph 1983
Foto: Bongarts/Getty Images

Es mag für die jüngeren Anhänger kaum fassbar klingen, aber die Teilnahme an den europäischen Wettbewerben war mit einer gewissen Routine verbunden. Niemand hat das je besser ausgedrückt als die effzeh-Legende Hannes Löhr. Der 2016 verstorbene Rekordtorjäger der „Geißböcke“ gab auf die Frage, ob in seiner Zeit eine Saison ohne europäische Teilnahme denkbar gewesen sei, folgendes zu Protokoll: „Wir hätten ja alle nicht gewusst, was wir sonst am Mittwochabend machen sollen.“

Ein Gedankenspiel: 25 Saisons im Europapokal in der heutigen Zeit

Die Teilnahme an den europäischen Festspielen des Fußballs war bei den Profis, aber auch bei den Anhängern ein fester Termin im Kalender. Etwa wie der Kegelabend mit Jupp oder das Familienessen beim Italiener, um europäisch zu bleiben. Wenn einem aber etwas scheinbar Selbstverständliches genommen wird, dann entsteht eine gewisse Leere. So empfindet der effzeh-Fan auch diese mittlerweile 25 Jahre andauernde Europa-Pause, in denen er Clubs wie Hannover 96, den SC Freiburg oder den FC Augsburg bei ihren Europareisen zusehen musste. Zu der Leere kam Schmerz hinzu, denn auch ein Verein wie Bayer Leverkusen hat mittlerweile eine fette Europapokalhistorie angesammelt.

Weisweiler und Overath
&copy J. Küch (Wikipedia)

Für den 1. FC Köln war es umso schlimmer, weil er sich just in dem Moment aus Europa abmeldete, als es wirklich ans Geld verdienen ging. Als der effzeh 1992 bei Celtic Glasgow die Segel strich, war soeben die Champions League geboren worden, die den alten Europapokal der Landesmeister abgelöst hatte. Ein kleines Gedankenspiel sei in diesem Zusammenhang erlaubt, der 1.FC Köln hat quer über alle Wettbewerbe 25 Europapokalsaisons gespielt und dabei 160 Spiele absolviert.

In acht Spielzeiten gehörte man zu den letzten vier in Europa und einmal konnte man das Halbfinale für sich entscheiden und ins Finale einziehen. Was wäre der FC für ein steinreicher Verein geworden, hätte es die Champions League in ihrer jetzigen Form bereits vorher gegeben. Alleine die vielen UEFA-Cup-Teilnahmen hätten nach heutiger Wertung oft zum Einzug in die Champions League gereicht.

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& warum wir nicht das Träumen aufgeben sollen

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