Nach den unruhigen letzten Tagen beim 1. FC Köln äußert sich Geschäftsführer Alexander Wehrle zu den wichtigsten aktuellen Entwicklungen.

Der „Geissblog.Köln“ sprach vor der Partie auf Schalke mit Wehrle über die aktuelle Situation, einen neuen Geschäftsführer Sport und die Suche nach Verstärkungen für den Kader. Nachdem am Donnerstag die Gespräche mit Horst Heldt beendet wurden, stellte Wehrle nun klar, dass der ehemalige effzeh-Spieler Heldt aus freien Stücken den Kontakt zum effzeh gesucht hatte. Der Hannoveraner solle „signalisiert“ haben, dass er „für Gespräche zur Verfügung stehen würde“, erklärt Wehrle. Gesprochen worden sei mit ihm natürlich, genauso wie mit vielen anderen Kandidaten auch. Wehrle ergänzt: „Es gab aber bis Donnerstag keine klare Situation, weshalb wir sagen mussten: Es ist offensichtlich zu schwierig.“

Dass Heldt nun unterstellt wird, geschickt die beiden Parteien gegeinander ausgespielt zu haben, um für sich selbst ein höheres Gehalt und eine größere Machtfülle bei Hannover herauszuschlagen, kommentiert Wehrle wie folgt: „Ich kenne Horst Heldt sehr gut, ich werde ihm sicher nichts in dieser Richtung unterstellen. Ich nehme ihm ab, dass der FC für ihn ein Herzenswunsch gewesen wäre. Nur deshalb haben wir mit ihm das Gespräch geführt. Ich wäre nie auf die Idee gekommen, an Horst Heldt proaktiv heranzutreten. Er hatte in Hannover erst vor einem halben Jahr einen Vertrag unterschrieben. Wenn er schon fünf Jahre dort gewesen wäre, wäre das anders gewesen.“

Alexander Wehrle: „Kein Harakiri, solange ich hier bin“

Somit muss der 1. FC Köln weiterhin die Augen offenhalten, was die Besetzung des nach der Schmadtke-Demission vakanten Posten des Geschäftsführers Sport betrifft. Mit Ralf Becker von Holstein Kiel, den Wehrle noch aus seiner Stuttgarter Zeit kenne, sei allerdings nicht gesprochen worden. Wehrle wurde dann zu Peter Stöger und dessen Aussagen auf der Pressekonferenz vor dem Schalke-Spiel befragt – der Österreicher betonte, in einem guten Kontakt mit Wehrle zu stehen, was dieser bestätigte: „Peter Stöger und ich stehen seit vielen Wochen in einem intensiven Austausch. Er ist zu jeder Zeit in unsere Überlegungen eingeweiht.“

Dass Stöger auf der Pressekonferenz einen „Werteverfall“ beim 1. FC Köln sieht, kommentierte Wehrle so: „Ich weiß nicht ganz genau, welche Punkte er genau der Mannschaft vorwirft. Ich kann nur grundsätzlich sagen, dass uns beim FC wichtig ist, die Grundwerte der FC-Familie zu bewahren. Sollten wir den Eindruck gewinnen, dass da etwas in die Schieflage geraten ist, müssen wir das korrigieren.“ Dabei werde auch der Transfersommer kritisch bewertet, wie Wehrle unterstreicht. “ Das ist das Eine, aber dass die heutige Situation so extrem ist, hat natürlich auch mit den Verletzungen und diversen fragwürdigen Schiedsrichterentscheidungen zu tun. Ich nenne nur Frankfurt, Stuttgart und Mainz: drei Spiele, die drei bis neun Punkte ausgemacht hätten. So fair muss man schon sein“, ergänzt er in Bezug auf den Umgang mit der Krise.

>>>Der 1. FC Köln vor Stögers Schicksalspiel: Showdown auf Schalke

Und auch in Bezug auf die Winter-Transferperiode wurde Wehrle befragt – wie viel Geld wäre er bereit, auszugeben, um eine mögliche Rettung des 1. FC Köln doch noch zu schaffen? „Solange ich hier bin, werden wir kein Harakiri machen, aber ich wehre mich dagegen, bei 21 noch ausstehenden Spielen die Zweite Liga auszurufen. Solange rechnerisch noch alles möglich ist, müssen wir alles dafür tun, die Rettung zu schaffen. Deswegen würden wir das, was wir finanziell noch zur Verfügung haben, ausgeben, wenn es noch Sinn machen würde, um das Ziel Klassenerhalt zu erreichen.“

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