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Nachspiel

„Auf und ab und wir sind trotzdem hier…!“

Im letzten Heimspiel unterliegt der FC der Hertha mit 1:2. Unglücklich aber irgendwie auch völlig egal…..

© effzeh.com
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Das ist mir alles zu viel! Nicht schlimm! Aber zu viel!
Ich bin froh, dass es nun so langsam ausklingt.
Wer vom 1.FC Kaiserslautern so um die 75 Vorlagen serviert bekommt und keine verwandelt, hat dann am Ende auch irgendwie 2. Liga verdient.
2.Liga!
Da wollte ich noch vor zwei Jahren nie wieder hin. Da hab ich damals in Berlin alle Hertha Fans hämisch angelacht: „Ja macht ihr mal mit eurem Babbel. 2. Liga! Der FC nicht. Mein FC ist nämlich ganz super jetzt. Und wir holen ja auch den Norweger, den Finke und ganz viele Stars wie Peszko, Jemal, Andre und so!“ Der FC ist großartig, dachte ich damals und etablierte mich so um die Plätze 6 – 10!
Das jetzt ist völlig zu viel.
Zu viel Schulden, zu viel wenig Qualität und viel zu viel Auf und Abs.
Die Herthaner zeigen mir gerade alle den Stinkefinger und lachen sich kaputt.
Zu Recht.
Ich werde meinen Lebensstil nun überdenken und demütig sein.
„Oh du Berlin, viel Spaß in Liga 1, ihr habt ja auch den besseren Trainer und mit Preetzi den sympathischsten Manager aller Zeiten. Machts gut da oben, wir sehen uns…! Bestimmt!“

Nicht schlimm! Alles gar nicht schlimm. Wir wollten ja gar nicht aufsteigen. Nicht jetzt!
Liga 2 ist schön.

Ausgangslage
Freundschaftsspielcharakter.  Die Hertha war schon vom ersten Spieltag an aufgestiegen. Der FC nach der Niederlage in Bochum immer noch Zweiteliga. Vor allem zweitligareif.  Okay, einige rechneten noch rum, wie dieser Buschmann auf Liga total, der mit seinen Stilblüten künstlich versuchte die Spannung hochzuhalten, um mir nach 20 Minuten mitzuteilen, dass Regensburg 0-2 gegen den FCK zurückliegt. Aber da ginge ja noch was. Lautern sei nicht sehr auswärtsstark, dafür müsse der FC aber erstmal seine „Hausaufgaben machen“. Ach Buschi!
Wer dachte denn im ernst, dass Lautern beim Absteiger Jahn Regensburg verliert und der FC gleichzeitig die Hertha versenkt – die Hertha, die erst 2 Spiele verloren hat und diese auch irgendwie komisch. Die Hertha die Zweitligameister wird mit einer Rekordpunktzahl. Die Hertha die +37 in der Tordifferenz aufweist und fast doppelt so oft knipste wie unser FC. Die Hertha halt.
Freundschaftsspielcharakter.

Personelle Lage

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Ach Gottchen, wo soll man da anfangen? Also vor dem Spiel wurden so einige verabschiedet. Das ist zunächst einmal eine schöne Geste, denn außer bei Poldi wurde dies in  der Overath-Ära nie gemacht.
Eichner, Maierhofer, Strobl und Schorch bekamen als Dank,  bei diesem großen Traditionsverein gespielt zu haben, Sträusschen und ein Bildchen. Yabo, der auch gehen wird bekam erstmal nichts.
Auch Clemens und Ujah, die wohl auf dem Absprung, sind bekamen nichts –  außer 2 eingeschenkt von der Hertha, aber dazu kommen wir ja später.
Aufstellungstechnisch war das ganze sehr effzeh. Stani brachte Nascimento für Maroh in der Innenverteidigung. Außen durfte Chihi sich festrennen, Bröker auch, Clemens eh und Ujah als einzige Spitze. Lehman und Matu machten die 6. Las sich erstmal offensiv und mutig!
Bei der Hertha fehlten Ronny und Pekarik  wegen Gelbsperren. Schulz und Hubnik  durften zunächst auf der kuschligen Bank des schönsten Stadions der Welt Platz nehmen. Dafür dann von Beginn Kobiashvili (Fussballgott), Janker (Fussballgott), Kluge (Fussballgott),  und Ndjeng (Rheinländer). Der beste Trainer der Welt (Fussballgott) Luhukay hat ja bei dem Kader eigentlich keine personellen Sorgen, selbst wenn er welche hätte!

