Viele träumen davon, doch nur wenige schaffen es – wie sieht der Lebensweg eines Jugendspielers aus, der keinen Profivertrag bekommt?

Am 8. Oktober ist „Tag der Amateure“ – der Profifußball ruht und Fußball-Deutschland schaut (hoffentlich) mal wieder etwas mehr Amateurfußball. Grund genug für uns, die Initiative des Fußballmagazins 11Freunde aufzugreifen. Mit Leon Pomnitz, der beim effzeh ausgebildet wurde und jetzt in der Hessenliga spielt, haben wir über eine Karriere gesprochen, die nicht in der Bundesliga endete: Wie ist es, wenn man kurz vor dem Sprung in den Profifußball steht, es dann aber nicht schafft? Wie geht ein junges Talent damit um, wenn man gesagt bekommt, dass es einfach nicht reicht und der Traum wie eine Seifenblase zerplatzt?

„Einen Plan B hatte ich immer im Kopf“

Leon Pomnitz ist 22 Jahre alt, spielte von 2011 bis 2014 beim effzeh in U17 und U19. Seit 2014 ist er in seine osthessische Heimat zurückgekehrt, wo er seitdem für den TSV Lehnerz und Borussia Fulda spielt. Als jemand, der sowohl ein Nachwuchsleistungszentrum als auch die Hessenliga kennt, kann Leon fundiert von den Problemen und Reizen des Amateurfußballs berichten.

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effzeh.com: Leon, du spielst jetzt seit drei Jahren in der Hessenliga, nachdem du zuvor beim 1. FC Köln im Nachwuchsleistungszentrum ausgebildet wurdest. Insgesamt hast du drei Jahre in Köln verbracht. Wie hat sich dein Leben verändert, seitdem du Köln verlassen und in deine Heimat zurückgekehrt bist?

Leon Pomnitz: Im Endeffekt hat sich nichts wirklich verändert, außer dass der Leistungssport eben weggefallen ist. Einen Plan B hatte ich eigentlich immer im Kopf. In Köln habe ich mein Abitur gemacht und mit Abschluss des Abiturs lief dann auch mein Vertrag aus. Mit der Rückkehr in die Heimat habe ich mein Studium begonnen und Fußball wurde zur Nebensache. Ich hatte nicht mehr jeden Tag Training und einfach mehr Freizeit, das ist der größte Unterschied.

effzeh.com: Als Osthesse in der Domstadt – wie würdest du deine Zeit in Köln insgesamt zusammenfassen? Was ist deine beste Erinnerung?

Pomnitz: Es war eine überragende Zeit, die ich nicht missen will. Ich würde es immer wieder so machen, wenn ich noch einmal die Wahl hätte. Ich habe sehr viel mitgenommen, tolle Menschen und Freunde fürs Leben kennengelernt. Aus sportlicher Sicht ist die Teilnahme an der Endrunde zur deutschen U17-Meisterschaft wohl am meisten hängengeblieben, bei dem wir im Halbfinale ausgeschieden sind. In der U19 war es das Pokalfinale, das ich aber leider nur von der Tribüne aus beobachten konnte. Im Halbfinale zuvor habe ich allerdings zumindest ein paar Minuten spielen können.

Leon Pomnitz (rechts) im Trikot von Borussia Fulda | Foto: Christian Halling

Pomnitz 2014: Durchbruch beim effzeh oder Studium

effzeh.com: Aus welchen Gründen hast du Köln damals verlassen?

Pomnitz: Das hatte einen einfachen Grund: Ich habe keinen Vertrag für die U21 bekommen. Die Entscheidung hat sich damals relativ lang hingezogen, ich wurde lange hingehalten. Ich habe mich selbst auch nicht so viel um einen Plan B, das heißt einen anderen Verein, gekümmert – bis auf ein Probetraining bei Hamburg. Ansonsten habe ich aber wenig Eigenwerbung betrieben. Für mich hieß es damals eigentlich: Entweder schaffe ich es hier beim effzeh oder ich schließe das Kapitel Leistungssport ab und konzentriere mich auf mein Studium. Fußball lief dann eben nur noch nebenbei. Ich hatte dann mit der ganzen Geschichte abgeschlossen und wollte, trotz meines jungen Alters, nicht alles auf eine Karte setzen.

effzeh.com: Welche Leute waren damals für dich beim effzeh die Bezugspersonen? Mit wem aus dem aktuellen Kader hast du eventuell sogar zusammengespielt?

Pomnitz: Momentan sind gar keine Spieler mehr im Kader des effzeh, mit denen ich damals zusammengespielt habe. Klünter kam später, Özcan ist zwei Jahre jünger. Aus der damaligen Mannschaft sind Daniel Mesenhöler und Marcel Hartel Profis geworden, die ja jetzt beide bei Union Berlin spielen. Yannick Gerhardt spielt bekanntlich bei Wolfsburg, Cauly Oliveira da Souza bei Duisburg. Bezugspersonen waren meine engen Freunde wie Jannik Müller, der jetzt bei Dynamo Dresden spielt. Auch mit Mesenhöler hatte ich viel zu tun.

Der Spaßfaktor ist höher – es ist kein Beruf, sondern ein Hobby. Bestenfalls kickt man mit vielen Freunden zusammen, das macht dann doppelt so viel Spaß.

effzeh.com: Würdest du gerne nochmal tauschen und zurück in den Leistungsfußball?

Pomnitz: Wenn ich das Potenzial und Leistungsvermögen dazu hätte, natürlich sehr gerne – es war immer mein Traum, der sich allerdings nicht umgesetzt hat. Ich kann das aber realistisch einschätzen, denn es gibt einfach bessere Jungs. Natürlich gehört auch ein bisschen Glück dazu. Aber so wie es ist, ist es okay.

Auf der nächsten Seite: Pomnitz über die Bedingungen in der Hessenliga

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