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Daniel Meyer, seit 2016 beim 1. FC Köln, ist Leiter des Nachwuchsleistungszentrums und coachte beim JuniorCup die U19 – danach stand er uns für ein Gespräch zur Verfügung.

Mit dem fünften Rang feierte der 1. FC Köln und seine U19 nach einem schwächeren Start doch noch ein versöhnliches Ende beim 28. JuniorCup in Sindelfingen. Betreut wurde die Mannschaft von Daniel Meyer, der eigentlich einer der beiden Leiter des Nachwuchsleistungszentrums in Köln ist. Aufgrund Ruthenbecks Beförderung zu den Profis übernimmt Meyer die Aufgabe als U19-Trainer nun bis zum Sommer – danach soll ein Nachfolger präsentiert werden. Wir haben ihn in Sindelfingen getroffen und mit ihm über das Turnier, ein deutschlandweit einmaliges Projekt und seine Meinung zur Perspektive der U19 gesprochen.

effzeh.com: Die U19 des effzeh hat jetzt zum ersten Mal seit 1993 am JuniorCup in Sindelfingen teilgenommen. Wie kam es dazu?

Daniel Meyer: Die Einladung kam relativ früh zum Ende des vorletzten Jahres. Es ist ein renommiertes Turnier und wir haben damals sofort zugesagt und gesagt: ‚Das muss man einfach spielen.‘

Wie passt das Turnier in den Verlauf der Vorbereitung? Die Mannschaft startete erst am Mittwoch ins neue Jahr…

Der Termin stört eigentlich nicht, weil das Turnier direkt am Anfang der Vorbereitung liegt. Wir hatten erst zwei Einheiten und gehen jetzt die Wochen Vorbereitung entspannt an. Ein bisschen schwieriger ist das vielleicht für die Spieler, die jetzt mehr oder weniger direkt aus dem Weihnachtsurlaub gekommen sind. Natürlich hatten sie Laufpläne zu erfüllen, aber es ist dann doch ein wenig ‚von 0 auf 100‘, weil sich auch jeder gut präsentieren will.

Schauen wir mal auf den Verlauf: Insgesamt steht eine ausgeglichene Bilanz zu Buche mit je drei Siegen und Niederlagen. Mit dem Sieg gegen die Griechen am Ende war es dann ein versöhnlicher Abschluss. Wie sieht dein Fazit aus?

Ziemlich ähnlich. Wir haben im ganzen Turnier ein schlechtes Spiel gemacht, das erste gegen Panathinaikos. Wir waren irgendwie nicht richtig auf Spannung und nicht richtig präsent. Nach der Niederlage gegen Bayern, die in meinen Augen etwas unglücklich war, haben wir insofern Druck gehabt, als wir gegen Titelverteidiger Hoffenheim gewinnen mussten, um nicht schon komplett raus aus der Verlosung zu sein. Mit einer Niederlage in diesem Spiel wären wir in den zweiten Tag gestartet und für uns wäre es dann um nichts gegangen. Aber wir haben dann eine gute Reaktion gezeigt und auch das erste Zwischenrunden-Spiel gegen Zürich gewonnen, sodass wir dann in den zweiten Tag starten konnten mit der Chance, noch das Halbfinale zu erreichen – das war nicht absehbar.

Insgesamt haben die Jungs eine gute Moral gezeigt und den Verein gut präsentiert, weil die Spiele ordentlich waren. Leider hat es nicht ganz gereicht gegen Stuttgart, weil wir vor allem bei einer Eckensituation nicht aufmerksam waren, da geht es dann nur um Kleinigkeiten. Es war nicht so, dass man sagen konnte, wir waren da chancenlos. Ich freue mich vor allem darüber, dass man am Schluss gegen Panathinaikos ein gutes Spiel gemacht hat, denn das hat etwas mit Mentalität und Grundeinstellung zu tun. Damit konnten wir den Eindruck aus dem ersten Spiel ein wenig geraderücken. Wir können nun zurückfahren und uns ein wenig ärgern, weil mehr drin gewesen wäre unter dem Strich. Aber auch erhobenen Hauptes, weil wir den Verein gut repräsentiert haben.

Daniel Meyer (r.) im Gespräch mit effzeh.com-Redakteur Arne Steinberg | Foto: Max-Jacob Ost

Meyer über Mannorientierungen, System-Frage und Banden-Nutzung

Einige Dinge sind beim Verfolgen der Partien aufgefallen: Als eine der wenigen Mannschaften setzte der Kölner Nachwuchs durchgängig auf ein 2-1-2-System mit vielen Mannorientierungen. Kannst du uns darüber ins Bild setzen, warum das so gemacht wurde? Wie war es mit der Nutzung der Bande?

Die Jungs haben sich so wohler gefühlt, das war gar keine Ansage des Trainerteams. Sie hatten Probleme mit dem Übergeben der gegnerischen Spieler und haben sich dann nach dem Training entschieden, bei der Mannorientierung zu bleiben und dann eine klare Zuordnung zu haben. Mir war es teilweise zu viel, weil die Wege sehr weit waren, sie mussten viel laufen, aber insgesamt haben wir defensiv trotzdem stabil gestanden. Wir haben sehr viele Gegentore durch Unaufmerksamkeiten nach Ecken oder Einspielen von der Seite bekommen. Aus dem Spiel heraus waren es nicht gar so viele, von daher war es aufwendig, aber effektiv. Wir haben dann am Ende auch die Bande besser benutzt, am Anfang haben wir sie gar nicht miteinbezogen. Man muss manchmal schon die Bande verwenden und gewisse Situationen so auflösen. Es hat ein bisschen gedauert, bis wir das drin hatten, aber im letzten Spiel lief es dann eigentlich richtig gut.

Bist du eher ein Verfechter von Futsal oder sind solche Hallenturniere mit Bande und Kunstrasen für dich auch in Ordnung?

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In höheren Altersstufen und ab einem gewissen Niveau ist es okay, man hatte in Sindelfingen auch gute Schiedsrichter. Wenn man auf Turniere fährt, die vom Niveau her ein wenig durchmischter sind, wird es schnell körperlich. Deswegen liegt mir Futsal ein wenig näher, weil es dann eher ein technisches Thema ist als ein physisches. Es war intensiv, aber es gab keine Verletzungen – alles im Rahmen.

Auf der nächsten Seite: Meyer über seine Zukunft und die Aussichten der U19

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