Spielverlauf

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Der Höhepunkt des Spiels war vor dem Spiel als die Südtribüne sich mit einer sehr sehenswerten Choreo von der Spielzeit 2012/2013 verabschiedete. „Auf und ab und wir sind trotzdem hier…!“ – Danke hierfür!!! Da bekam ich Pipi in die Augen. Kurz danach schoss Jonas Hector in der 4. Minute ans Außennetz und danach schoss der effzeh ein reguläres Tor, für den Gladbacher Winkmann war der Einsatz von McKenna an Brooks aber zu viel Holzfäller, deshalb pfiff er ab. Völlig zu unrecht und das Tor von Bruno war auch sehenswert. Alles das nicht für Schiri Winkmann aus Gladbach bei Kerken. In der 22. Minute kam es zur besten Chance vom effzeh, doch Ujahs fischermäßigen Fallrückzieher am Mann konnte Hertha Keeper Kraft entschärfen.
Insgesamt war das Spiel sehr zerfahren auch wenn die Kölner zweikampfstärker und bissiger waren. Die Hertha spielte irgendwie schön drumherum ohne aber gefährlich zu werden. Das änderte sich aber als ein gefühlter 150 Meter Pass von Brooks auf Ben Hatira nicht konsequent von AC7 verteidigt wurde. Er schien etwas irritiert zu sein und lief dem Ben in den 16er hinterher, wo Brecko noch alles menschenmögliche unternahm den Stürmer zu stoppen. Der wurde dann leider am Knöchel erwischt, Grund genug für die Fußballgötter abzuheben. Der Gladbacher Winkmann zeigte sofort auf den Punkt. Fussballgott Kobiashvilli schoss mittig ins Netz – in Regensburg stand es 0:2 – und endlich konnte ich beruhigt Fußball gucken.

In Hälfte zwei bekam das Spiel immer mehr den Charakter eines Vorbereitungsspiels. Die Zweikämpfe wurden nicht mehr so verbissen geführt und so kam es hüben wie drüben zu Chancen. Die größten vergaben für die Hertha Herr Hatira. In der 46. Minute segelte er frei vor dem leeren Tor an der Flanke von Allagui vorbei. Sehenswert! Gleiches schaffte auch Lehmann, der einen Ujah Pass frei vorm Tor nicht versenken konnte. Da spielte der Überraschungsmoment bestimmt auch eine Rolle. So frei war er in der gesamten Saison noch nicht zum Abschluss gekommen. Der Lehmann! (50.)

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Die Hertha machte dann das 2:0, weil der Gladbacher Winkmann den im Abseits stehenden Allagui nur Gutes zusprach. Allagui stand zwar sehr vor Horn, aber das ist ja Auslegungssache und Herr Winkmann lag dies so aus, dass der Allagui da so im Abseits stehen darf und niemanden irritiert, erst recht nicht den Kölner Horn – so der Gldbacher Winkmann. (55.) Mir war es dann auch egal! Und Morales Kopfball flog dann irgendwie über Horn hinweg ins Gehäuse.

Der eingewechselte Bigalke hatte kurz danach eine Chance, ähnlich wie in der 59. Ujah – das war aber alles nicht sehr zwingend. Auch Ramos hätte noch auf 3:0 erhöhen können, traf aber nur das Gebälk (62.) In der 68. schlenzte Clemens dann einen Ball aus Halblinker Position in den Winkel – unhaltbar für Kraft. Das Tor hat den Eintritt allein gerechtfertigt – alles was dann noch kam waren Halbchancen, die die Hertha aber nicht mehr in Bedrängnis brachten.

So plätscherte das Spiel dann dem Ende entgegen.

