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Ganz Köln redet über ihn, aber wer ist Alexander Bade überhaupt? Wir haben den Ex-Torwarttrainer der Profis unter die Lupe genommen.

Die Umbauten unter dem neuen Geschäftsführer Sport Armin Veh gehen weiter: Nachdem der ehemalige Stuttgarter Meistertrainer bereits mit Frank Aehlig einen neuen Sportdirektor nach Köln gelotst hat, steht nun mit Andreas Menger ein neuer Torwarttrainer bereit. Menger, der zwischen 1997 und 1999 im Tor des effzeh stand, allerdings den ersten Abstieg der Vereinsgeschichte nicht verhindern konnte, soll nun Alexander Bade ersetzen. Dieser war seit der Saison 2009/2010 Torwarttrainer beim 1. FC Köln gewesen und hatte das Amt von seinem Vorgänger Holger Gehrke übernommen – in seiner Amtszeit als Trainer der Kölner Keeper arbeitete er unter den Cheftrainern Soldo, Solbakken, Schaefer, Finke, Stanislawski, Stöger und zuletzt Stefan Ruthenbeck.

Bade gilt als Vertrauer des ehemaligen Kölner Trainers Peter Stöger und wählte den Österreicher sogar als Patenonkel für seinen Sohn aus. Im Zuge der Entwicklungen der letzten Wochen habe sich Bade nun an die Geschäftsführung gewandt und um Auflösung seines Vertrages gebeten – so heißt es zumindest in einer offiziellen Pressemitteilung des Vereins. Der „KSTA“ vermeldete jedoch, dass Bade überrascht gewesen sei, seinen Nachfolger bereits bei der Trainersitzung am Dienstag auf seinem Platz sitzen zu sehen. Ein Gespräch mit Ruthenbeck habe nicht stattgefunden, vielmehr bemängele Bade die Kommunikation mit seinem Chef. Endgültig beendet ist diese Posse daher noch nicht. Doch wie dem auch sei: Bades Karriere beim 1. FC Köln verdient Beachtung.

Alexander Bades Spielerkarriere: Meist zweiter Mann, aber für den effzeh dennoch wichtig

Im Jahr 1988 war der Torwart von Tennis Borussia Berlin nach Köln gewechselt, wo er allerdings im Schatten von Bodo Illgner stand. In den folgenden sechs Jahren absolvierte Bade lediglich fünf Spiele, 1994 wechselte er nach Uerdingen. Dort kam der 1,96m große Keeper zu 57 Einsätzen in der zweiten Liga. Zwischen 1998 und 2000 verschlug es ihn dann nach Hamburg, wo er allerdings an Hans-Jörg Butt nicht vorbeikam und deswegen die Hansestadt wieder verließ.

Zu Beginn des Jahrtausends landete Bade dann wieder in Köln, wo er bis zum Jahr 2006 das Tor in 95 Spielen hüten durfte. In den beiden Aufstiegssaisons 2002/2003 und 2004/2005 war Bade Stammtorhüter – in der Bundesliga selbst konnte er sich dann jedoch nicht gegen Stefan Wessels durchsetzen. Im Jahr 2006 verließ Bade den effzeh erneut, es folgte eine dreijährige Odyssee, die ihn von Bochum über Paderborn und Dortmund bis nach Bielefeld führte. Mit seiner Zeit in Bielefeld, während der er keinen Einsatz zu verzeichnen hatte, endete seine Karriere als Spieler – 2009 trat er das Amt des Torwarttrainers bei seinem Herzensclub aus Köln an.

Alexander Bade im März 2003 | Foto: Christof Koepsel/Bongarts/Getty Images

Dort arbeitete er seitdem mit Torhütern wie Mondragon, Rensing und nicht zuletzt Timo Horn zusammen, der seit der Saison 2012/2013 Stammkeeper in Köln ist. Dass Bade damit die große Tradition in Köln weiterführt, stets über gute Keeper zu verfügen, beurteilte er im Gespräch mit der „Kölnischen Rundschau“ wie folgt: „Es ist kein Zufall, dass der FC immer wieder sehr gute Torhüter hervorgebracht hat. Im Moment sind wir ja gesegnet damit, dass wir unsere Jungs – mit Timo (Horn), Kess und Sven (Müller) sind es sogar drei gebürtige Kölner – aus dem eigenen Nachwuchs haben.“

Bade führte gute Kölner Torwart-Ausbildung fort

Im Zuge der Professionalisierung und Weiterentwicklung der Sportart Fußball hat sich die Ausbildung für Torhüter verändert, wie Bade am eigenen Leib erfahren durfte – die Lizenzierung für Torwarttrainer im Profibereich hat sich ebenfalls spezialisiert. Bade startete im abgelaufenen Jahr die Ausbildung für den Erwerb der Pro-Lizenz der Torwarttrainer, die die Arbeit der Torwarttrainer in den Vereinen aufwerten solle. Beim 1. FC Köln sei dies allerdings zumindest unter Peter Stöger nie ein Problem gewesen, wie Bade im Gespräch mit der „Kölnischen Rundschau“ beschreibt. „Mit Peter Stöger habe ich diesbezüglich natürlich einen Idealfall angetroffen. Mehr integriert und anerkannt im Trainerstab als hier kann man nicht sein. Im Prinzip bin ich ein Co-Trainer mit dem Spezialgebiet Torhüter.“ Zusätzlich dazu hatte Bade in der Vergangenheit die Betreuung der größten Talente des effzeh unterstützt.

Zuvor hatte beim 1. FC Köln mit Rolf Herings, dem im letzten Jahr verstorbenen Kölner Urgestein, ein Autodidakt über Jahre hinweg das Torwarttraining geprägt – und dabei auch Erfolg bewiesen, wie die Karrieren von Toni Schumacher und Bodo Illgner unter Beweis stellen. Mittlerweile habe sich das Spiel jedoch verändert, wie Bade gegenüber dem „Geissblog.Köln“ beschreibt: „Das Spiel der Torhüter ist komplexer geworden, das Spektrum derjenigen Dinge, die ein Torhüter können muss, extrem viel größer und damit schwieriger.“ Bades Anteil an dem Kölner Auschwung zwischen den Jahren 2013 und 2017 darf also nicht unterschätzt werden – Timo Horn verliert mit ihm einen langjährigen Weggefährten.

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Mit Andreas Menger steht allerdings der Nachfolger bereits in den Startlöchern: Dieser wurde ebenfalls in Berlin geboren und bei Tennis Borussia groß, danach verschlug es ihn nach Ulm, Fürth, zum effzeh und nach Duisburg sowie Frankfurt. Als Torwarttrainer war Menger in bei der Eintracht, in Stuttgart und bei 1860 aktiv. Menger selbst gilt als langjähriger Vertrauter des effzeh-Geschäftsführers Armin Veh.

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