ANZEIGE
ANZEIGE

Für den 1. FC Köln lief das Bundesliga-Wochenende alles andere als optimal. Das liegt vor allem an Ballast, den der effzeh bereits länger mitschleppt, so dass das Schiff auf dem Weg zum rettenden Ufer Schlagseite bekommen könnte.

Das Wochenende, das für den 1. FC Köln ergebnistechnisch alles andere als wunschgemäß begann (effzeh.com berichtete), brachte für die „Geißböcke“ eine erste Entscheidung in dieser Bundesliga-Saison hervor: Auch 2017/18, das ist spätestens seit Samstag 17.20 Uhr klar, wird es dem effzeh nicht gelingen, die Deutsche Meisterschaft zu erringen. Nach dem 21. Spieltag beträgt der Abstand auf Spitzenreiter Bayern München 43 Punkte – auch rechnerisch ist es nun unmöglich, den Rekordmeister in der Tabelle noch zu überholen.

Doch das war eine völlig unwichtige Randnotiz an einem Wochenende, das für den 1. FC Köln wichtige Erkenntnisse brachte. Denn wer glaubte, die in den ersten Jahreswochen gestartete Aufholjagd würde ständig fortgesetzt, der sah sich am Samstag eines Besseren belehrt. Wer ernsthaft glaubte, die effzeh-Konkurrenz im Abstiegskampf würde einfach das Punkten einstellen, während die Ruthenbeck-Elf mit Siebenmeilenstiefeln im Rückspiegel auftaucht, der dürfte voller Ernüchterung auf die Ergebnisse des 21. Spieltags blicken. Null Zähler für das Bundesliga-Schlusslicht aus Köln, jeweils einen für Stuttgart, Wolfsburg sowie Hamburg, ein später wie wichtiger Dreier für Werder Bremen, die damit die Abstiegsränge erstmals seit Spieltag eins verlassen haben.

Distanz zum rettenden Ufer wächst

Die Distanz zum rettenden Ufer ist damit für den effzeh wieder angewachsen, was auch mit der Hypothek namens Hinserie zu tun hat. Eine Hypothek, die schwer wiegt und das Schiff durchaus ins Schwanken bringen kann. Der Verein selber hat für die Rückrunde 17 Endspiele ausgerufen und damit nicht zu viel versprochen: Die Mannschaft hat sich längst noch nicht aufgegeben und wirft sich in jede Partie, als sei es die alles entscheidende in Sachen Abstiegskampf.

>>> Nach dem 2:3 gegen Dortmund: „Zesamme simmer stark“ heißt es beim 1. FC Köln

Den Haken daran sahen 50.000 Zuschauer im ausverkauften Müngersdorfer Stadion aus nächster Nähe: In der Schlussphase ging der effzeh hohes Risiko, um möglicherweise auch gegen den BVB einen so wichtigen Heimsieg feiern zu können. Ein Risiko, das die Dortmunder eiskalt bestraften – im Anschluss an einen Hector-Freistoß konterten die Gäste mustergültig und trafen zum aus Kölner Sicht bitteren 3:2.

„Wir wollen diese Endspiele, wir spielen auf Sieg. Da ist immer die Gefahr, dass du die Kontrolle im Spiel verlierst“, resümierte effzeh-Coach Stefan Ruthenbeck nach dem Spiel. Vielleicht, so war die Überlegung, hätte das Team in diesem Fall den einen Zähler doch mitnehmen sollen statt weiter vorne anzurennen. Die eh schon prekäre sportliche Situation hat sich dadurch jedenfalls noch einmal verschlechtert, dennoch machte der Auftritt am Freitagabend Hoffnung im düsteren Tabellenkeller. „Könnt ihr die Leistung auch in den kommenden Wochen abrufen, bleibt ihr auf jeden Fall in der Liga“, sprachen viele Kollegen uns effzeh-Fans Mut zu. Kaufen, das ist jedem rund ums Geißbockheim klar, kann man sich für ein solches Lob nichts – im Abstiegskampf zählen nur die Punkte, ob verdient oder unverdient.

