Zum frischgebackenen Pokalfinalisten geht die Reise für den effzeh, der in Dortmund seltenst erfolgreich war. BVB-Fan Sandra schildert uns im #BVBKOE-Auswärtsspiel die aktuelle Situation bei der Borussia. 

Zu den Spielen unseres geliebten und glorifizierten ersten Fußballclubs Köln werden wir auch in dieser Saison einem Fan der gegnerischen Mannschaft ein paar Fragen stellen. Und weil Gegner ja immer irgendwie “auswärts” sind, egal ob der effzeh zu Hause oder auf fremdem Platz antritt, und weil die Sichtweise von “auswärts” kommt, heißt die Kategorie folgerichtig “Auswärtsspiel”. Wir sind nicht nur gespannt, wieviel effzeh in den Anhängern der anderen Bundesligisten steckt, sondern erwarten auch eine Einschätzung zur Situation der eigenen Mannschaft.

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Was war das für ein atemberaubendes Spiel, für ein spektakulärer Kampf: Im Pokalhalbfinale rang Borussia Dortmund Bayern München nieder und schaffte nur zwei Wochen nach dem barbarischen Anschlag auf die Spieler des BVB ein emotionales Highlight. Nun ist Alltag angesagt – und der heißt: 1. FC Köln. Vor dem Duell #BVBKOE sprechen wir mit Dortmund-Anhängerin Sandra, die ihr Hobby zum Beruf gemacht und als Social Media Producer für die Buzz09-App arbeitet, über die aktuelle Lage bei Borussia zwischen Erfolg, Schock und Umbruch.

Die Bayern im Pokal abgefiedelt, damit den Trip nach Berlin unter Dach und Fach gebracht. Die Welt bei der Borussia ist wieder ziemlich in Ordnung, oder?

Das kann man auf jeden Fall so sagen. Ich fand gestern einen Artikel bei Zeit Online mit der Überschrift „Es gibt ihn doch, den Fußballgott“ sehr passend. Besser hätte man es eigentlich nicht ausdrücken können. Nach Sven Benders sensationeller Rettungstat hatte man irgendwie das Gefühl, dass das noch unser Spiel werden kann und so ist es ja dann am Ende glücklicherweise auch gekommen.

DORTMUND, GERMANY - APRIL 15: Players of Dortmund hold the jersey of their injured team mate Marc Bartra after winning the Bundesliga match between Borussia Dortmund and Eintracht Frankfurt at Signal Iduna Park on April 15, 2017 in Dortmund, Germany.

Foto: Alex Grimm/Bongarts/Getty Images

Das sah vor zwei Wochen noch ganz anders aus, der Anschlag auf die Dortmunder Spieler schockte die Fußballwelt. Seitdem ist viel passiert – wie ist die Lage in und um den BVB?

Gerade nach dem Sieg am Mittwoch natürlich sehr positiv. Ich glaube, dass die Mannschaft seit dem Anschlag auf jeden Fall noch enger zusammengewachsen ist, wie die Spieler in Interviews ja auch schon häufig erwähnt haben. Man kann natürlich nicht sagen, wie schnell jeder einzelne Spieler die Erlebnisse verarbeitet und wahrscheinlich wird es bestimmt auch zwischendurch wieder schlechte Tage geben, aber ich glaube, der Sieg in Bayern und auch die zwei Siege in der Bundesliga nach dem Anschlag haben auf jeden Fall geholfen. Es war sehr schön, die Spieler wieder so lachen zu sehen wie am Mittwoch Abend.

Das Hauptproblem war wahrscheinlich, dass er sehr unnahbar wirkte, er suchte kaum den Kontakt zu den Fans und alles wirkte sehr nüchtern. Das war natürlich das krasse Gegenteil zu Jürgen Klopp.  Ich war allerdings auch sehr beeindruckt wie Thomas Tuchel nach dem Anschlag mit der Situation umgegangen ist, da hat man wirklich auch mal seine menschliche Seite kennengelernt.

MUNICH, GERMANY - APRIL 26: Thomas Tuchel, head coach of Dortmund looks on during a press conference after the DFB Cup semi final match between FC Bayern Muenchen and Borussia Dortmund at Allianz Arena on April 26, 2017 in Munich, Germany.

Foto: Alexander Hassenstein/Bongarts/Getty Images

Viel Kredit durch sein Auftreten gewann Thomas Tuchel hinzu, zuvor wurde der Trainer in Dortmund sehr kritisch gesehen. Wieso war das Standing von Klopps Nachfolger bei der Borussia so schwierig?

Wahrscheinlich hätte es jeder Trainer als Nachfolger von Klopp schwer gehabt. Das Hauptproblem war wahrscheinlich, dass er sehr unnahbar wirkte, er suchte kaum den Kontakt zu den Fans und alles wirkte sehr nüchtern. Das war natürlich das krasse Gegenteil zu Jürgen Klopp. Dann sind Spieler wie Großkreutz, Kirch, Kuba und Subotic gegangen, wodurch viele Fans etwas den emotionalen Bezug verloren haben. Ich war allerdings auch sehr beeindruckt, wie Thomas Tuchel nach dem Anschlag mit der Situation umgegangen ist, da hat man wirklich auch mal seine menschliche Seite kennengelernt.

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