Spieler im Fokus:

Christian Clemens: Wir immer in der Rückrunde ein Lichtblick im Spiel des FC. In dieser Form gehört er auch in die Bundesliga und das muss man ihm auch zugestehen.

Bruno Nascimento: Für mich der beste Mann auf dem Platz. In der Zukunft wird der FC viel Freude an ihm haben. Sowohl sein Spielverständnis als auch seine Spieleröffnung lassen auf viel Talent hoffen. Mehr als nur ein Ersatzspieler.

 

Fazit
Im letzten Heimspiel der Saison unterliegt der FC – Hertha etwas unglücklich 1:2!
Was die FC Fans veranstalteten, vor dem Spiel, während des Spiels und nach dem Spiel ist absolute Weltklasse. Auf diesem Fundament kann der Verein aufbauen.
Man kann auch der Mannschaft nicht absprechen alles versucht zu haben – nur auch in diesem Spiel hat sich gezeigt wo der Schuh drückt. Der Abschluss ist katastrophal und wenn man da nicht irgendwie einen Zugriff bekommt, bleibt unser FC auch nächstes Jahr 2. Liga. Und wer will das denn bitteschön? Ich glaube das wollen nicht mal die Berliner – die finden uns nämlich schon mal toller als Düsseldorf.
Ich denke darauf sollte man aufbauen.
Besser als Düsseldorf ist fast schon gut!
Aber das wussten wir ja schon immer-  auch selber – von daher lasst uns noch einen schönen Abschluss in Ingolstadt machen und dann sehen wir uns im Sommer mal um, nach Torgefahr und Ersatz für die Abgänge.
Bange ist mir nicht! Wirklich nicht. Noch nicht!


Stimmen zum Spiel
Clemens: „Die erste Halbzeit haben wir total verschlafen, die zweite HZ haben wir ein gutes Spiel gemacht, haben leider viele Chancen liegen gelassen. Wir wollten den Zuschauern heute nochmal einen Sieg schenken und jetzt versuchen wir in Ingolstadt doppelt und dreifach tore zu schießen und zu punkten.
Berlin hat heute keine 100% gegeben und trotzdem gewonnen. Daran merkt man halt, dass es eine absolute Spitzenmannschaft ist. Aber wir haben eine gute zweite Halbzeit gespielt und versuchen darauf aufzubauen in Ingolstadt und dort die drei Punkte zu entführen.

Alle sind so weit zufrieden mit der Saison. Es war nie die Rede von Aufstieg vor der Saison. Dafür haben wir eine umso geile Rückrunde gespielt mit fantastischen Fans. Ich glaube jedes Heimspiel mindestens über 45000 Zuschauer. Das ist nicht selbstverständlich und wie gesagt schade, dass wir sie heute nicht mit drei Punkten versöhnt haben
Es hat sehr viel Spaß gemacht. Ich sagte ja gerade. 45000 Zuschauer. Da ist es egal ob man erste oder zweite Liga spielt. Ich denke unsere Heimbilanz ist eigentlich ganz ok. Ich glaube es waren nur zwei Niederlagen. Das kann sich eigentlich sehen lassen aber nächste Saison versuchen wir natürlich mehr Heimspiele zu gewinnen.“