Rechts hat der 1. FC Köln Sorgen

Dafür darf das Schiff namens 1. FC Köln allerdings nicht Schlagseite bekommen: Wie schon gegen Augsburg war es auch im Heimspiel gegen Borussia Dortmund unübersehbar, dass die Gegner die rechte Abwehrseite der „Geißböcke“ als Schwachpunkt ausgemacht haben. Gerade in der ersten Halbzeit lief beinahe jeder gefährliche BVB-Angriff über die linke Außenbahn der Schwarzgelben.

>>> effzeh-Live: HSV mit Punkt – Ausstellung über den 1. FC Köln eröffnet

Ob André Schürrle, Christian Pulisic, Shinji Kagawa oder Jeremy Toljan: Jeder wagte sich ins direkte Duell mit dem mitunter bemitleidenswerten Frederik Sörensen. Der Däne, gelernter Innenverteidiger und von seiner Statur nun wahrlich kein Kandidat für die Außenbahn, wehrte sich nach Kräften, stand aber – auch dank mangelnder Unterstützung seines Vordermanns Christian Clemens – häufig auf verlorenem Posten. Das 1:0 durch Batshuayi, als Sörensen von Toljan wie ein Schuljunge düpiert wird, könnte jedem effzeh-Gegner als Schablone für kommende Partien dienen.

COLOGNE, GERMANY - FEBRUARY 02: Christian Clemens of Cologne is challenged by Julian Weigl and Mahmoud Dahoud of Dortmund during the Bundesliga match between 1. FC Koeln and Borussia Dortmund at RheinEnergieStadion on February 2, 2018 in Cologne, Germany. (Photo by Alex Grimm/Bongarts/Getty Images)

Foto: Alex Grimm/Bongarts/Getty Images

Auch in der Offensive kamen die „Geißböcke“ auf rechts recht flügellahm daher: Clemens riss zwar durch sein Tempo einige Lücken in die Dortmunder Abwehrreihe, nutzte aber den sich dadurch bietenden Freiraum wenig bis gar nicht aus. Dass sich der Flügelspieler, der bereits gegen Augsburg mit Muskelproblemen ausgewechselt werden musste, nun aufgrund einer im Spiel erlittenen Oberschenkelverletzung für vier Wochen abmeldet, vergrößert trotz überschaubarer Leistung die Sorgen zusätzlich. Denn: Alternativen auf der Außenbahn sind beim 1. FC Köln weiterhin rar gesät. Marcel Risse und Leonardo Bittencourt sind nach schwereren Blessuren noch im Aufbautraining, es verbleiben wohl nur Kandidaten wie Simon Zoller, Vincent Koziello oder gar Jhon Cordoba, die allesamt ihre Stärken in anderen Rollen haben.

Die nächsten Wochen werden richtungsweisend

Noch, das hat auch die Mannschaft im Heimspiel gegen Dortmund gezeigt, ist trotz all dieser Sorgen noch lange nicht das Licht aus bei der Roten Laterne. Die Moral stimmt, auch sportlich macht das Team sichtbare Fortschritte. „Ob Spieler oder Trainer: Wir sind jetzt niedergeschlagen, das tut weh. Wir werden aber morgen wieder aufstehen“, kündigte Stefan Ruthenbeck noch am Freitagabend an.

ANZEIGE

>>> Jorge Meré: Das fehlende Puzzleteil in der Defensive des 1. FC Köln

Und der Spielplan gibt dem effzeh in den kommenden Wochen die Möglichkeit, wieder näher ans rettende Ufer heranzurücken. Insbesondere den Heimspielen gegen Hannover und Stuttgart sowie der Auswärtspartie bei Werder Bremen kommt für die „Geißböcke“ enorme Wichtigkeit zu. Das ist die Pflicht, die die Ruthenbeck-Elf zu erledigen hat. Erst dann lohnt sich ein Blick auf die Ergebnisse der Konkurrenz. Auch das ist eine Erkenntnis aus diesem Wochenende, das für den 1. FC Köln alles andere als optimal lief.

Teilen:

5 Kommentare

  1. Rüdiger Rui Janiba am

    Ich bin fast täglich beim Effzeh vor Ort und was Stefan Ruthenbeck sowie Co Trainer Kevin MC Kenna und Daum sowie mit Unserem coolen Effzeh Jungs alles verändert hat sowie wird gute Arbeit geleistet um Unser Effzeh nach der Unnötigen Hinrunde doch noch in der Bundesliga in der Rückrunde das Wunder von Kölle Erstklassig zu bleiben zu verwirklichen bzw lasst die Effzeh Sonne rein. …..

  2. In den letzten Monaten staune ich immer wieder über den mutlos-resignativen Ton in den Beiträgen von effzeh.com. Nur wenn es um Peter Stöger geht, dann leben die Emotionen ein wenig auf – wenngleich auch dann in einer melancholisch-bedauernden Tonlage. Was soll ich Ihnen empfehlen, liebe Redaktion? Ich weiß es nicht. Ich jedenfalls freue mich auf das kommende Spiel unserer Mannschaft gegen Eintracht Frankfurt!

    • Thomas Reinscheid am

      Ich würde ihnen jedenfalls empfehlen, Herr Lenz, nicht mehr in die Texte hinein zu interpretieren als dort tatsächlich steht. Ich möchte nämlich ungern das Spielchen erwidern und küchenpsychologische Vermutungen zu ihren Kommentaren bei effzeh.com abgeben 🙂

      • Herr Reinscheid, wenn Sie für Ihren Artikel die Überschrift „FC im Abstiegskampf und ein Schiff mit Schlagseite“ wählen und weiter unten in einer Zwischenüberschrift schreiben „Die Distanz zum rettenden Ufer wächst“, dann kommt für mein Empfinden darin ein Pessimismus zum Ausdruck. Außerdem hat unsere Mannschaft seit dem 17. Spieltag die Distanz zum rettenden Ufer sehr wohl verkürzt. Wir haben nun nicht mehr 12, sondern nur noch 7 Punkte Abstand zum rettenden Ufer. Und wenn ich sehe, dass die Mannschaft im Spiel gegen Dortmund auf Augenhöhe agiert hat, so freue ich mich. Der „Kicker“ schrieb heute in seinem Spielbericht, dass der FC dem BVB „kämpferisch und fußballerisch ebenbürtig“ war. Wo ist denn da eine „Schlagseite“?
        Wenn Sie sich über meine Küchenpsychologie Ihrer Redaktion gegenüber ärgern sollten: Ich bin da nicht so empfindlich, reden Sie ruhig Klartext.

      • Thomas Reinscheid am

        Zur Überschrift: Der 1. FC Köln steckt, wenn mich der unbestechliche Blick auf die Tabelle vor und nach dem Wochenende nicht trügen sollte, immer noch im Abstiegskampf. Welche Schlagseite das Schiff namens effzeh aus meiner Sicht hat, erklärt der darauf folgende Artikel, den sie kommentieren.

        Zum Pessimismus-Vorwurf: Wenn sie den „kicker“ schon zitieren, dann zitieren sie doch einfach umständehalber meinen Artikel – und die darin enthaltene Einordnung zum Auftritt am Freitag und darüber hinaus die bisherigen Leistungen in diesem Jahr.

        „Die eh schon prekäre sportliche Situation hat sich dadurch jedenfalls noch einmal verschlechtert, dennoch machte der Auftritt am Freitagabend Hoffnung im düsteren Tabellenkeller. “

        „Der Verein selber hat für die Rückrunde 17 Endspiele ausgerufen und damit nicht zu viel versprochen: Die Mannschaft hat sich längst noch nicht aufgegeben und wirft sich in jede Partie, als sei es die alles entscheidende in Sachen Abstiegskampf.“

        „Noch, das hat auch die Mannschaft im Heimspiel gegen Dortmund gezeigt, ist trotz all dieser Sorgen noch lange nicht das Licht aus bei der Roten Laterne. Die Moral stimmt, auch sportlich macht das Team sichtbare Fortschritte.“

        Furchtbar pessimistisch, wie ich finde, geradezu apokalyptisch. Wie auch unser anderer Artikel zum Freitagsspiel. Also vielleicht weniger Indianer hinter den Bäumen vermuten 🙂