Horn: „Wieder haben wir unsere Chancen nicht genutzt. Aus dem Spiel heraus hatten wir mehr Chancen als Hertha, die, wenn man den Elfmeter dazu rechnet, hatten zwei Standardsituationen, die sie eiskalt ausnutzen. Nichts desto trotz war es heute entscheidend, dass wir teilweise das leere Tor nicht getroffen haben und wieder nur ein Tor erzielt haben. Das zieht sich leider wie ein Faden durch die ganze Saison aber vom Einsatz kann man uns heute wieder keinen Vorwurf machen und das sollten wir auch mit in die nächste Saison nehmen.
Man sieht ja, dass Hertha sehr souverän Spitzenreiter der zweiten Liga ist. Wir haben mehr Chancen gehabt, haben sehr gut mitgespielt und von daher sieht man, dass wir es können, muss aber eine gewisse Konstanz reinbringen, vorne 10 – 15 Tore mehr erzielen. Ich glaube defensiv haben wir gut gestanden, was wir mit in die nächste Saison nehmen müssen. Deswegen war es auch wichtig, dass Miso Brecko verlängert hat damit die Abwehr weitestgehend zusammen bleibt und wir offensiv uns dann ein bisschen verbessern können.
Ich denke, dass wir da wieder eine Einheit geworden sind nach dem nicht so guten letzten Jahr. Da war so ein bisschen der Spalt zwischen den Fans und der Mannschaft und dieses Jahr haben wir es geschafft durch unseren Einsatz wieder eine Einheit zu werden. Haben zuletzt nur zwei Spiele zu Hause verloren und waren da schon eine Heimmacht und das muss auch nächstes Jahr so sein und das haben die Fans uns auch so mit auf den Weg gegeben, dass es immer weiter geht, dass sie hinter uns stehen. Ich denke, dass wenn wir den Einsatz zeigen, den wir diese Saison gezeigt haben dann haben wir auch gute Chancen nächste Saison aufzusteigen.

Es ist unglaublich, in Europa in der zweiten Liga einmalig so eine Stimmung zu haben. Auch die Choreo heute von den Fans war sensationell. Da hat man Gänsehaut wenn man einläuft und das pusht einen auch zu den Leistungen, die wir zuhause gezeigt haben. Auswärts waren wir leider nicht so konstant und da hat uns der ein oder andere Punkt gefehlt. Aber es macht riesen Spaß hier im Stadion zu spielen. Es ist einfach eine Ehre und ein Privileg, das nicht jeder genießen darf und darüber muss sich jeder von uns immer wieder bewusst sein.“

Stanislawski:  „Wir hatten schon die ein- oder andere Möglichkeit um das Spiel besser und offener zu gestalten und ich glaube, dass die Jungs wieder mal versucht haben richtig rauszuhauen heute. Sie haben alles investiert, machen nicht alles richtig bzw. wir machen nicht alles richtig. Ich nehme mich dabei ja nicht aus. Es ist einfach die Situation so, dass die Mannschaft ganz, ganz viel versucht hat heute, sich viele gute Situationen herausgespielt hat. Vor dem Elfmeter haben wir glaub ich keine große Situation weggegeben, haben selber zwei sehr gute Möglichkeiten gehabt. Aber es ist letzendlich so, dass wir ganz klar sagen müssen: Wir haben dieses Jahr nur 40 Tore geschossen und das reicht einfach nicht für Platz drei. Da brauchen wir auch nicht lange um den heißen Brei rumreden. Wenn du aus der Vielzahl an Möglichkeiten, die wir heute und in den Wochen vorher, gehabt haben, dann ist es einfach so, dass es nicht reicht für Platz drei. Es reicht im Moment für Platz vier oder fünf in diesen Bereichen, aber mehr war nicht drin diese Saison. Die Jungs haben alles investiert, sie haben alles rausgeknallt was sie wirklich drin hatten. Es ist eine Situation und da muss ich auch einen großen Dank sagen an die Mannschaft, dass sie sehr zuverlässig gearbeitet hat, immer sehr positiv war auch nach Rückschlägen. Genauso auch, was wir heute wieder im Stadion erleben durften mit den Zuschauern. 50000 wieder da – im Schnitt über 42000. Nach dem Spiel Mannschaft und Fans zusammen. Das sah im letzten Jahr, am letzten Spieltag ein Stück weit anders aus und dementsprechend sind beide Seiten, Mannschaft und Fans, wieder näher aneinander gerückt. Es ist schade, dass wir die Möglichkeiten, die wir hatten – gerade in den letzten Spielen, dass wir da zu viele Punkte einfach haben liegen lassen. Aber man muss auch Kaiserslautern zu Platz drei gratulieren weil wir in den entscheidenden Momenten nicht in der Lage waren uns zu belohnen für gute Spiele und viele Tormöglichkeiten. Und deswegen stehen wir zu recht da, wo wir jetzt stehen. Trotz alle dem ein großer Dank an die Mannschaft und ein noch größerer an jeden einzelnen Zuschauer, der diesen Weg mitgegangen ist. Dankeschön.“

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